Konzernumbau

Deutsche Bank besorgt sich mit Cleary und Hengeler 8 Milliarden Euro

Die Deutsche Bank will sich mehr Luft verschaffen für ihre Umbaumaßnahmen. Vorstand und Aufsichtsrat einigten sich am Wochenende auf eine Kapitalerhöhung, die rund 8 Milliarden Euro in die Kasse spülen dürfte. Darüber hinaus fassten die Gremien auch gleich die nächste Kapitalmarktmaßnahme ins Auge und beschlossen die volle Integration der Postbank sowie eine Verstärkung des Vorstandes.

Teilen Sie unseren Beitrag
Hanno Sperlich
Hanno Sperlich

Die Bezugsrechtsemission umfasst die Ausgabe von bis zu 687,5 Millionen neuer Aktien und wird von der Credit Suisse, von Barclays, Goldman Sachs, BNP Paribas, Commerzbank, HSBC, Morgan Stanley und UniCredit begleitet. Die Zeichnungsfrist für die neuen Aktien beginnt am 21 .März.

Das neue Wertpapierangebot der Deutschen Bank ist in etwa genauso umfangreich wie ihre Kapitalerhöhung von 2014. Seinerzeit kam die katarische Herrscherfamilie Al-Thani an Bord, die ihre Beteiligung mittlerweile auf gut 10 Prozent ausgeweitet hat. Neben den Aktionären aus Katar und dem US-Vermögensverwalter Blackrock reihte sich jüngst auch das chinesische Firmen- und Finanz-Konglomerat HNA in die Riege der Großaktionäre ein. HNA kaufte Anfang Februar Deutsche Bank-Aktien im Wert von 755 Millionen Euro und überlegt, die Beteiligung im Rahmen der anstehenden Kapitalerhöhung auszuweiten.

Als nächster Schritt ist von Seiten des Managements dann ein Teilbörsengang der Vermögensverwaltungssparte geplant. Die Deutsche Asset Management, die mehr als 700 Milliarden Euro an Kundengeldern verwaltet, soll binnen der nächsten zwei Jahre hierzulande gelistet werden.

Die Neuaufstellung beginnt ganz oben

Etwas eiliger muss die Deutsche Bank hingegen die volle Integration der Postbank angehen und damit ihr Privatkundengeschäft konsolidieren. Denn ein Käufer war für die Postbank in den letzten beiden Jahren nicht zu finden. Allein dafür werden die Hälfte der geschätzten zwei Milliarden Euro an Restrukturierungs- und Abfindungskosten anfallen, die die Verantwortlichen für den Zeitraum 2017 bis 2019 laut Pressemitteilung einkalkulieren.

Neben dem Privatkunden- und dem Vermögensverwaltungs-Geschäft soll zukünftig als dritte Säule die zusammengeführte Unternehmens- und Investmentsparte fungieren – primär für Corporate Finance und Transaktionsfragen. Auch dort sollen Synergien erzielt werden.

Ward Greenberg
Ward Greenberg

Während der Vorstandsvorsitzende John Cryan noch zusätzlich die Verantwortung für den US-Markt übernimmt, holt er sich mit dem Finanzvorstand Marcus Schenck und mit Christian Sewing, dem ehemaligen Rechtsvorstand und Leiter der Revision, auch gleich zwei Stellvertreter an seine Seite. Sewing soll auch die ausgeweitete Privat- und Firmenkundenbank leiten, langfristig zusammen mit Frank Strauß, dem Vorstandschef der Postbank. Die sonstigen Vorstandsaufgaben bleiben von den Veränderungen unberührt. Somit führt unter anderem Karl von Rohr das Rechtsressort fort, Sylvie Matherat hingegen den Bereich Compliance.

Berater Deutsche Bank
Cleary Gottlieb Steen & Hamilton (Frankfurt): Ward Greenberg, Hanno Sperlich (beide Federführung), Dr. Gabriele Apfelbacher, Scott Borisky (Steuerrecht; New York), Michael Kern (Bankaufsichtsrecht), Jens Hafemann (Steuerrecht); Associates: Yoseph Choi, Ryan Citlau, Christoph Luschin, Dr. Valentin Pfisterer, Julian  Hill (New York), Temenouga  Kolarova (New York; Bankaufsichtsrecht)
Inhouse Recht (Frankfurt): Dr. Joachim Schelm – aus dem Markt bekannt

Alexander Rang
Alexander Rang

Berater Banken
Hengeler Mueller (Frankfurt): Alexander Rang (Federführung; Bank- und Kapitalmarktrecht), Dr. Lucina Berger (Gesellschaftsrecht), Dr. Christian Hoefs (Arbeitsrecht), Dr. Martin Klein, Dr. Mathias Link (beide Steuern); Associates: Caspar Schmelzer (Kapitalmarktrecht), Jan Letto Steffen (Bankaufsichtsrecht), Britta Süßmann (Steuern).
Davis Polk & Wardwell (London): John Banes, Leo Borchardt (beide US-Recht) – aus dem Markt bekannt
Inhouse Recht (Credit Suisse; Frankfurt): Dr. Ann-Katrin Wilczek – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Bei großen Kapitalmarkttransaktionen setzt das Frankfurter Kreditinstitut stets auf das Berater-Duo Sperlich und Greenberg von Cleary. Sie waren auch bei den milliardenschweren Aktienemissionen 2010 und 2014 dabei. Nun bereitet das Duo mit seinem länderübergreifenden Team den Prospekt mit vor, der mehrere hundert Seiten umfassen dürfte.

Greenberg, der jüngst auch die Deutsche Telekom bei der Refinanzierung ihrer US-Tochter und diversen Bond-Emissionen unterstützte, begleitet die Deutsche Bank nach Marktinformationen fortlaufend zu ihrer US-Börsennotierung. Zusammen wurden die beiden Cleary-Partner auch von der Commerzbank 2013 für eine Kapitalerhöhung mandatiert. Sperlich unterstützte beispielsweise auch 2015 den Finanzmarktstabilisierungsfonds, als die Deutsche Pfandbriefbank (PBB) an die Börse ging. Schon dort traf er auf Hengeler-Partner Rang, den die Hypo Real Estate zum milliardenschweren IPO ihrer Tochter PBB hinzugezogen hatte.

Rang berät hier federführend das Bankenkonsortium, das von der Credit Suisse als Prozessbank angeführt wird. Er tritt damit in die Fußstapfen des ehemaligen Hengeler-Kapitalmarktpartners Dr. Torsten Busch, der die früheren Aktienplatzierungen der Großbank begleitet hatte und inzwischen aus der Partnerschaft ausgeschieden ist. Auch damals teilte sich Hengeler die Beratung der Banken mit den Davis Polk-Partnern Banes und Borchardt, die das US-Recht abdeckten.

 

 

Artikel teilen