Hintergrund Defense-Boom

Warum jetzt fast jede Großkanzlei in die Rüstungsbranche drängt

Für die Verteidigungsbranche interessierten sich lange nur wenige Kanzleien. Seit der Zeitenwende-Rede von Olaf Scholz hat sich das gründlich geändert: Vom Defense-Sektor erhoffen sich heute viele einen jahrelangen Beratungs-Boom. Welche Kanzleien dabei in Corporate, M&A und Joint Ventures bereits wen beraten, zeigt unsere Mandatsübersicht.

von Norbert Parzinger

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Der Höhenflug von Systemhäusern oder „Primes“ wie Rheinmetall und der Hype um „Neo-Primes“ wie Helsing, Stark oder Quantum Systems sorgt auch bei Zulieferern und Produzenten von Dual-Use-Gütern für Aufwind. Auch Rechtsberater entdecken die Verteidigungsbranche zusehends als neues lukratives Geschäftsfeld. Seit 2022 haben viele große deutsche und internationale Kanzleien eigene Taskforces, Arbeits- oder Sektorgruppen aufgesetzt, die sich um die Verteidigungsbranche kümmern sollen. Dem Verband der deutschen Rüstungsbranche, BDSV, gehören bereits acht Sozietäten an. Andere bemühen sich im Förderkreis Deutsches Heer oder als Beiräte von Bundeswehr-Planungsgremien um Vernetzung oder bespielen Investorenkonferenzen. Die Perspektive ist klar: Mit 60 Prozent Umsatzplus bei Defense-Mandaten rechnet eine Kanzlei, die in der Branche recht aktiv ist, in diesem Jahr. Ein Partner einer US-Kanzlei ist sich sicher: „Für Berater wird Defense bald unter den drei wichtigsten Sektoren in Deutschland sein und über Jahre bleiben.“

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