Unitymedia

Kartellrechtler an vorderster Front bei geplanter Milliardenfusion

Das britische Mobilfunkunternehmen Vodafone plant, den deutschen Kabelnetzanbieter Unitymedia zu übernehmen. Medienberichten zufolge soll Vodafone rund 16,5 Milliarden Euro für das Europageschäft von Liberty Global bieten, zu dem Unitymedia gehört. Die Übernahme wäre einer der größten europäischen Telekommunikations-Deals der vergangenen Jahre. Da Vodafone in Deutschland einer der marktführenden Kabelnetzbetreiber ist, bedarf es der Zustimmung der Kartellbehörden.

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Die Gerüchte um die Übernahme von Unitymedia durch Vodafone stehen bereits seit einiger Zeit im Raum. Nun heißt es, der Deal stehe kurz vor dem Abschluss. Dabei soll die Übernahme nicht nur Unitymedia, sondern weite Teile des Europageschäfts von Liberty Global erfassen. Die Übernahme wäre einer der größten europäischen Telekommunikations-Deals der vergangenen Jahre.

Liberty Global, internationaler Medienkonzern und Breitbandanbieter, hat Unitymedia 2010 für 3,5 Milliarden Euro übernommen. Ein Jahr später kaufte er unter strengen Auflagen der Kartellbehörden den drittgrößten deutschen Kabelnetzbetreiber KabelBW für 3,16 Milliarden Euro. Gegen die Genehmigung des Kartellamts waren die Konkurrenten Telekom und Netcologne seinerzeit erfolgreich gerichtlich vorgegangen. Später ging der KabelBW-Kauf nach einem Vergleich doch über die Bühne.

Bereits 2002 hatte das Unternehmen, damals noch als Liberty Media, versucht, sich im deutschen Kabelmarkt zu positionieren und das Kabelnetz der Deutschen Telekom zu kaufen. Die Übernahme scheiterte jedoch an einem Nein des Bundeskartellamts. Auch Vodafone ist auf Expansionskurs: 2014 stärkte sie ihre Position im deutschen Markt mit dem milliardenschweren Kauf des Netzbetreibers Kabel Deutschland, der seit einiger Zeit unter der Vodafone-Dachmarke des Mutterkonzerns firmiert. Mit der Übernahme von Unitymedia würde die britische Vodafone ihr Kabelnetzgeschäft in Deutschland deutlich ausbauen und zu einem bundesweiten Anbieter aufsteigen. Hauptkonkurrentin Telekom ist bereits in Alarmbereitschaft. Schon im Februar kommentierte Vorstandschef Tim Höttges, eine solche Fusion sei „nicht genehmigungsfähig“.

Hintergrund:  Alle Berater sind aus dem Markt bekannt.

Wie zu hören ist, fungiert Slaughter and May als Lead Counsel für Vodafone und hat auch schon in der Vergangenheit bei Großkäufen beraten, zuletzt in Indien. In den Niederlanden berieten sie bereits 2016 bei einem Joint Venture mit Liberty. In beiden Fällen sind die Partner Turnill und Jeffs mit Corporateberatung und Fusionskontrolle beauftragt gewesen. 

Nach JUVE-Informationen soll Hengeler für den deutschrechtlichen Teil zuständig sein. Auch dort besteht die Mandatsbeziehung zur deutschen Vodafone-Gesellschaft schon länger. So war Hengeler kürzlich für den Telekommunikationsanbieter bei der Einigung nach jahrelangem Streit mit ARD und ZDF über Einspeiseentgelte ins Kabelnetz dabei. Und auch für die Vodafone-Tochter Kabel Deutschland war Hengeler in der Vergangenheit tätig, etwa 2013 bei der Übernahme der Mehrheitsanteile durch Vodafone.

International wird Liberty Global häufig von Freshfields beraten. Die Kanzlei ist auch bei Zukäufen in Deutschland schon mit deutschen Teams an den Start gegangen. Bekannt ist außerdem, dass Liberty regelmäßig auf hierzulande auf Latham zurück greift, wenn es um kartellrechtliche Fragen geht. Aufgrund der Größe der geplanten Fusion kann man davon ausgehen, dass die Kartellrechtler auf allen Seiten weine wichtige Rolle in den Beratungen spielen. CMS ist für die rechtliche Beratung für die osteuropäischen Assets mandatiert.

Wir haben den Artikel am 26.04.2018 aktualisiert und am 11.05.2018 um die beteiligten Anwälte ergänzt.

 

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