Nächster Mega-IPO

Deutsche Bank-Tochter DWS setzt auf Freshfields und Sullivan

Neben dem milliardenschweren Börsengang der Siemens-Medizintechniksparte Healthineers erwartet das Frankfurter Parkett noch vor Ostern einen weiteren Neuzugang: Die Deutsche Bank will ihre Fondsgesellschaft DWS an die Börse bringen. Sie verspricht sich davon einen Erlös von 1,5 bis 2 Milliarden Euro.

Teilen Sie unseren Beitrag
Rick van Aerssen
Rick van Aerssen

Der genaue Zeitpunkt der Erstnotiz im Prime Standard der Frankfurter Börse steht noch nicht fest, wahrscheinlich scheint aber ein Termin in der Woche ab dem 26. März. Auch wann die Zeichnungsfrist startet und wie viele ihrer Anteile die Deutsche Bank zu welchen Konditionen an die Börse bringen will, ist bisher offiziell nicht bekannt. Früheren Angaben aus Finanzkreisen zufolge soll es sich allerdings um bis zu 25 Prozent der Aktien handeln. Der Erlös aus dem Börsengang wird komplett dem Mutterkonzern zufließen.

Noch vor dem IPO soll die jetzige GmbH in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) umgewandelt werden. Dieser Schritt wird von Investoren teilweise kritisch gesehen, da so der Einfluss von Aktionären auf die Geschäftspolitik begrenzt wird. Über den Ausgabepreis der Aktien wird nach der Einschätzung von Experten aber eher die Kauflust der Investoren und die Marktstimmung entscheiden. 

Das aktuell verwaltete Vermögen der DWS, die früher unter dem Namen Deutsche Asset Management firmierte, beläuft sich auf rund 700 Milliarden Euro. Diese stammen sowohl von Privatkunden als auch von institutionellen Kunden wie Pensionskassen, Staatsfonds und Versicherungen. Der Vorsteuergewinn des Unternehmens lag 2017 bei 725 Millionen Euro. Damit trug die Tochter mehr als die Hälfte zum Konzernergebnis vor Steuern von 1,3 Milliarden Euro bei und ist der wichtigste Gewinnbringer.

Die Deutsche Bank führt das Bankenkonsortium selbst an, weitere begleitende Banken sind Credit Suisse, Barclays und Citibank.

Berater DWS/Deutsche Bank
Freshfields Bruckhaus Deringer (Frankfurt): Rick van Aerssen (Federführung), Dr. Mark Strauch (beide Kapitalmarktrecht), Dr. Gunnar Schuster (Bankaufsichtsrecht), Dr. Thomas Bücker, Simon Schwarz (beide Gesellschaftsrecht); Associates: Dr. Kyle Miller, Siegfried Büttner (beide Kapitalmarktrecht)
Inhouse Recht (Deutsche Bank; Frankfurt): Joachim Schelm, Astrid Keinath
Inhouse Recht (DWS; Frankfurt): Paul McDade

Carsten Berrar
Carsten Berrar

Berater Banken
Sullivan & Cromwell (Frankfurt): Dr. Carsten Berrar (Federführung), Dr. Krystian Czerniecki; Associates: Dr. Sebastian Plassmann, Dr. Peter Klormann (alle Kapitalmarktrecht)
Inhouse Recht (Deutsche Bank; Frankfurt): Joachim Schelm
Inhouse Recht (Credit Suisse; Frankfurt): Dr. Ann-Katrin Wilczek
Inhouse Recht (Barclays; London): Bobby Schrader
Inhouse Recht (Citibank; London): Nicholas Baumgartner

Berater Deutsche Bank (als abgebende Aktionärin)
Cleary Gottlieb Steen & Hamilton (Frankfurt): Dr. Ward Greenberg; Associates: Yoseph Choi (beide Kapitalmarktrecht), Michael Kern (Regulatory) 

Hintergrund: Alle Berater sind aus dem Markt bekannt.

Freshfields berät die Deutsche Bank seit etlichen Jahren immer wieder zu verschiedenen Transaktionen. Die Bank setzte sowohl für den Börsengang als auch für die Umgründung der DWS auf Freshfields. Als die DWS im Jahr 2012 das Asset-Management von der Deutschen Postbank übernahm, ließ sie sich von Allen & Overy beraten.

Sullivan-Partner Berrar gehört ebenso wie Freshfields-Partner van Aerssen zu den bekanntesten IPO-Beratern hierzulande. So kam auch Sullivan ohne Pitch ins Mandat und wurde direkt von der Konsortialführerin angesprochen. Der ebenfalls an der Transaktion beteiligte Barclays-Inhouse-Counsel Bobby Schrader kam 2017 von Berwin Leigthon Paisner zu der Bank. Davor war der ehemalige Berwin-Partner bei Merrill Lynch in London tätig.

Cleary verfügt seit vielen Jahren über hervorragende Beziehungen zur Deutschen Bank und steht dem Institut unter anderem bei kapitalmarktrechtlichen Angelegenheiten bezüglich seiner SEC-Registrierung laufend zur Seite. Zuletzt begleitete die Kanzlei 2017 auch die acht Milliarden Euro schwere Kapitalerhöhung der Bank. Im Zuge des IPO berät Cleary-Partner Greenward JUVE-Informationen zufolge zu US-aufsichtsrechtlichen Themen. Erst im Januar kehrte der ehemalige weltweite Co-General Counsel der Deutschen Bank, Christof von Dryander, in das Frankfurter Büro von Cleary zurück. Der 64-jährige ehemalige Cleary-Partner war Ende 2017 in den Ruhestand gegangen und schloss sich nun als Senior Counsel wieder der Kanzlei an.

Artikel teilen

Lesen sie mehr zum Thema