GM wird damit zweitgrößter Aktionär bei PSA, stärkster Anteilseigner bleibt die Gründerfamilie Peugeot über ihre Holding. Ein paritätisch besetztes Lenkungsgremium soll die Allianz steuern.
Die Kooperation basiert auf zwei Säulen: Zum einen geht es um die gemeinsame Nutzung von Komponenten und Modulen sowie den Aufbau eines weltweiten Einkaufs-Joint-Ventures. Das erste gemeinsam entwickelte Modell wird für 2016 erwartet.
Zum anderen geht es um die gemeinsamen Auslotung weiterer Kooperationsmöglichkeiten. Die Kooperation sieht auch integrierte Transport- und Logistikketten vor. Beide Unternehmen gehen davon aus, dass nach rund fünf Jahren im Rahmen der Allianz Synergien in Höhe von ungefähr 1,5 Milliarden Euro pro Jahr entstehen.
Die Allianz benötigt in einigen europäischen Staaten sowie in Asien noch kartellrechtliche Genehmigungen.
GM hatte 2011 mit seinem Europageschäft, also überwiegend mit Opel und Vauxhall, ein Minus von knapp 750 Millionen Dollar eingefahren. PSA musste mit seiner Fahrzeug-Sparte allein in der zweiten Jahreshälfte 2011 ein Minus von rund einer halben Milliarde Euro verbuchen.
Die Investmentbank Goldman Sachs, sonst eng mit Ford verbandelt, berät GM, Morgan Stanley – sonst meist an der Seite von GM – diesmal PSA. Die Familie Peugeot wird von der kleinen New Yorker Investmentbank Perella Weinberg beraten.
Berater GM
Freshfields Bruckhaus Deringer (Frankfurt): Dr. Andreas Fabritius, Dr. Markus Paul, Hervé Pisani, Fabrice Cohen (beide Paris; alle Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Frank Montag, Bob Schlossberg (Washington; beide Kartellrecht), Dr. Markus Stephanblome, Denis Barat (beide Gesellschaftsrecht/M&A; Paris) Ben Graham (Kartellrecht; Brüssel)
Inhouse (Detroit, Rüsselsheim, Zürich): Nicht bekannt
PSA Peugeot Citroën
Bredin Prat (Paris): Benjamin Kanovitch, Olivier Saba (beide Federführung; beide Corporate), Pascale Lagesse (Arbeitsrecht), Yves Rutschmann, Sebastien de Mones (beide Steuerrecht) – aus dem Markt bekannt
Linklaters (Düsseldorf): Dr. Daniela Seeliger (Federführung), Anne Wachsmann, Olivier d’Ormesson (beide Paris), Thomas McGrath (New York), Malgorzata Szwaj (Warschau) ; Associates: Manon Brindöpke, Clara Robert-Heidmann, Emily Xueref-Poviac (beide Paris; Kartellrecht )
Berater Familie Peugeot
Orrick Rambaud Martel (Paris): Jean-Pierre Martel (M&A), Alexis Marraud des Grottes (Kapitalmarktrecht), Louis de Longeaux (Bank- und Finanzrecht); Associate: Emmanuelle Surre (Corporate)
Hintergrund: Freshfields hatte GM bereits 2000 bei der strategischen Kooperation mit Fiat beraten. Der US-Autobauer greift jedoch regelmäßig auch auf andere Kanzleien zurück. Im Hinblick auf die Krise und die damit verbundene Idee der Abspaltung des GM-Europageschäfts einschließlich Bieterverfahren, mandatierte GM diverse Kanzleien, darunter Clifford Chance, Weil Gotshal & Manges, Baker & McKenzie und Gleiss Lutz (mehr…). Freshfields war damals für einen der Bieter tätig.
Die Europa-Rechtsabteilung von GM in Rüsselsheim hat Marktinformationen zufolge die Beratung weltweit koordiniert und selbst stark an den zentralen Aspekten und Vereinbarungen mitgewirkt, während die Rechtsabteilung in Detroit Fragen des Wertpapier-/Aufsichtsrechts, Kartell- und Exportkontrollrechts sowie zu Einkauf und Logistik behandelte.
Linklaters berät Peugeot Citroën seit vielen Jahren regelmäßig kartellrechtlich bei großen Transaktionen.