ADAC

Präsidium bestellt neuen Chefsyndikus

Christian Reinicke wird neuer Generalsyndikus des ADAC. Der 51-jährige Verkehrsrechtler und Notar ist Partner der Hannoveraner Sozietät Nahme & Reinicke. Er wurde vom siebenköpfigen Präsidium des Automobilclubs bestellt und ist ehrenamtlich tätig. Der Posten war vakant geworden, nachdem Werner Kaessmann sich für das Amt nicht mehr zur Verfügung gestellt hatte.

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Christian Reinicke
Christian Reinicke

Reinicke kennt die ADAC-Strukturen schon seit vielen Jahren, er ist seit 2001 ADAC-Vertragsanwalt und seit 2005 ehrenamtlicher Syndikus des ADAC Regionalclubs Niedersachsen/Sachsen-Anhalt. 

Sein Vorgänger, der Dortmunder Anwalt Werner Kaessmann, war zuletzt in die Kritik geraten, nachdem eine interne Untersuchung Ungereimtheiten bei der Vergabe größerer Bauaufträge beim Regionalclub Westfalen zutage gefördert hatte. Kaessmann, der neben seinem Amt als Generalsyndikus ebenfalls als Syndikus beim Regionalclub Westfalen tätig war, soll die fragwürdigen Vergaben nicht beanstandet oder überprüft haben.

Im Zusammenhang mit dem Ende seiner Zeit als Generalsyndikus hieß es von offizieller Seite, Kaessmann habe für eine Vertragsverlängerung nicht zur Verfügung gestanden. Medienberichten zufolge, die sich auf interne Quellen berufen, soll er aber lediglich seiner Entlassung zuvorgekommen sein. Die Vorgänge um die Bauaufträge hatten auch schon den ehemaligen Schatzmeister des ADAC, Klaus-Peter Reimer, zum Rückzug genötigt.

An der möglichen Verquickung zwischen Ehrenamt und persönlichen finanziellen Interessen im ADAC hat sich in der Vergangenheit Kritik entzündet, so etwa an einer parallelen Tätigkeit als Generalsyndikus und Vertragsanwalt des Automobilclubs. Auf JUVE-Anfrage, ob der neue Generalsyndikus Reinicke seinen Status als Vertragsanwalt und Syndikus des Regionalclubs Niedersachsen behalten werde, teilte der ADAC mit, dass Reinicke sowohl anwaltlich als auch im ADAC-Regionalclub Niedersachsen/Sachen-Anhalt tätig bleibe.

Der Automobilclub hat sich auf einer Hauptversammlung im Mai nach heftigen internen Auseinandersetzungen eine neue Struktur gegeben. Ein Drei-Säulen-Modell, ausgearbeitet von  Freshfields Bruckhaus Deringer, soll in Zukunft dafür sorgen, dass der Club seinen massiv steuersparenden Status als Verein erhält. Verein und wirtschaftliche Aktivitäten sollen dabei getrennt werden. Gegner des Modells, vor allem vom Regionalverband Nordrhein, hatten sich auf ein Gutachten von CMS Hasche Sigle gestützt, das die Reformen in diesem Ausmaß für zu weitgreifend hielt.

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