Zulieferer-Industrie

Schaeffler geht mit Linklaters auf Einkaufstour

Schaeffler will mit der Ewellix-Gruppe einen Antriebshersteller kaufen und damit seine Industriesparte ausbauen. Der Auto- und Industriezulieferer zahlt rund 582 Millionen Euro für das schwedische Unternehmen aus dem Portfolio von Triton. Sofern die Behörden zustimmen, soll der Kauf zum Jahresende vollzogen sein, heißt es.

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Der genannte Transaktionspreis schließe die von Schaeffler zu übernehmende Nettoverschuldung von Ewellix in Höhe von rund 120 Millionen Euro nicht ein, teilte das fränkische Familienunternehmen mit. 

Ewellix, mit Sitz im schwedischen Göteborg, gehörte früher zur börsennotierten SKF-Gruppe und beschäftigt etwa 1.200 Mitarbeitende. Die Antriebsprodukte kommen bislang unter anderem in der Medizintechnik und Robotik  zum Einsatz. Das Unternehmen, das seit Dezember 2018 zum Fonds Triton V gehört, rechnet für dieses Jahr mit einem Umsatz von mehr als 250 Millionen Euro. 

Die Akquisition trage dazu bei, Schaefflers Geschäft als globaler Automobil- und Industriezulieferer weiter zu diversifizieren, heißt es. Die Schaeffler-Holding IHO hatte jüngst auch 1,6 Millionen Aktien des Antriebsherstellers Vitesco erworben und somit ihre direkte Beteiligung an dem Börsenneuling auf 49,99 Prozent aufgestockt. Insgesamt verbuchte die Schaeffler-Gruppe im vergangenen Jahr einen Umsatz von knapp 14 Milliarden Euro. Mit ihren rund 83.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zählt sie zu den größten deutschen Familienunternehmen.

Stephan Oppenhoff

Berater Schaeffler
Inhouse Recht (Herzogenaurach): Dr. Jan Wittenberg (Group General Counsel), Dr. Christopher Köth (Legal Counsel M&A, Corporate & Finance), Dr. Ulrich Keil (General Counsel Commercial & Technology), Dr. Achim Gronemeyer (Kartellrecht)
Linklaters (Frankfurt): Stephan Oppenhoff, Dr. Marco Carbonare (beide Federführung; beide Corporate/M&A), Dr. Carsten Grave (Kartell- und Außenwirtschaftsrecht; Düsseldorf), Dr. René Döring (Arbeitsrecht), Elisabet Lundgren (Stockholm), Peter McCabe (London; beide Corporate), Dr. Markus Appel (Umwelt- und Planungsrecht; Berlin), Dr. Kerstin Wilhelm (Dispute Resolution; München), Matthew Devey (Arbeitsrecht), Thilo Zimmermann (Federführung; Gesellschaftsrecht/M&A), Atif Bhatti (IP/Konfliktlösung), Sinziana Ianc (Kartell- und Außenwirtschaftsrecht; Düsseldorf), Sebastian Meyn (Umwelt- und Planungsrecht; Berlin), Rohan Dey (London), Alexander Krieg, Dr. Kevin Eisenschmidt, Richard Heinrichs, Rachel Chong (Schanghai; alle Corporate/M&A), Ann-Katrin Pfeifer (Arbeitsrecht), Laura Pinilla (Kartell- und Außenwirtschaftsrecht; Madrid), Thomas Kienle, Lena Mischau (beide Telekommunikation/Datenschutz)
Lenz & Staehelin (Zürich): Tino Gaberthüel; Associates: Xavier Grivel (beide Corporate/M&A), Anja Affolter Marino, Elena Furlanetto (beide Arbeitsrecht/Pensionen), Céline Stähelin (Immobilienrecht)

Berater Triton
Kirkland & Ellis (London): Roger Johnson, Aneeq Durrani (beide Corporate/M&A), Dan Borg, Ambarish Dash (beide Finanzrecht), Tim Lowe (Steuerrecht), Sally Evans, Philipp Gnatzy (beide Kartellrecht), John Patten (IP/IT); Associates: Sam Salt, Nick Appleton, Jonas Goransson, George Rawlinson, Christina Albath, Zinan Chen, James Walker (alle Corporate/M&A), Natasha Ahmed (Finanzrecht), Rohit Pisal (Steuerrecht),  Valentyna Hvozd (Kartellrecht), Colin Russell, Alex Zapalowski (beide IP/IT), Ed Malcolm (Konfliktlösung)

Hintergrund: Linklaters kam hier für den Ewellix-Ankauf zum Zug, nachdem sie sich in einem Pitch um das Mandat beworben hatte. Die Federführung teilten sich die Frankfurter Partner Oppenhoff und Carbonare sowie Counsel Zimmermann, um die grenzüberschreitende Transaktion in einem engen Zeitfenster auszuhandeln. Mit Tritons Beraterteam verhandelten sie laut Marktangaben einen Vertrag nach englischem Recht. 

Steuerliche Aspekte übernahm  JUVE-Informationen zufolge Schaeffler selbst, mit Unterstützung von EY. 

Die Schweizer Großkanzlei Lenz & Staehelin beriet das deutsche Unternehmen Continental zu kartellrechtlichen Themen, als dieses 2008 von der Schaeffler-Gruppe mehrheitlich übernommen wurde. Nun kam ein Team um den Transaktionsparnter Gaberthüel für die Schaeffler-Gruppe selbst zum Zug. Die Mandatsbeziehung kam schon vor der Transaktion zustande. 

Auf Verkäuferseite steht ein britisches Team von Kirkland & Ellis. Die US-Kanzlei war schon vorher von Triton-Fonds mandatiert worden, beispielsweise 2021, als Triton die Polygon-Gruppe mit 5.500 Mitarbeitenden in 16 Ländern veräußerte.

Schaeffler setzt regelmäßig auf verschiedene Berater

Außerhalb dieses konkreten Deals gilt Schaeffler unter anderem als wiederkehrende Mandantin von Gleiss Lutz und Sullivan & Cromwell. Mithilfe eines Gleiss-Teams verhandelte sie zuletzt etwa mit Symbio über die Gründung eines Joint Ventures zur Wasserstoffmobilität, sie kaufte den Robotik-Zulieferer Melior Motion und verkaufte ihr weltweites Geschäft mit Kettenbetriebssystemen an den Münchner Investmentfonds Lenbach Equity Opportunities (LEO II Fonds).

Ein Sullivan-Team wiederum beriet die Schaeffler-Holding zum Carve-out der Vitesco-Geschäfte aus dem Continental-Konzern und zu den umfangreichen Börsenvorbereitungen dort. 

Doch auch Magic-Circle-Kanzleien waren in der Vergangenheit an der Seite von Schaeffler zu sehen: Mit Allen & Overy bespricht die Mandantin etwa regelmäßig Finanzierungsfragen und gab 2020 ihr Debüt im grünen Schuldscheinmarkt – zur Investorendiversifizierung hieß es damals. Clifford Chance wiederum half etwa bei der regulierungsrechtlichen Prüfung der eigens entwickelten IoT-Lösung Optime in rund 50 Jurisdiktionen. (mit Material von dpa)

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