Nun wird der Verkaufsprozess neu strukturiert und von der Hypo-Bad-Bank Heta Resolution an die Fimbag, die Finanzmarktbeteiligung Aktiengesellschaft des Bundes, übertragen. Sie ist für die Verwaltung der Staatsanteile und der Kapitalhilfen für Banken zuständig.
Presseberichten zufolge will das Konsortium Advent/EBRD sein Angebot weiterhin aufrechterhalten. Ursprünglich hatte es noch weitere Interessenten an den Balkanbanken oder Teilen davon gegeben – sie könnten sich auch bei einem neu aufgesetzten Verkaufsprozess wieder beteiligen: eine bulgarisch-russische Investorengruppe, angeführt von der bulgarischen VIA Group und unterstützt von der russischen Bank VTB, sowie die Expobank des russischen Geschäftsmanns Igor Kim. Er hatte kürzlich die tschechische Tochter der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) übernommen. Zuletzt hatte überdies der Staatskonzern China Energy Reserve & Chemicals Interesse bekundet.
Das SEE-Bankennetzwerk der Hypo Alpe-Adria-Gruppe umfasst sechs Bankenbeteiligungen in Slowenien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Serbien sowie Montenegro mit einer Bilanzsumme von rund 8,4 Milliarden Euro, 245 Filialen und 1,15 Milliarden Kunden. Presseberichten zufolge soll der Kaufpreis im dreistelligen Millionenbereich und deutlich über dem Buchwert der Banken liegen. Letzterer soll demnach zum Halbjahresstichtag 2014 nach weiteren Abschreibungen bei rund 89 Millionen Euro gelegen haben.
Im Oktober hatte die Bank die Voraussetzungen für den Deal geschaffen, als sie ihr SEE-Bankennetzwerk ausgegliedert und auf die Hypo SEE Holding AG als neuen Rechtsträger übertragen hatte. Zudem hatte die Hauptversammlung der Bank entschieden, die verbleibende Hypo Alpe-Adria International in eine Abbaubank umzuwandeln, die unter Heta Asset Resolution firmieren soll.
Berater Advent/EBRD
Wolf Theiss (Wien): – aus dem Markt bekannt
Berater Hypo Alpe-Adria
Schönherr (Wien): Dr. Sascha Hödl (Federführung), Dr. Roman Perner (beide Corporate/M&A), Dr. Peter Feyl (Bank- und Kapitalmarkrecht), Dr. Robert Bachner; Associate: Dr. Thomas Kulnigg (beide Corporate/M&A)
Berater bulgarisch-russisches Konsortium
Grama Schwaighofer Vondrak (Wien): Dr. Bernd Grama (Federführung), Dr. Wolfgang Freund; Associates: Dr. Georg Zacherl (beide Gesellschafts-, Vertragsrecht), Monika Schwaighofer (Arbeitsrecht), Dr. Maximilian Waldstein-Wartenberg, Johannes Kim (beide Due Diligence; beide Rechtsanwaltsanwärter)
Hogan Lovells (Frankfurt): Dr. Tim Brandi
Karanovic & Nikolic (Belgrad): Darko Jovanovic; Associate: Katarina Guduric (beide Bank- und Finanzrecht)
Berater Expobank
Dentons (Moskau): Alexei Knyazhev; Associate: Vladislav Bromberg
Binder Grösswang (Wien): Dr. Andreas Hable – aus dem Markt bekannt
BDK (Belgrad/Banja Luka): Keine Nennungen
Berater China Energy Reserve & Chemicals Group: Nicht bekannt
Hintergrund: GSV kam über eine Empfehlung ins Mandat. Es dürfte vom Volumen her die größte Causa sein, die die Kanzlei bisher beraten hat. Sie hatte durch die Zugänge der langjährigen DLA Piper-Partner Wolfgang Lafite und Dr. Wolfgang Freund 2013 sichtbar an bank- und finanzrechtlicher Erfahrung gewonnen. Dass daneben mit Dr. Tim Brandi ein deutscher Hogan Lovells-Partner mit von der Partie war, überrascht auf den ersten Blick. Jedoch arbeiten beide Kanzleien regelmäßig zusammen. Brandi brachte hier vor allem sein tiefgehendes Wissen aus der Beratung der WestLB 2010 bei der Auslagerung von riskanten Wertpapieren und bilanziellem Ballast in die erste deutsche ,Bad Bank‘ ein.
Dentons und die Expobank verbindet eine langjährige Mandatsbeziehung. Die Kanzlei beriet die Bank bei einer ganzen Reihe von M&A-Deals in Russland ,aber auch außerhalb, so etwa zuletzt beim Erwerb des Tschechiengeschäfts der LBBW.
Im Aufsichtsrat der Fimbag sitzen auch zwei renommierte Wiener Juristen: Dr. Alexander Russ, Bank- und Finanzrechtspartner von Doralt Seist Csoklich, und Prof. DDr. Hellwig Torggler, Namenspartner der auf Corporate- und Konfliktlösung spezialisierten Boutique Torggler.