Wäsche-Deal

Wolford geht mit CHSH, Weber und Kuhn an Fosun

Das Bieterrennen um den angeschlagenen Textilhersteller Wolford ist entschieden: Fosun übernimmt knapp 51 Prozent der Aktien zu einem Gesamtpreis von rund 32,6 Millionen Euro von den Eigentümerfamilien Wilhelm und Palmers. Der chinesische Finanzinvestor stößt damit weiter in die Textilbranche vor.

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Clemens Hasenauer
Clemens Hasenauer

Die Hauptaktionärsgruppe, bestehend aus WMP Familien-Privatstiftung, Sesam Privatstiftung und M. Erthal & Co. Beteiligungsgesellschaft, war schon seit längerer Zeit auf der Suche nach neuen Investoren für Wolford. Rund 50 Investoren hatten zunächst Interesse bekundet, mit Fosun bekam die größte private Unternehmensgruppe Chinas den Zuschlag. Der Kaufpreis je Aktie beträgt 12,80 Euro.

Die Börse reagierte positiv auf den Kauf, der Kurs der Aktie schnellte nach oben. Den restlichen Aktionären will der Investor ein Übernahmeangebot zu 13,67 Euro je Aktie unterbreiten. Aktuell befinden sich rund 30 Prozent der Aktien in Streubesitz. Zudem will der neue Eigentümer die finanzielle Lage des Unternehmens über eine Kapitalerhöhung von 22 Millionen Euro aus eigenen Mitteln verbessern. Im Rahmen einer Hauptversammlung im Mai soll die Zustimmung dafür eingeholt werden.

Fosun ist das größte private Firmenkonglomerat Chinas und wird an der Hongkonger Börse gehandelt. Zum Portfolio des Schanghaier Unternehmens zählen der Tourismuskonzern Club Med, der portugiesische Versicherer Fidelidade und der Cirque du Soleil. In Deutschland hat Fosun unter anderem die Frankfurter Privatbank Hauck & Aufhäuser übernommen und hält eine Beteiligung am Modelabel Tom Tailor. Zuletzt hatte der Konzern das französische Luxusmodehaus Lanvin übernommen.

Stefan Weber
Stefan Weber

Berater Fosun
CHSH Cerha Hempel Spiegelfeld Hlawati (Wien): Dr. Clemens Hasenauer, Dr. Harald Stingl (beide Federführung; beide Corporate/M&A), Dr. Volker Glas (Kapitalmarktrecht), Mark Krenn (Immobilienrecht), Dr. Michael Mayer (Kartellrecht); Associates: Lorenz Pracht (Corporate/M&A), Dr. Katharina Majchrzak (IP), Christopher Peitsch (Arbeitsrecht), Dr. Alexander Reich-Rohrwig, Benedikt Svoboda, Ferdinand Guggenmos (alle Rechtsanwaltsanwärter; alle Corporate/M&A)
Paul Hastings (Frankfurt): Dr. Christopher Wolff (Kartell-/Fusionskontrollrecht)

Berater Wolford
Weber Rechtsanwälte (Wien): Prof. Dr. Stefan Weber (Federführung), Christoph Moser (beide Kapitalmarktrecht)
Inhouse Recht (Bregenz): Dr. Markus Müller (Leiter Recht) – aus dem Markt bekannt

Berater Gesellschafter WMP Familien-Privatstiftung, Sesam Privatstiftung und M. Erthal & Co
Kuhn Rechtsanwälte (Wien): Dr. Christian Kuhn (Federführung), Dr. Johannes Kuhn; Associates: Johannes Well (Rechtsanwaltsanwärter; alle Corporate/M&A)

Christian Kuhn
Christian Kuhn

Berater OpCapita
Schindler (Wien): Dr. Clemens Schindler (Federführung; Corporate/M&A), Martin Abram (Kapitalmarktrecht), Florian Cvak (Bank- und Finanzrecht), Barbara Klinger (Arbeitsrecht), Dr. Julia Kusznier (IP/IT), Dr. Lars Gläser (Steuerrecht), Dr. Martin Picherer (Corporate/M&A); Associates: Katharina Schindler, Martin Lanner (alle Corporate/M&A; letzterer Rechtsanwaltsanwärter)

Berater Banken
Jank Weiler Operenyi (Wien): Dr. Andreas Jank; Associates: Sarah Koller, Andreas Bonelli (beide Rechtsanwaltsanwärter, alle Bank- und Finanzrecht)

Hintergrund:  Die beiden federführenden CHSH-Partner Hasenauer und Stingl kamen über eine Empfehlung durch das Frankfurter Büro von Paul Hastings ins Mandat. Paul Hastings wiederum war über ihren Schanghaier Standort von Fosun angesprochen worden. CHSH beriet den chinesischen Investor bei seinem Einstieg in Österreich erstmals. Mit chinesischen Mandanten hat das Team jedoch bereits Erfahrung, unter anderem stand es Wolong im Jahr 2015 beim Kauf der ATB Antriebstechnik zur Seite.

Die Kanzlei Weber beriet Wolford erstmals, sie war über eine Empfehlung ins Mandat gekommen.

Jank, Namenspartner der mit Deloitte Legal kooperierenden Kanzlei Jank Weiler Operenyi, wurde von einer der finanzierenden Banken angesprochen, die er zuvor schon einmal in Finanzierungsdingen beraten hatte.

Die Kanzlei Schindler beriet den bietenden Londoner Investor OpCapita, der jedoch letztendlich nicht zum Zuge kam.

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