ADAC-Reform

Freshfields-Vorschläge setzen sich auf Hauptversammlung durch

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  • JUVE

Nach heftigen Kontroversen will sich der ADAC nach dem sogenanntem Drei-Säulen-Modell reformieren. Auf der Hauptversammlung in Lübeck stimmten am Wochenende 84 Prozent der 221 Delegierten für die neue Struktur, die die ADAC-Spitze und Freshfields Bruckhaus Deringer vorgeschlagen hatten.

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Larisch_Tobias
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Mit dem Drei-Säulen-Modell will der ADAC seinen stark steuersparenden Status als Verein erhalten. Konkret sieht die künftige Struktur eine Aufteilung des ADAC in drei Teile vor, Verein und wirtschaftliche Aktivitäten sollen dabei getrennt werden.

Der Verein soll sich auf Pannenhilfe sowie technische und touristische Beratung der 19 Millionen Mitglieder und den Motorsport beschränken. Die kommerziellen Aktivitäten sollen in eine europäische Aktiengesellschaft SE überführt werden. In der Stiftung schließlich sollen die Luftrettung und die ADAC-Stiftung Gelber Engel zusammengefasst werden. Bis Jahresende soll die Reform umgesetzt sein.

Gegner der neuen Struktur, vor allem der Regionalclub Nordrhein, leisteten in den vergangenen Monaten erbitterten Widerstand gegen die geplante Reform. Dabei stützten sie sich auf ein Gutachten des CMS Hasche Sigle-Partners Dr. Hendrik Schindler. Den Gegnern geht die Reform zu weit, die von der ADAC-Spitze und Freshfields unter Führung des Partners Dr. Tobias Larisch vehement propagiert wird. Sie sei in dem Ausmaß unnötig, denn die bisherige Struktur entspreche weiterhin der höchstrichterlichen Rechtsprechung des BGH, so ein Teil der Argumentation.

Kurz vor der Hauptversammlung hatte sich die interne Auseinandersetzung dann beinahe täglich zugespitzt – JUVE hatte darüber berichtet: Die ADAC-Zentrale fuhr neben der Einschätzung von Freshfields weitere Gutachten auf, die ihr Reformvorhaben stützten. Der ADAC Nordrhein mit Peter Meyer an der Spitze stellte CMS-Partner Schindler als Delegierten auf und drohte, die Vereinsführung der Münchner Zentrale um August Markl wegen ”Verschwendung von Vereinsvermögen” zu verklagen. Dies erscheint nach dem sehr deutlichen Votum der Hauptversammlung nun eher unwahrscheinlich. Auch erste Äußerungen vonseiten des ADAC Nordrhein deuteten darauf hin, dass die Gegner des Drei-Säulen-Modells das Votum akzeptieren. (René Bender)

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