Die WEB Windenergie AG hat als erstes Windenergie-Unternehmen eine Hybrid-Schuldverschreibung in Österreich emittiert. Daneben begab der Projektierer und Betreiber von Kraftwerken auf Basis erneuerbarer Energien eine weitere konventionelle Anleihe mit einer Laufzeit von fünf Jahren.
Die Verzinsung der Hybridanleihe beträgt 6,5 Prozent. Aufgrund der eingeschränkten Rechte der Anleihegläubiger, die sich aus dem Fehlen eines Fälligkeitsdatums, dem Recht der Emittentin zum Aufschub von Zinszahlungen und der Nachrangigkeit ergeben, kann WEB die Verbindlichkeiten aus dieser Anleihe als Eigenkapital ausweisen.
Die konventionelle Anleihe ist mit 3,5 Prozent verzinst, die Zeichnungsfrist läuft bis zum 26. September. Das Emissionsvolumen liegt bei 10 Millionen Euro, eine Aufstockung um bis zu 5 Millionen Euro ist möglich.
WEB ist eine Publikumsgesellschaft mit Sitz in Pfaffenschlag. Ihre nicht-börsenotierten Aktien werden mit Hilfe einer Onlineplattform gehandelt. Aktuell sind rund 3.600 Personen an der WEB beteiligt. 2010 hatte WEB die erste Windkraftanleihe Österreichs begeben.
Das Unternehmen erwirtschaftete 2013 einen Umsatz von rund 48 Millionen Euro.
Berater WEB Windenergie
Fellner Wratzfeld & Partner (Wien): Christian Thaler (Kapitalmarktrecht) – als Transaktionscounsel
Inhouse (Pfaffenschlag): Stefanie Markut (Leiterin der Rechtsabteilung)
Hintergrund: Weil die Aktien über eine Internetplattform gehandelt werden, waren keine Banken involviert.
Thaler beriet WEB bereits bei zwei vorangegangenen Unternehmensanleihen 2010 und 2011 sowie einer Kapitalerhöhung. Er war damals noch bei Brandl & Talos tätig. Im Mai 2012 schloss sich Thaler FWP an, die zuvor nicht über ausgewiesene Kapitalmarktexpertise verfügte.
WEB pflegt zudem eine langjährige Mandatsbeziehung zu Sattler & Schanda, Namenspartner Dr. Reinhard Schanda ist Mitglied im WEB-Aufsichtsrat. Die Kanzlei berät vor allem zu energierechtlichen und regulatorischen Fragen.
Für Thaler war es die erste Hybridanleihe, bei der er beriet. Dieses kapitalmarktrechtliche Instrument kommt in Österreich vergleichsweise selten zum Einsatz. Bekannt ist etwa, dass 2013 Egger Holzwerkstoffe und die Constantia Flexibles Group jeweils Hybridanleihen begaben. Beteiligte Kanzleien war hier Freshfields Bruckhaus Deringer und Dorda Brugger Jordis.