Müllverbrennungs-Geschäft

EQT steigt mit Clifford bei E.on Energy from Waste ein

Autor/en
  • JUVE

Der Energiekonzern E.on wird nun zumindest einen Teil seiner Abfallverbrennung-Sparte los. Der schwedische Investmentfonds EQT wird zum Joint-Venture-Partner bei der Tochtergesellschaft E.on Energy from Waste. Die kartellrechtliche Zustimmung steht noch aus.

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Björn Heinlein
Björn Heinlein

An dem neuen Gemeinschaftsunternehmen wird EQT mit 51 Prozent die Mehrheit halten, E.on wird die restlichen Anteile behalten. EQT Infrastructure II soll die operative Führung und Kontrolle des Unternehmens übernehmen. E.on hatte ursprünglich geplant, die Abfallsparte komplett zu verkaufen. Der Deal sollte einer der größten des Jahres werden.

Zu den Bietern gehörten damals laut Marktinformationen EQT, Sembcorp aus Singapur und Morgan Stanley Infrastructure im Konsortium mit Antin. Zudem gab der Mannheimer Versorger MVV gemeinsam mit ein dem US-Technologiekonzern Wheelabrator ein Angebot ab.

Die Gebote waren demnach aber mit einer Spanne von 800 Millionen bis eine Milliarde Euro zu niedrig. Mitte des Jahres lag der Verkauf auf Eis. E.on entschloss sich, stattdessen die Joint-Venture-Struktur exklusiv mit EQT weiter zu verhandeln.

Die Müllverbrennungssparte betreibt insgesamt 18 Abfallverbrennungsanlagen und beschäftigt rund 1.350 Mitarbeiter. Mit dem Teilverkauf kommt E.on einem selbst gesteckten Ziel näher: Bis Ende 2013 will der Konzern 15 Milliarden Euro aus dem Verkauf von Tochtergesellschaften erlösen, die nicht mehr zum Kerngeschäft passen. Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen bereits die Marke von 14 Milliarden Euro überschritten.

Berater EQT
Clifford Chance (Frankfurt): Dr. Björn Heinlein (Energierecht), Markus Muhs (Corporate; München), Dr. David Elshorst (Umweltrecht), Dr. Stefan Simon (Arbeitsrecht), Rose Brounts, Jörg Futter (beide Corporate); Associates: Dr. Lars Laeger, Frederik Mühl, Jan Wittrodt, Dr. Christian Nordholtz (alle Corporate), Amrei Fuder (Umweltrecht), Priscilla Ries (Arbeitsrecht)
P+P Pöllath + Partners (München): Dr. Benedikt Hohaus, Dr. Barbara Koch-Schulte (beide Beratung zu Managementbeteiligung)

Berater E.on
Freshfields Bruckhaus Deringer (Düsseldorf): Dr. Anselm Raddatz, Dr. Tobias Larisch (alle Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Georg Roderburg, Dr. Adalbert Rödding (beide Steuern), Dr. René Döring (Arbeitsrecht), Dr. Hans-Jörg Schulze (Öffentliches Recht), Dr. Stefan Tüngler (Energierecht); Associates: Dr. Martin Gisewski, Judit Gajdics, Sebastian Barry, Markus Müller, Sebastian Kamm (alle Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Oliver Rode, Philipp Hoffsümmer (beide Steuern), Dr. Christian Mehrens (Arbeitsrecht), Dr. Mirjam Langner (Öffentliches Recht), Sebastian Burow (Energierecht)
Inhouse
(Düsseldorf): Dr. Michael Moser, Agnieszka Mögelin-Zinger, Amy Richardson

Hintergrund: Im Laufe des ursprünglichen Verkaufsprozesses sickerten im Markt auch die Namen der Berater durch, die den Bietern zur Seite standen. Clifford arbeitete mit zwei verschiedenen Teams für EQT und für das Konsortium Morgan Stanley Infrastructure/Antin. Letzterer zog zugleich die Kölner Kanzlei Köhler & Klett für umweltrechtliche Fragen hinzu. MVV vertraute auf Hengeler Mueller, Wheelabrator mandatierte Gleiss Lutz.

Clifford ist häufiger an der Seite von EQT zu sehen, zuletzt beispielsweise bei der Übernahme des österreichische Software-Unternehmen UC4 (mehr…). Bei Transaktionen fiel die Wahl in der Vergangenheit auch schon auf Freshfields, etwa bei der Übernahme von BSN Medical im Sommer (mehr…).

Dass Freshfields an der Seite des Energieriesen E.on stand, ist nicht überraschend. Die Kanzlei pflegt eine eine langjährige und feste Beziehung zu E.on. Im Sommer hatte Inhouse-M&A-Leiter Moser jedoch einige parallele Großtransaktionen zu stemmen, für die er auch andere Kanzleien einsetzte.

So war Hengeler Mueller für den Verkauf von Open Grid Europe mandatiert (mehr…) und Linklaters beim Joint Venture mit der brasilianischen Kohle- und Gasgesellschaft MPX (mehr…).

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