Müller-Brot

Bieterduo Höflinger/Müller kommt mit SLB Kloepper zum Zug

Autor/en
  • JUVE

Das Gezerre um die insolvente Großbäckerei Müller-Brot ist beendet. Das Filialnetz der Kette geht an ein Bieterduo, bestehend aus der Tochter der Firmengründers und der Münchner Bäckerei Höflinger.

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Oliver Baumann
Oliver Baumann

Müller und Höflinger übernehmen zunächst 148 Filialen mit 435 Mitarbeitern von dem Insolvenzverwalter Dr. Hubert Ampferl. Ab sofort werden die Filialen von den beiden Käufern beliefert. Der Gläubigerausschuss stimmte dem einstimmig zu.

Zuvor war der geplante Verkauf von Müller-Brot an den früheren, umstrittenen Besitzer Klaus Ostendorf gescheitert (mehr…). Ampferl nahm daraufhin wieder Verhandlungen mit den zunächst unterlegenen Geschäftspartnern Evi Müller und Franz Höflinger sowie Gespräche mit dem Betriebsrat auf.

Müller-Brot hatte zuletzt insgesamt 1.100 Beschäftigte. 151 Pächter des Unternehmens versorgten weit über 200 Filialen. Müller-Brot beliefert aber auch in großem Umfang Handelsketten an mehr als 3.000 Verkaufsstellen.

Abseits des Kampfs um die Rettung des Unternehmens hat die Staatsanwaltschaft Landshut Vorermittlungen wegen einer möglichen Insolvenzverschleppung eingeleitet. Zudem prüft sie, ob Kautionen von Pächtern veruntreut wurden.

Berater Höflinger/Müller
SLB Kloepper (München): Dr. Winfried Klöpper (Corporate/M&A), Dr. Oliver Baumann (Arbeitsrecht)

Insolvenzverwalter
Dr. Beck & Partner (Nürnberg): Dr. Hubert Ampferl

Berater Ostendorf/Huhn
P+P Pöllath + Partners (München): Otto Haberstock – aus dem Markt bekannt
Altenburg (München): Stephan Altenburg; Associate: Bernhard Fackler (beide Arbeitsrecht) – aus dem Markt bekannt

Berater Interessengemeinschaft Pächter
Bengen (München): Dr. Wolfgang Bengen

Berater Pächter-Interessengemeinschaft (PIG)
SSP Schiessl (München) – aus dem Markt bekannt

Berater Betriebsrat
Schindele Eisele Gerstner & Collegen (Landshut): Friedrich Schindele

Hintergrund: Für Hubert Ampferl ist die Müller-Brot-Pleite die in der Öffentlichkeit meist beachtete Insolvenz, die er bislang betreut hat. Ihn unterstützt ein rund 15-köpfiges Team aus Wirtschaftsprüfern und Anwälten. Auch zuvor hatte Ampferl schon größere Verfahren begleitet, etwa die Insolvenz von Schmack Biogas (mehr…). Zuletzt verwaltete er die Wittenbauer-Gruppe und den Tank- und Behälterhersteller Raum Inox. In beiden Fällen gelang es, große Teile der Unternehmen zu retten. Ampferls Kanzlei Dr. Beck & Partner gilt vom Ansatz her als sanierungsorientiert und ist in Süddeutschland eine der ersten Adressen für Großinsolvenzen.

Ostendorf wählte mit Pöllath für seinen geplanten Wiedereinstieg bei Müller-Brot die gleiche Kanzlei, die er auch schon für sein erstes Engagement bei der Großbäckerei mandatiert hatte. Pöllath ihrerseits zog Informationen aus dem Markt zufolge die Arbeitsrechtler der Boutique Altenburg hinzu. Beide Kanzleien arbeiten regelmäßig zusammen. Associate Fackler war 2010 von Dr. Beck & Partner zu Altenburg gewechselt.

Das Bieterduo Höflinger/Müller setzte auf die Münchner Kanzlei SLB Kloepper. Evi Müller und Wirtschaftsprüfer und Corporate-Anwalt Klöpper kennen sich persönlich. Klöpper war Gründungspartner bei Beiten Burkhardt. 2007 schied er aus der Kanzlei aus und gründete mit drei weiteren Anwälten, darunter auch Arbeits- und Markenrechtler Baumann, SLB Strassberger Baumann Lippe Klöpper, heute SLB Kloepper.

Schindele Eisele gehört zu den renommiertesten Arbeitnehmerkanzleien mit Mandanten vor allem aus Bayern und Ostdeutschland. Die Anwälte beraten regelmäßig Betriebsräte von Unternehmen in Krisensituationen. Prominentestes Beispiel dafür war zuletzt die Beratung der Betriebsräte von Manroland. Die Kanzlei verfügt über ausgezeichnete Gewerkschaftskontakte und kam beim Betriebsrat von Müller auf Empfehlung der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten ins Mandat. (René Bender, Geertje Oldermann)

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