Compliance

Deutsche Bank besetzt Schlüsselpositionen neu

Die Deutsche Bank hat die weltweiten Führungsposten ihrer Compliance- und Anti-Geldwäscheabteilungen neu besetzt: Die Amerikanerin Pamela Root kommt im Juni als weltweite Compliance-Beauftragte, der Brite Peter Hazlewood einen Monat später als weltweite Spitze für Anti-Financial Crime (AFC). Beide berichten an Sylvie Matherat, die seit Januar im Vorstand die Compliance-Themen verantwortet.

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Pamela Root folgt auf Nadine Faruque, die Ende März aus persönlichen Gründen die Deutsche Bank verlassen hatte, Peter Hazlewood kommt für Dr. Ulrich Göres, der bereits im Februar gegangen war.

Root begann ihre Karriere in den 1980er-Jahren als Rechtsanwältin bei Sullivan & Cromwell in New York, wechselte aber bald auf Bankenseite. Bei Goldman Sachs war sie etwa als General Counsel weltweit verantwortlich für Compliance. 2009 kam sie zur Citigroup und hält dort derzeit die Position als Chief Compliance Officer für die sogenannte Global Institutional Clients Group.

Auch Hazlewood ist lange erfahren in der internen Kriminalitäts- und Geldwäschebekämpfung von Banken. Er startete in unterschiedlichen Positionen für JP Morgan in Asien, verantwortete dann die Compliance-Abteilung bei der DBS Bank und leitete zuletzt für die HSBC die weltweite Compliance-Sparte. Root wird ihren Sitz in London haben, Hazlewood in Frankfurt.

In der Compliance-Verantwortung hat es in den vergangenen Monaten parallel zur Neuordnung der Rechtsabteilung erhebliche Veränderungen gegeben. Nach Göres und Faruque hat auch die bekannte ehemalige Clifford Chance-Anwältin Daniela Weber-Rey die Bank wieder verlassen. Ihren Posten als Chief Governance Officer hat Dr. Florian Drinhausen, bis Anfang 2014 Linklaters-Anwalt, übernommen. In dieser Position spielt er eine maßgebliche Rolle bei grundsätzlichen Fragen der Unternehmensführung sowie Compliance- und aufsichtsrechtlichen Themen. Sein Nachfolger ist Dr. Thorsten Seyfried auf der Position des Co-General Counsel, er leitet zusammen mit Matthias Otto die deutsche Rechtsabteilung.

DSW und Deutsche Bank schließen Vergleich

In der erweiterten Führungsebene der Deutschen Bank ist seit einiger Zeit viel in Bewegung, vor allem seit der Brite John Cryan sein Amt als Co-Vorstandschef antrat. Nach Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten von rund 1,2 Milliarden Euro in der Bilanz 2015 will er vor allem auch die juristischen Fronten klären.

Dazu passt der außergerichtliche Vergleich, den die Bank mit der Aktionärsvereinigung DSW (Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz) nun getroffen hat. Er sieht vor, dass die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO als Sonderprüfer die Prozesse zur Rückstellungsbildung der Bank unter die Lupe nimmt. Das war eine der Forderungen der DSW, die im Zusammenhang mit den ausufernden Rechtsstreitigkeiten bei der Deutschen Bank aufgekommen waren. Die DSW hatte einen Prozess zur Einsetzung eines Sonderprüfers am Landgericht Frankfurt in erster Instanz verloren, nun haben sich die Parteien ohne Gericht geeinigt. Für die Bank hat dem Vernehmen nach Linklaters-Partner Dr. Hans-Ulrich Wilsing das Verfahren begleitet, für den DSW war wieder Klaus Nieding aus der Kanzlei Nieding + Barth angetreten.

Als Sonderprüfer wird nach JUVE-Informationen Wolfgang Otte eingesetzt. Der Jurist und Wirtschaftsprüfer ist Vize-Leiter der internen Sparte für Banken und Finanzdienstleister von BDO. Er war 2012 von KPMG gewechselt.

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