Wien

CHSH und Baker begleiten AT&S bei neuartiger Kapitalzufuhr

Der börsennotierte Leiterplattenhersteller Austria Technologie & Systemtechnik (AT&S ) hat gestern seine jüngsten Kapitalmaßnahmen abgeschlossen. Das Unternehmen nahm dabei rund 101 Millionen Euro durch eine Kapitalerhöhung in zwei getrennten Tranchen ein – ein Novum in Österreich.

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Philipp Spatz
Philipp Spatz

Die Transaktion war unterteilt in ein öffentliches Bezugsangebot sowie ein sogenanntes privates Pre-Placement bei institutionellen Investoren in Österreich und im Ausland unter Berufung auf die US-Vorschrift Regulation S. Dadurch konnten einerseits die im Rahmen des Pre-Placements verkauften Aktien den Investoren zeitnah geliefert werden und gleichzeitig die Höhe des restlichen Angebotsvolumens bis zum Ende der Bezugsfrist flexibel gehalten werden. Dies hatte in Österreich so bislang noch kein Unternehmen gemacht.

Über die Privatplatzierung ist auch Intel, der führende US-Hersteller von Mikroprozessoren, bei AT&S eingestiegen. Über seine US-Tochter Intel Capital beteiligte er sich mit rund fünf Millionen Euro bei den Österreichern.

Dagegen haben die Hauptaktionäre von AT&S, die Privatstiftungen Androsch und Dörflinger, auf Bezugsrechte im Rahmen der Privatplatzierung verzichtet. Jedoch verpflichteten sie sich, im Bezugsangebot Angebotsaktien im Gegenwert von 5 bzw. 15 Millionen zu beziehen. Als Emissionsbanken agierten die Erste Group, Joh. Berenberg sowie Gossler & Co.

Berater AT&S
CHSH Cerha Hempel Spiegelfeld Hlawati (Wien): Dr. Clemens Hasenauer (Gesellschaftsrecht), Dr. Volker Glas (Kapitalmarktrecht); Associates: Christian Aichinger, Gernot Wilfling (beide Kapitalmarktrecht), Dr. Matthias Pusch (Gesellschaftsrecht)

Berater Banken
Baker & McKenzie (Wien): Dr. Philipp Spatz (Federführung; Kapitalmarktrecht), Dr. Eva-Maria Ségur-Cabanac, Mark Devlin (Frankfurt; beide US-Recht), Dr. Christoph Wolf, Dr. Manuel Lorenz (beide Bankrecht; Frankfurt), Tilman Wink (Frankfurt); Associates: Christoph Moser (Kapitalmarktrecht), Stefan Arnold (Rechtsanwaltsanwärter)

Berater Intel Capital
Herbst Kinsky (Wien): Dr. Philipp Kinsky (Gesellschaftsrecht); Associate: David Pachernegg (Kapitalmarktrecht; Rechtsanwaltsanwärter)
Gibson Dunn (Orange County): James Moloney (Bankrecht)

Hintergrund: AT&S vertraute bei der zwar nur mittelgroßen, aber dafür rechtlich komplexen Transaktion auf seine Stammberaterin. CHSH betreut den Leiterplattenhersteller seit vielen Jahren umfassend, Clemens Hasenauer begleitet als Vertrauensanwalt regelmäßig die Hauptversammlungen.

Auch Bankenberater Spatz kannte sein Gegenüber sehr genau. Er war 2009 vom führenden Kapitalmarktteam von CHSH zu Baker gewechselt, um dort eine eigene Praxis aufzubauen (mehr…). Deren Kernteam besteht heute aus drei Anwälten plus Konzipienten. Jüngster seniorer Zugang war der von Christoph Moser. Er wechselte im September 2012 aus der Bankrechtspraxis von Schönherr.

Intel vertraute zum wiederholten Male seinem österreichischen Berater Philipp Kinsky. Er beriet den US-Konzern unter anderem bereits 2011 beim Einstieg bei IMS Nanofabrication.

Die als Großaktionäre an AT&S-Großaktionäre beteiligten Stiftungen Androsch und Dörflinger mandatierten im Rahmen der Kapitalmaßnahme keine externen Rechtsberater. Vielmehr griffen sie auf das Know-how ihres Vorstandsmitglieds Dr. Georg Riedl zurück. Riedl, zugleich Aufsichtsratsmitglied von AT&S, gehört zu den bekannteren Wiener Wirtschaftsanwälten und tat sich kürzlich mit dem langjährigen Schönherr-Partner Dr. Stephan Frotz in eigener Kanzlei zusammen (mehr…). (Jörn Poppelbaum)

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