Konzentrationsprozess

Alstria greift mit Allen & Overy nach Deutsche Office

Das auf Büroimmobilien spezialisierte Hamburger Unternehmen Alstria Office will die Konkurrentin Deutsche Office übernehmen. Der Deal soll per Aktientausch über die Bühne gehen, Alstria bietet je Papier der Deutschen Office 0,381 eigene Aktien und damit einen deutlichen Aufschlag an. Gemessen an den gestrigen Schlusskursen wäre die Deutsche Office, die früher unter Prime Office firmierte, an der Börse mit rund 800 Millionen Euro bewertet.

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Diekmann_Hans
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Alstria macht die Übernahme davon abhängig, dass sie mindestens 69,6 Prozent erhält, dies scheint aber sicher. Denn US-Investor Oaktree, Hauptaktionär der Deutschen Office, verpflichtete sich bereits, seinen Anteil von über 60 Prozent einzubringen. Durch den Zusammenschluss entsteht ein Unternehmen mit einem Büroimmobilienportfolio von rund 3,5 Milliarden Euro.

Die Immobilienbranche durchläuft derzeit einen Konzentrationsprozess. Erst am Wochenende gab der Marktführer Deutsche Annington bekannt, die süddeutsche Wettbewerberin Südewo für 1,9 Milliarden Euro zu übernehmen. Zum Jahresbeginn schluckte die Annington bereits die Berliner Gesellschaft Gagfah.

Berater Alstria Office
Allen & Overy: Dr. Hans Diekmann (Federführung; Corporate/M&A; Düsseldorf), Dr. Olaf Meisen (Bank- und Finanzrecht), Marc Plepelits (US Corporate Finance; beide Frankfurt), Jürgen Schindler (Kartellrecht; Brüssel), Eric Shube (Corporate/M&A; New York), Stefan Kuhm, James Taylor (beide Bank- und Finanzrecht; beide Frankfurt), Dr. Jonas Wittgens (Corporate/M&A; Hamburg); Associates: Dr. Tim Schaper (Kartellrecht; Hamburg), Martin Schmidt (US Corporate Finance), Simon Weiß (Kapitalmarktrecht, beide Frankfurt), Dorothée Kupiek, Dr. Johanna Röth-Bäcker, Andreas Wöller (alle Corporate/M&A; alle Düsseldorf), Malgorzata Magdalena Filipkowski (Bank- und Finanzrecht), Nadine Kämper (Kapitalmarktrecht; Frankfurt), Meredith Younger (Corporate/M&A; New York)
Skadden Arps Slate Meagher & Flom (Frankfurt): Dr. Johannes Frey; Associate: Kevin Löffler
Inhouse Recht (Hamburg): Carina Jung – aus dem Markt bekannt

Berater Alstria Office Aufsichtsrat
Freshfields Bruckhaus Deringer (Hamburg): Prof. Dr. Christoph Seibt (Gesellschaftsrecht/M&A)

Berater Oaktree/Deutsche Office
Sullivan & Cromwell (Frankfurt): Dr. Konstantin Technau (Federführung), Dr. Carsten Berrar (beide M&A/Kapitalmarktrecht), Dr. Axel Beckmerhagen (Kartellrecht) – aus dem Markt bekannt
Inhouse Recht (Oaktree; London): Tom Jaggers – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Die Mandatsbeziehung des heutige Allen & Overy-Partners Hans Diekmann zu Alstria Office besteht schon seit vielen Jahren. So stand er dem Unternehmen mehrfach zur Seite, als er noch unter dem Dach von Shearman & Sterling arbeitete. 2007 begleitete er das Unternehmen beispielsweise auf das Börsenparkett, ein Jahr später bei dessen Umwandlung in einen Real Estate Investment Trust (REIT) und in der Folge bei einigen weiteren Kapitalmaßnahmen, zuletzt bei einer Kapitalerhöhung im vergangenen März. Ansonsten setzte Alstria in den vergangenen Jahren bei Immobilientransaktionen regelmäßig auf Dr. Johannes Conradi, in Hamburg Partner bei Freshfields Bruckhaus Deringer. Ähnlich wie Diekmann in Corporate- und M&A-Fragen ist auch der Steuerrechtler Johannes Frey schon seit Jahren für Alstria tätig. Wie Diekmann arbeitete auch Frey früher für Shearman & Sterling – und wie Diekmann berät auch Frey das Unternehmen seither bei zahlreichen Transaktionen und Themen.

Für Sullivan sind es derzeit Großkampftage bei Deals in der Immobilienbranche: So war die Kanzlei aufseiten der Deutschen Annington auch an der Übernahme von Südewo beteiligt und beriet dort vor allem zu kapitalmarktrechtlichen Aspekten. Zudem betreute sie die Deutsche Wohnen erst vor wenigen Tagen bei einer Kapitalerhöhung. In dieser Mandatsbeziehung hat auch die jetzige Arbeit am Verkauf von Deutsche Office ihren Ursprung, denn Partner Carsten Berrar kennt den heutigen Deutschland-Chef von Oaktree, Hermann Dambach, noch aus dessen Zeit als Aufsichtsratsvorsitzender der Deutsche Wohnen.

Für die Deutsche Wohnen war Berrar über die kürzliche Kapitalerhöhung hinaus in den vergangenen Jahren regelmäßig tätig, so erst Anfang des Jahres bei dem letztlich gescheiterten Versuch, die Wettbewerberin Conwert zu übernehmen. Die Federführung im jetzigen Deal hatte jedoch Berrars Partnerkollege Technau.

Das Zielobjekt der Übernahme, die frühere Prime Office und heutige Deutsche Office hat selbst in den vergangenen Jahren bei Transaktionen ebenfalls vor allem Freshfields mandatiert. (René Bender)

 

 

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