Ericsson hatte 2010 nicht nur den fünfjährigen Auftrag für die ‚Field-Services‘ bekommen, sondern auch 600 Mitarbeiter von Vodafone übernommen. Diese wurden aufgeteilt in die Firmen Ericsson Technology und Ericsson Services. Nun ziehen sie im Zuge eines Betriebsübergangs weiter zum chinesischen Dienstleister, um auch dort die Wartungsaufgaben an Vodafones Mobilfunknetz zu gewährleisten.
Huawei ist hierzulande für einige Telefongesellschaften im technischen Support und Netzausbau tätig. Weltweit erwirtschaftete der Konzern im letzten Jahr mit etwa 170.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 60,8 Milliarden US-Dollar.
Vodafone erzielt allein mit ihrer deutschen Tochterfirma, in der etwa 10.500 Mitarbeitern tätig sind, knapp 10 Milliarden Euro. Global erreicht das Unternehmen einen Umsatz von etwa 58 Milliarden Euro.
Berater Huawei
Inhouse Recht (Düsseldorf): Frank Reiche, Nicole Zenz, Jan Bredehöft (Head of Legal Germany)
Allen & Overy (Düsseldorf): Tobias Neufeld; Associate: Dr. Patrick Flockenhaus (beide Arbeitsrecht)
Berater Ericsson
Inhouse Recht (Düsseldorf): Tilmann Zwanzig (Human Resources Generalist), Hans-Werner Altermann (Senior Legal Counsel)
Kliemt & Vollstädt (Düsseldorf): Dr. Markus Bohnau, Dr. Markus Janko; Associates: Dr. Thomas Gerdom, Martin Eisenbeis, Dr. Jan Heuer (alle Arbeitsrecht)
Berater Betriebsrat von Ericsson Services
Wohlfarth Dr. Gutmann Pitterle Zeller (Stuttgart): Hans-Dieter Wohlfarth
Berater Betriebsrat von Ericsson Technology
Seebacher Fleischmann Müller (München): Krikor Seebacher
Hintergrund: Alle Berater sind aus dem Markt bekannt.
Nach JUVE-Informationen waren neben den genannten Inhousejuristen auch Frank Augustin, Senior Commercial Contract Manager bei Ericsson, sowie Peter Bohrmann aus der Personalabteilung von Huawei, in die Verhandlungen zum Betriebsübergang eingebunden.
Allen & Overy ist soweit bekannt auf internationaler Ebene regelmäßig für Huawei tätig. Arbeitsrechtler Neufeld war beispielsweise im letzten Jahr auch eingebunden, als der chinesische Konzern Lei Shing Hong (LSH) das ostdeutsche Verkaufsfilialnetz von Daimler übernahm.
Kliemt & Vollstädt-Partner Bohnau begleitet Ericsson schon länger in arbeitsrechtlichen Fragen. Die Kanzlei war auch an der Seite des Mobilfunkanbieters E-Plus, als jener Restrukturierungsrunden durchlaufen musste.
Bei Ericsson Technology verliefen die Gespräche mit dem Gesamtbetriebsrat über einen Interessenausgleich und Sozialplan nach JUVE-Informationen so schwierig, dass schließlich ein Einigungsstellenverfahren eingeleitet wurde. Vorsitzender des Schlichtungsprozesses war Horst-Dieter Krasshöfer, Richter am Bundesarbeitsgericht.
Vodafone war in die arbeitsrechtlichen Verhandlungen rund um den Dienstleisterwechsel wohl nicht unmittelbar eingebunden. Beim Telekommunkationsunternehmen selbst stehen hierzulande auch Veränderungen an: Rund 1.200 Mitarbeiter sollen nach Angaben der ‚Rheinischen Post‘ ihren Arbeitsplatz von Ratingen in die Konzernzentrale nach Düsseldorf verlagern. Inwieweit auch juristische Mitarbeiter davon betroffen sind, ist noch nicht bekannt.