Die konjunkturelle Lage spiegelt sich im Süden mit einer gestiegenen Zahl von Sanierungen und Insolvenzanmeldungen wider – einerseits. Andererseits weckt die neue Marktdynamik in den Sektoren Technologie, Sicherheit und Forschung zunehmend Interesse von Privatinvestoren. Denn München ist nicht nur das am längsten etablierte Zentrum für Start-ups in Deutschland, sondern mit einer rapide wachsenden Gründerszene rund um die Technische Universität und die Inkubatoren von Bundeswehr und Nato auch gut für den Aufschwung im Rüstungs- und Verteidigungssektor positioniert. Für diese Unternehmen und ihre Investoren stehen eine ganze Reihe von Transaktionsboutiquen und große, etablierte Venture-Capital-Praxen etwa bei Lutz Abel und PricewaterhouseCoopers Legal bereit, doch darüber hinaus betrifft die neue Konjunktur um das Thema Sicherheit potenziell die gesamte bayerische Kanzlei-Community. An der Seite zahlreicher Mittelstandsunternehmen, die entweder schon lange zum Defence-Ökosystem zählen oder hier neue Geschäftschancen wittern, dürften früher oder später auch viele lokale Stammberater stärker ins Spiel kommen – vorausgesetzt, sie können die nötige Fachexpertise in diesem sehr speziell regulierten Sektor aufbieten, etwa über Kontakte zu Spezialkanzleien.
Krisenbewältigung im Vordergrund
Verglichen mit den Dimensionen der meisten anderen Wirtschaftszweige wie Technologie, Konsumgüter, Handel oder Mobilität sind Start-ups und der Verteidigungssektor dennoch eher zarte Pflänzchen. Insgesamt steht die bayerische Wirtschaft vor großen Herausforderungen, was für die Anwälte weiter viel Arbeit in Krisenszenarien bedeutet: Arbeits- und Insolvenzrechtler berichten von zunehmender Nachfrage nach Beratung bei Umstrukturierungen oder dem Verkauf von Geschäftsbereichen – hier sind Steuer- und Gesellschaftsrechtler meist ebenfalls mit im Boot. So unterschiedliche Kanzleien wie Baker Tilly, Kantenwein Spatscheck Widmayer van Bevern & Partner, KPMG Law, Sonntag & Partner oder Theopark punkten entsprechend mit ihrer multidisziplinären Aufstellung. Im Gefolge von Zahlungsproblemen, der Neuverhandlung oder Kündigung von Mietverträgen, aber auch Portfolioüberprüfungen bei großen Immobilienhaltern hat außerdem das Thema gewerbliches Mietrecht in einer Reihe von Kanzleien an Bedeutung gewonnen.
In Krisenszenarien wie auch in der Nachfolge- und Vermögensberatung oder bei Transaktionen gilt mehr denn je, dass die Rechtsberater echten Mehrwert bringen müssen. Immer stärker profilieren sich darum gerade einige Corporate- und Transaktionspraxen mit hochkarätigem Spezial-Know-how, Erfahrung mit komplexen Finanzierungs- und Steuerstrukturen und internationaler Vernetzung. Kanzleien wie Dissmann Orth, Honert oder Peters Schönberger & Partner setzen den Akzent eher in der Private-Client- und Family-Office-Beratung, Boutiquen wie Gütt Olk Feldhaus und Lark stärker im Transaktionsbereich, andere wie Ego Humrich Wyen und Sernetz Schäfer zusätzlich bei streitigen Mandaten. Gemeinsam ist ihnen allen aber ein fokussierter Auftritt und eine Reputation für herausragende Beratungsqualität, womit sie bei strategisch entscheidenden Projekten immer wieder auch breiter aufgestellte Stammberater ausstechen.
Auch angesichts strategisch fokussierter Geschäftsentwicklungen, mit denen etwa Kanzleien wie Theopark oder Zirngibl an den Markt gehen, geraten mittelständische Kanzleien mit einem schlichten, traditionellen Selbstverständnis als Rundumberater für mittelständische Mandanten zunehmend in die Defensive. Aktuell werden vor allem MDPs und regionale Steuerberaterkanzleien von Private-Equity-Häusern wegen möglicher finanzieller Beteiligungen angesprochen. Prominentestes Beispiel sind unter anderem die hartnäckigen Gerüchte über einen PE-Einstieg bei Baker Tilly.
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