Die Transaktion umfasst eine Vorauszahlung von 300 Millionen Euro in bar sowie mögliche Zusatzzahlungen von bis zu 27 Millionen Euro, die an das Erreichen bestimmter Umsatzziele in den kommenden drei Jahren geknüpft sind. Zum Verkauf stehen etablierte Marken wie ACO, Biodermal, Emolium und Iwostin.
Perrigo verfolgt nach eigenen Angaben mit der Veräußerung seinen strategischen „Three-S“-Plan, der auf Stabilisierung, Straffung und Stärkung des Unternehmens abzielt. Der Fokus soll künftig auf den Kernkategorien im Bereich der rezeptfreien Gesundheitsprodukte liegen. Im Kalenderjahr 2024 erwirtschaftete die Dermakosmetik-Sparte einen Nettoumsatz von rund 125 Millionen Euro und trug etwa 5 Prozent zum bereinigten Betriebsergebnis bei.
Der Abschluss der Transaktion wird für das erste Quartal 2026 erwartet, vorbehaltlich üblicher Bedingungen wie behördlicher Genehmigungen und der Konsultation mit dem Betriebsrat.
Die Berater im Überblick
Berater KKR
Kirkland & Ellis (London): Alvaro Membrillera, Anna Van de Moortel (beide Corporate/M&A), Ian Barratt, Natasha Smith (beide Bank- und Finanzrecht), Brett Ackerman (Private Equity; Dallas); Associates: Bing Yi Lim (Corporate/M&A), Luca Misseroni (Bank- und Finanzrecht)
White & Case: Tomislav Vrabec (Frankfurt), Patrik Erblad (Stockholm; beide Private Equity), Dr. Philip Trillmich (IP; London); Associates: Alexander Sansotta (Frankfurt), Jonas Brandt (Stockholm; beide Private Equity) – aus dem Markt bekannt
Berater Perrigo
Latham & Watkins: Dr. Ingo Strauss (Düsseldorf), Christoph Engeler (Hamburg; beide Federführung), Eveline Van Keymeulen (Paris; alle Corporate/M&A), Dr. Susan Kempe-Müller (IP), Dr. Tobias Klaas (Steuerrecht), Dr. Max Hauser (Kartellrecht; Frankfurt), Dr. Jana Dammann de Chapto (Außenwirtschaftsrecht; Hamburg), Wolf-Tassilo Böhm (Datenschutzrecht; Frankfurt); Associates: Henrietta Ditzen (Düsseldorf), Dr. Sönke Bock (Frankfurt), Antanas Grimalauskas (Hamburg; alle Corporate/M&A), Johannes Huschka (IP; Frankfurt), Johannes Lieb (Steuerrecht; München), Judith Jacob (Kartellrecht), Pascal Sonntag (beide Frankfurt), Ioana Zarnoianu (Hamburg; beide Legal Analyst)
Hintergrund: Nomineller Lead Counsel aufseiten von KKR bei dieser komplexen internationalen Transaktion ist ein kleines sechsköpfiges britisch-amerikanisches Team von Kirkland & Ellis, geführt vom namhaften Londoner Corporate-Partner Alvaro Membrillera. Er wechselte 2023 von Paul Weiss Rifkind Wharton & Garrison zu Kirkland und berät die Investorin regelmäßig. KKR kam über ein kompetitives Verfahren zum Zukauf, so heißt es. Über weitere Bieter wurde vorerst nichts bekannt.
Nach JUVE-Informationen spielten aufseiten der Käuferin Berater von White & Case eine größere Rolle, gesteuert aus Frankfurt und Stockholm. Die Federführung auf deutscher Seite lag demzufolge bei Vrabec. White & Case hatte das schwedische Beteiligungshaus EQT im Frühjahr 2025 beim Verkauf von Karo Healthcare an KKR beraten. Karo, beheimatet in Stockholm, ist ein international tätiger und stark wachsender Anbieter von Gesundheitsprodukten, unter anderem zur Haut- und Fußpflege sowie von Vitaminen, Mineralien und Nahrungsergänzungsmitteln.
White & Case im Norden fest verankert
Das Closing der Transaktion steht soweit bekannt noch aus, es sollen noch regulatorische Fragen zu klären sein. In diesem Kontext könnte die temporäre Fortsetzung des Mandats von White & Case für das schwedische Unternehmen Sinn machen. Zum Portfolio von Karo passt das nun erworbene Dermakosmetik-Geschäft von Perrigo jedenfalls gut. Details zur rechtlichen Ausgestaltung der absehbaren Kooperation der beiden Markteilnehmer unter dem Dach von KKR bleiben jedoch vorerst offen. Vrabec ist in der Frankfurter Private-Equity-Praxis von White & Case regelmäßig mit Mandaten der Stockholmer Investorinnen EQT und Nordic Capital befasst.
Verkäuferseitig kam das Team von Latham & Watkins über eine Empfehlung in das Mandat. Neben Strauss, der derzeit gemeinsam mit Restrukturierer Frank Grell und Arbeitsrechtler Dr. Tobias Leder auch bei der Neuaufstellung von Ford Deutschland berät, war der Hamburger Healthcare- und Lifesciences-Partner Engeler federführend tätig. Sein Rat war in diesem Jahr auch gefragt, als der dänische Hörgeräte- und Technologiekonzern Demant mit Latham die deutsche Kind-Gruppe übernahm.