Smartphone-Banking

N26 sammelt mit Osborne Clarke und Inhouse-Beratung 780 Millionen Euro ein

Die Berliner Smartphone-Bank N26 hat bei Investoren mehr als 900 Millionen Dollar (780 Millionen Euro) eingesammelt und ist dadurch zum wertvollsten FinTech in Deutschland aufgestiegen. Die Finanzierungsrunde wird von den Investoren Third Point Ventures und Coatue Management angeführt. Zusätzlich beteiligen sich die Dragoneer Investment Group und bestehende Investoren. 

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Die Bewertung des Start-ups betrage nun über neun Milliarden Dollar, teilte das Unternehmen mit. N26 ist nach der fünften Finanzierungsrunde jetzt das zweitwertvollste deutsche Start-up hinter Spitzenreiter Celonis. Zu den Investoren, die bislang an N26 beteiligt waren, gehören unter anderem der Versicherungskonzern Allianz, der Staatsfonds GIC aus Singapur, der chinesische Internetriese Tencent, Earlybird und der US-Investor Peter Thiel.

Nicolas Gabrysch

Mit den neuen Investoren mache das Unternehmen einen wichtigen Schritt in Richtung Börsengang in den kommenden Jahren, so Firmenmitbegründer Valentin Stalf. Zudem will N26 weiter expandieren und fokussiert sich dabei auf Kontinentaleuropa. So sollen beispielsweise Kunden in Polen und Rumänien gewonnen werden. Geplant ist auch ein kleinerer Testlauf in Brasilien. N26 wird mit den Mitteln aber auch das Angebot in der digitalen Banking-App weiter ausbauen und die globalen Teams vergrößern.

Indessen setzt eine für die nahe Zukunft angekündigte Anordnung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) dem Wachstum der Smartphone-Bank Grenzen: Stalf zufolge muss sie sich über die nächsten Monate in Europa auf „maximal 50.000 bis 70.000 Neukunden pro Monat“ beschränken. Ende September war bekannt geworden, dass N26 eine Geldbuße von 4,25 Millionen Euro an die BaFin gezahlt hat, weil Geldwäscheverdachtsmeldungen verspätet bei der Bankenaufsicht eingereicht worden waren.

Berater N26
Osborne Clarke: Nicolas Gabrysch (Köln), Till-Manuel Saur (Berlin; beide Federführung; beide Corporate/Venture Capital), Antje Günther (Finance; Köln), Philip Meichssner, Susanne Kühlthau, Natalie Merkle (alle Corporate), Olexiy Oleshchuk (alle München); Associates: Reinhard Bunjes (Köln; beide Finance), Philipp Niedermeyer (Berlin), Fabian Mimberg (Köln), Robert Marx (Berlin), Carina Harksen (alle Corporate/VC)
Inhouse Recht (Berlin): Anke Ulrich (General Counsel), Franz Hahn (Senior Legal Counsel), Jan Alpha (Legal Counsel) – aus dem Markt bekannt
Freshfields Bruckhaus Deringer (Frankfurt): Dr. Alexander Glos, Dr. Markus Benzing, Holger Hartenfels (alle Regulierung)
White & Case (Frankfurt): Sebastian Pitz; Associate: Heinrich Nemeczek (beide Regulierung)

Ulrich Korth

Berater Third Point
Morgan Lewis & Bockius (Frankfurt): Dr. Ulrich Korth, Scott Karchmer (San Francisco; beide Federführung; beide Corporate/M&A), Dr. Torsten Schwarze (Finance), Dr. Walter Ahrens (Arbeitsrecht), Dr. Joerg Siegels (Steuerrecht), Axel Spies (Datenschutz), Dr. Karsten Emmermann (Finance); Associates: Christian Leeder, Markus Kern (beide Corporate/M&A)
Allen & Overy (Frankfurt): Dr. Alexander Behrens (Bankaufsichtsrecht) – aus dem Markt bekannt

Berater Coatue Management
Orrick Herrington & Sutcliffe (Düsseldorf): Dr. Sven Greulich, John Bautista, Josh Pollick (beide Santa Monica; alle Federführung), Carsten Bernauer (alle Corporate/M&A), Dr. Timo Holzborn (Bank- und Finanzrecht; München), Christopher Sprado; Associates: Mark Rossbroich, Ilona Schütz, Johannes Rüberg, Onur Öztürk (alle Corporate/M&A)
Gleiss Lutz (Frankfurt): Dr. Timo Bühler (Bankaufsichtsrecht) – aus dem Markt bekannt
Inhouse Recht (New York): Zachary Feingold (Chief Legal Officer) – aus dem Markt bekannt

Sven Greulich

Berater Dragoneer Investment Group
Noerr: Dr. Sascha Leske (New York), Felix Blobel (Berlin; beide Federführung; beide Venture Capital/Corporate), Lukas Zöllner, Francesc Lloveras Calvo (beide Corporate; beide Berlin), Dr. Karl-Alexander Neumann, Arndt Alexander Schmidt (beide Bankaufsichtsrecht; beide Hamburg)

Berater Tencent
Hengeler Mueller (Berlin): Dr. Jens Wenzel; Associates: Dr. Alexander Orlowski, Dr. Nicolas Kutscher (alle Venture Capital/M&A), Dr. Gerrit Tönningsen (Regulierung; Frankfurt)

Berater Earlybird
Raue (Berlin): Prof. Dr. Andreas Nelle, Dr. Michael Gläsner; Associate: Fabian Massenberg (Corporate/M&A)

Notar
Taylor Wessing (Berlin): Dr. Sebastian Höfling – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Laut Marktinformationen spielten unter anderem wegen der bevorstehenden BaFin-Anordnung bei allen Beteiligten bankaufsichtsrechtliche Fragen eine wichtige Rolle.

N26 zog mit Osborne Clarke erneut ihre Stammberaterin hinzu, die sie bereits bei vergangenen Finanzierungsrunden beraten hat. Das Team um Gabrysch hatte bei den Verhandlungen und der Ausarbeitung des Vertrags die Federführung. Es teilte sich die Arbeit mit dem Inhouse-Team um die General Counsel Ulrich. Sie hatte im Juli 2020 die Leitung der N26-Rechtsabteilung von Dr. Robert Kilian übernommen, nachdem dieser sein eigenes Unternehmen gegründet und als of Counsel zu Osborne Clarke gewechselt war.

Sascha Leske

Regulatorische Themen ergaben sich bei dem Deal etwa durch die neue Rolle von N26 als Finanzholding, die unter anderem mit mehr Prüfrechten der BaFin einhergeht. Dafür holte die Smartphone-Bank sich Rat bei Freshfields, mit der sie bereits in der Vergangenheit zusammengearbeitet hat.

Auch White & Case stand N26 bei bankaufsichtsrechtlichen Themen zur Seite. Der Kontakt zu Partner Pitz und Associate Nemeczek stammt noch aus Zeiten, als diese bei Freshfields tätig waren. Pitz wechselte 2020 zu White & Case, Nemeczek ein Jahr später.

Die Mandatsbeziehung zwischen Coatue und Orrick geht auf das Büro der Kanzlei im Silicon Valley zurück, von wo aus sie den Investor regelmäßig berät. Das deutsche Team um Partner Greulich arbeitete bereits mehrfach für Coatue, etwa bei verschiedenen Finanzierungsrunden für die Start-ups Choco und Gorillas. Für bankaufsichtsrechtliche Fragen holten sie zudem Gleiss Lutz ins Boot.

Auch die Zusammenarbeit zwischen Morgan Lewis und Third Point ist in den USA bereits bewährt. Das deutsche Team um Corporate-Partner Korth war hingegen zum ersten Mal für den Investor tätig.

Noerr und der dritte Neuinvestor im Bunde, die Dragoneer Investment Group, arbeiteten zum ersten Mal zusammen. Die Beziehung geht auf die US-Kanzlei Gunderson Dettmer zurück, eine Partnerkanzlei von Noerr, die Dragoneer regelmäßig berät.

Die Altgesellschafter, die sich an der aktuellen Finanzierung beteiligten, blieben bei den Anwälten aus früheren Finanzierungsrunden. (Mit Material von dpa)

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