Deutsche Bank

Leiter Revision wird neuer Rechtsvorstand

Die Deutsche Bank baut ihren Vorstand um. Davon betroffen ist auch der bisheriger Rechtsvorstand Dr. Stephan Leithner (48), der die Verantwortung für den Rechtsbereich abgibt. Die Rechtsabteilung untersteht ab dem kommenden Jahr dem 44-jährigen Christian Sewing. Der bisherige weltweite Chef der Revision rückt zugleich in den Vorstand auf.

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Zudem tauscht die Bank den Finanzvorstand aus. Bis Mai bleibt Stefan Krause (51) noch auf der Position. Dann übernimmt Dr. Markus Schenck (48). Schenck kommt von Goldman Sachs, wo er stellvertretender Finanzvorstand und Generalbevollmächtigter war. Krause wird sich dann im Vorstand den Themen Strategie und Organisationsentwicklung widmen. Zudem übernimmt mit Chief Operating Officer Henry Richotte erstmals in der Konzerngeschichte ein Vorstand die Verantwortung für die digitale Entwicklung der Bank.

Leithner, seit 2012 Rechtsvorstand der Bank, bleibt im Vorstand zuständig für Compliance, Regulierungs- und Regierungsthemen sowie für Personal. Außerdem soll er den weiteren Kulturwandel koordinieren und CEO für Europa bleiben. Gerade in der Rechts- und Compliancefunktion hatte es in den vergangenen Jahren etliche Personalveränderungen gegeben. Dennoch bleiben die juristischen Baustellen weiterhin zahlreich. Gegen Leithner selbst ermittelt nach wie vor die Münchner Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit dem Kirch-Prozess.

Sein Nachfolger Sewing erbt einige offene Verfahren mit Aufsichtsbehörden sowie Auseinandersetzungen vor Gericht, unter anderem in den Vereinigten Staaten. Neben Recht soll er sich künftig auch um das sogenannte Incident Management kümmern.

Er ist seit mehr als 20 Jahren bei der Bank tätig und bekleidete verschiedene Führungspositionen, unter anderem in London und Tokio. 2004 wurde er weltweiter Leiter des Operational Risk Managements. Im Folgejahr verließ er die Deutsche Bank und wurde Vorstand bei der DG Hyp. 2007 kehrte er in das Risikomanagement der Deutschen Bank zurück, wo er im Anschluss verschiedene Positionen bekleidete, unter anderem die des Deputy Chief Risk Officers. 2013 wurde er schließlich mit Generalvollmacht ausgestatteter weltweiter Leiter der Revision. Bis heute engagiert er sich als Vorstandsmitglied des Frankfurter Instituts für Risikomanagement und Regulierung in seinem früheren Tätigkeitsfeld.

Zeitgleich gab die Deutsche Bank gestern ihr Quartalsergebnis bekannt. Das Minus von 92 Millionen Euro geht auf das Konto der Rechtsstreitigkeiten. Allein im letzten Quartal beliefen sich die Ausgaben auf fast 900 Millionen Euro, die Rückstellungen liegen inzwischen bei knapp drei Milliarden Euro. Die Zahl der Anwälte und Forensiker, die für die Deutsche Bank und Einzelpersonen tätig sind, ist kaum noch zu überschauen.

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