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Zwei Großaktionäre für Air Berlin

Deutschlands zweitgrößte Fluglinie Air Berlin bekommt zwei neue Großaktionäre. Nahezu zeitgleich stiegen Ende März die Londoner TUI-Reisetochter TUI Travel und der türkische Investor ESAS ein. Zunächst vereinbarte Air Berlin eine enge Zusammenarbeit mit Tuifly, einer 100-prozentigen deutschen Tochter von TUI Travel.

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Die Kooperation sieht unter anderem eine Überkreuzbeteiligung vor. Air Berlin erwirbt indirekt eine Beteiligung in Höhe von 19,9 Prozent an Tuifly und übernimmt deren Städteverbindungen ab dem Winterflugplan 2009/10. Im Gegenzug beteiligt sich die britische TUI Travel, die mehrheitlich dem Hannoveraner Reisekonzerns TUI gehört, in gleicher Höhe an Air Berlin. Auf Basis eines festgelegten Aktienkurses von 3,97 EUR wird TUI Travel rund 16 Millionen neue Aktien zeichnen.

Air Berlin dürfte durch die Zusammenarbeit Branchenkreisen zufolge einen Umsatzzuwachs von rund 380 Millionen Euro erwarten. Tuifly und Air Berlin waren seit längerem auf der Suche nach Partnern. Air Berlin etwa verhandelte im vergangenen Jahr über eine Übernahme des Ferienfliegers Condor, das Geschäft wurde nach Bedenken des Bundeskartellamts und angesichts der Finanzkrise abgesagt. Zuvor war auch eine Fusion von Tuifly, Germanwings und Condor gescheitert. Tuifly transportierte 2008 mit 41 Maschinen rund 10,5 Millionen Passagiere, Air Berlin mit 125 Maschinen rund 28,6 Millionen Passagiere.

Nahezu zeitgleich wurde bekannt, dass Air Berlin auch die türkische Investmentholding ESAS an Bord geholt hat. ESAS, die unter anderem die türkische Fluglinie Pegasus betreibt, hat von der Schweizer Bank UBS 15,3 Prozent an Air Berlin erworben. Die Aktien stammten laut Presseberichten aus dem Paket des US-Investors Len Blavatnik, der zu Jahresbeginn seinen Air-Berlin-Anteil von 18,9 Prozent verkauft hatte. Auch dieser Transaktion müssen die Kartellbehörden noch zustimmen.

Berater Air Berlin
Freshfields Bruckhaus Deringer (Frankfurt): Dr. Konrad Schott (Bank- und Finanzrecht), Dr. Dirk Schmalenbach, Mark Rawlinson (London; beide Unternehmensrecht), Dr. Peter Niggemann (Kartellrecht; Düsseldorf); Associates: Sarah Isbister, Dr. Daniel Voigt, Carsten Endres, Dr. Stephan Reemts, Marianne Klumpp, George Swan, Ben Critchley, Juliane Ziebarth, Dr. Jochen Leßmann, Dr. Claus Pegatzky
Inhouse: Michelle Johnson, Eckhard Rautenberg

Berater TUI Travel
Gleiss Lutz (Berlin/Frankfurt/Brüssel): Dr. Fred Wendt, Dr. Ralf Thaeter (beide Federführung), Dr. Michael Marquardt (Frankfurt), Dr. Johann Wagner (beide Steuerrecht), Dr. Helge Kortz (Bank- und Finanzrecht), Dr. Ulrich Soltész (Kartellrecht), Dr. Stefan Lingemann (Arbeitsrecht), Dr. Stefan Weidert (IP/IT); Associates: Dr. Patrick Binzel, Dr. Barbara Maske-Reiche, Dr. René Schober, Philip Bacher, Ludmilla Maurer, Dr. Michael Klose, Teresa Baldwin, Dr. Martin Bartlik, Philipp Melcher, Dr. Meike Gotham, Matthias Müller, Dr. Roland Witzel, Dr. Matthias Werner, Dr. Viktoria Ludwig, Dr. Monika Tabaka-Dietrich

Berater ESAS
Freshfields Bruckhaus Deringer (Frankfurt): Dr. Henning Oesterhaus (Unternehmensrecht), Dr. Peter Niggemann (Kartellrecht); Associates: Dr. Tatjana Jendritzky, George Swan (beide Unternehmensrecht), Juliane Ziebarth (Kartellrecht)
Verdi & Yazici (Istanbul): Can Verdi, Julianne Vardan, Ilker Bicakci

Berater UBS
Sullivan & Cromwell (Frankfurt): Dr. Carsten Berrar – aus dem Markt bekannt

Freshfields und Air Berlin verbindet eine intensive Mandatsbeziehung. Zuletzt beriet ein Freshfields-Team im vergangenen Jahr gemeinsam mit Linklaters kartellrechtlich im Zusammenhang mit der geplanten Übernahmen des Ferienfliegers Condor. Die eigentlichen Übernahmeverhandlungen hatte 2007 überraschend ein Linklaters-Team geführt. Aber auch ein Freshfields-Team war zugegen. Bei der Übernahme von LTU im gleichen Jahr hatte dagegen ein Freshfields-Team alleine beraten, ebenso wie die Übernahme des Wettbewerbers DBA ein Jahr zuvor. Auch beim IPO in 2006 stand Freshfields der Stammandantin Air Berlin zur Seite.

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