Frischer Wind

Siemens Energy will Gamesa mit Freshfields an sich ziehen

Siemens Energy hat ein öffentliches Kaufangebot angekündigt: Der Energiekonzern will den außenstehenden Aktionären der spanischen Siemens Gamesa Renewable ihre Anteile abkaufen. Ziel ist ein Delisting und die vollständige Einbindung von Siemens Gamesa in den Konzern.

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Für den Windpark Veja Mate ist ein Betriebszeitraum von 25 Jahren vorgesehen.

Siemens Energy hält bereits etwa 67 Prozent der Aktien an Siemens Gamesa. Der angekündigte Angebotspreis beträgt 18,05 Euro pro Aktie und bewertet damit Siemens Gamesa mit etwa 12,3 Milliarden Euro. Das Transaktionsvolumen beträgt somit rund 4,2 Milliarden Euro.

Christoph Seibt

Siemens Energy, eine Abspaltung von Siemens, ist seit 2020 börsennotiert und im MDax gelistet. Das Unternehmen bietet Produkte für die Energieerzeugung und -übertragung an.

Siemens Gamesa ist ebenfalls börsennotiert und wird im spanischen Index Ibex 35 gelistet. Geschäftlicher Fokus des spanischen Unternehmens sind Windkraftanlagen und damit verbundene Dienstleistungen. Es kämpft derzeit mit Problemen im Onshore-Geschäft, deren Behebung der Mutterkonzern unterstützen möchte.

Mehrstufige Transaktion über die Börse

Die Transaktion wird voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2022 vollzogen. Für die Finanzierung des Kaufangebots bestehen verbindliche Zusagen der Bank of America und von JPMorgan. Dieser Brückenkredit soll bald refinanziert werden.

Als Finanzberater für Siemens Energy war nach Auskunft Beteiligter die New Yorker Investmentbank Perella Weinberg Partners einbezogen.

Wird das Angebot von den Aktionären in vollem Umfang wahrgenommen, will Siemens Energy bis zu 2,5 Milliarden Euro mit Eigenkapital oder eigenkapitalähnlichen Instrumenten finanzieren. Die verbleibende Summe würde über Fremdkapital und vorhandene Barmittel finanziert, teilte das Münchner Unternehmen mit.

Anton Steiger

Berater Siemens Energy
Freshfields Bruckhaus Deringer (Hamburg): Prof. Dr. Christoph Seibt (Federführung), Armando Albarran (Madrid), Dr. Simon Schwarz-Lindenberg (alle M&A), Dr. Mario Huether, Dr. Christoph Gleske (beide Frankfurt), Ana López (alle Finanzrecht; Madrid), Dr. Philipp Redeker (Frankfurt), Silvia Paternain (Madrid; beide Steuerrecht), Dr. Frank Montag (Kartellrecht; Brüssel), Cristina Esteve (Madrid), Alexander Pospisil (beide Finanzrecht), Dr. Peter Stark (beide Frankfurt), María Mera (Madrid; beide Steuerrecht); Associates: Dr. Karsten Krumm, Dr. Maximilian Berenbrok, Asís Martín de Cabiedes, Ignacio Baena (beide Madrid; alle M&A), Dr. Nikolaus Bunting, Dr. Lucas Lengersdorf (beide Frankfurt), Álvaro Galobart (Madrid; alle Finanzrecht), Björn Junior (Düsseldorf), Sebastian Jung (Frankfurt), Carmen Delgado (Madrid; alle Steuerrecht), Karla Halonen (Kartellrecht; Brüssel)
Inhouse Recht (München): Anton Steiger (Group General Counsel), Dr. Christian Zentner (Leiter M&A), Dr. Elke Wachenfeld-Teschner (Leiterin Kapitalmarkt), Jörn Eickhoff (Leiter Kartellrecht), Dr. Antonia Maier (Gesellschaftsrecht Aufsichtsrat), Dr. Moritz Maier (Gesellschaftsrecht), Andreas Kirchner (Finanzrecht)

Berater Siemens Gamesa
Allen & Overy (Madrid): Teresa Mendez (M&A) – aus dem Markt bekannt

Bettina Steinhauer

Berater Banken
Clifford Chance (Frankfurt): Dr. Bettina Steinhauer, Epifanio Pérez (Madrid), Christoph Nensa; Associates: Peter Gierl, Ignacio Magariños (Madrid; alle Bank- und Finanzrecht) – aus dem Markt bekannt

Berater Perella Weinberg Partners
Gleiss Lutz (Stuttgart): Dr. Jochen Tyrolt, Dr. Christian Cascante (Frankfurt; beide Federführung); Associate: Oliver Wolf (alle Corporate/M&A)

Notariat
3n Berlin (Berlin): Carlos Katins – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Freshfields berät Siemens Energy zu der Transaktion nach deutschem und spanischem Recht, zudem bei der Finanzierung und zu den steuerrechtlichen sowie regulatorischen Aspekten. Das Mandat begann also früh bei der Entwicklung der Strategie und läuft bis in die geplante Refinanzierung hinein.

Schon bei der Abspaltung von Siemens Energy aus dem Konzern vor zwei Jahren hatte Freshfields die neue Tochter Siemens Energy beraten, Hengeler Mueller den im Dax notierten Mutterkonzern. Insofern war für den Markt die Frage spannend, wer von beiden das aktuelle Mandat übernimmt. Beim Verkauf der Ampeltochter beriet Hengeler im Winter wiederum den Mutterkonzern.

Die Windkraftfirma Siemens Gamesa ist bereits weitgehend wie ein Tochterunternehmen aufgestellt. Dennoch gibt es auch hier einige unabhängige Interessen. Die dortigen Führungskräfte berät Allen & Overy zu dem Übernahmeangebot.

Grenzüberschreitende Finanzierungen

Clifford kennt Siemens‘ Finanzen seit Jahren gut. Die Kanzlei hat den Konzern in der Vergangenheit schon bei der Trennung von Teilgeschäften beraten und zur Strukturierung von Anleihen. Auch das Büro in Madrid war bereits in die Carve-out-Arbeit eingebunden.

Als Siemens Gamesa 2019 den deutschen Windanlagenbauer Senvion kaufte, beriet ein Team von Freshfields die Käuferin, eines von Clifford die Banken, zu denen unter anderen JPMorgan Chase zählte.

Steinhauers Team hat zudem konkret mit öffentlichen Übernahmen in Spanien Erfahrung: Es beriet JPMorgan schon 2018 bei der Finanzierung der Übernahme des spanischen Autobahnbetreibers Abertis durch ein Konsortium um Hochtief. Einige Anwälte aus dem aktuellen Freshfields-Team wiederum waren damals für Hochtief aktiv.

Apropos Hochtief: Damals beriet ein Team um den transaktionserfahrenen Gleiss-Partner die Verkäuferin Atlantia. Bei der aktuellen Finanzierung  trafen die Anwälte erneut in einer internationalen Großfinanzierung auf vertraute Parteien, mit denen das Zusammenspiel bereits erfolgreich war.

Das Rechtsteam von Siemens Energy wird von Steiger als Group General Counsel geführt, der vor der Abspaltung der Energieeinheit schon große Akquisitionen und Carve-out-Transaktionen aus dem Haupthaus heraus steuerte. Katins, der seine Kanzlei vor zwei Jahren als Spin-off von Flick Gocke Schaumburg gegründet hatte, beurkundete nach Angaben Beteiligter die Gremienbeschlüsse der Siemens Energy.

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