ADAC-Reformen

Verein findet Leiterin für Compliance

Zum Oktober wird Monika Hornik die erste Compliance-Chefin des ADAC. Ob die 47-Jährige aber eine eigenständige Compliance GmbH leitet oder eine in die bisherige Vereinsstruktur integrierte Compliance-Abteilung, ist soweit bekannt noch immer offen. Presseberichten zufolge ruderte das ADAC-Präsidium bei seinem Vorschlag für eine Satzungsänderung zurück, durch die eine GmbH möglich geworden wäre.

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Monika_Hornik
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Mit Hornik hat man jedenfalls eine unternehmenserfahrene Compliance-Juristin für die schwierige Position gefunden. Sie kommt von SMA Solar Technology, wo sie aktuell Head of Group Compliance ist. Wer dort ihr Nachfolger ist, steht noch nicht fest.

Zuvor war Hornik von 2010 bis 2011 Head of Corporate Compliance bei Metro Cash & Carry. Bereits seit 2003 war sie im Rechtsbereich von Metro tätig, von 2007 bis 2010 als Head of M&A and Cooperations, Corporate Development bei dem Großhandelsunternehmen. Zudem arbeitete sie als Associate bei Weil Gotshal & Manges und Beiten Burkhardt und war laut ADAC eine Zeit als Staatsanwältin in Landshut tätig.

Sie soll nun ein Compliance-Management-System beim ADAC aufbauen. Bereits eingerichtet wurde ein Hinweisgeber-System, das von Freshfields Bruckhaus Deringer betreut wird. Die Kanzlei zeichnete auch verantwortlich für die Entwicklung der neuen Compliance-Richtlinie, die Ende 2014 verabschiedet wurde, und die Idee einer ausgelagerten Compliance GmbH mit Durchgriffsrechten bei den Regionalclubs. Die Regionalclubs, von denen einige selbst wegen Unregelmäßigkeiten unter Beschuss stehen, wehrten sich Presseberichten zufolge vehement gegen die vom Präsidium vorgeschlagenen Kontrollrechte einer zentralen Compliance GmbH.

Nach Auskunft des ADAC werden Hornik, die an den Compliance-Ausschuss berichten wird, vier Juristen zur Seite gestellt, die bislang an unterschiedlichen Stellen im Verein tätig waren. Daneben soll es dezentrale Compliance-Beauftragte geben. Das gilt sowohl für den Verein als auch für die geplante AG und die Beteiligungen als auch für die Regionalclubs. Die Regionalclubs würden dabei entweder auf geschulte Mitarbeiter oder externe Kanzleien zurückgreifen. Ein Sprecher des Clubs sagte jedoch auch, dass der Prozess, eine gemeinsame Compliance-Struktur zu entwickeln, noch nicht abgeschlossen sei. Es handele sich um einen Zwischenstand und ob die definierten Ressourcen ausreichen, werde sich zeigen müssen.

In den meisten Regionalclubs habe es zudem Informationsveranstaltungen zur neuen Compliance-Richtlinie gegeben. Compliance-Schulungen, die der Verein gemeinsam mit KPMG entwickelt hat, sollen zeitnah beginnen.

Seit dem Bekanntwerden der sogenannten Gelbe-Engel-Affäre zum Jahresbeginn 2014 tut sich der ADAC mit seine Reformplänen und entsprechenden Beschlussfassungen äußerst schwer. Der Verein steht jedoch unter erheblichem Druck, seinen Vereinsstatus zu sichern. Der Versuch, den Bereich Finanzen, IT und Services extern mit dem KPMG-Mann Dr. Thomas Kagermeier zu besetzen, der auch die Reformpläne vorantreiben sollte, ist bereits gescheitert. Kagermeier verließ den ADAC im Februar.

Aktualisierung vom 25. September: Der ADAC hat inzwischen beschlossen, zum 1. Oktober eine Compliance GmbH zu gründen. Die Regionalclubs beteiligen sich als Gesellschafter entweder direkt oder gehen vertraglich festgehaltene Regelungen mit ihr ein. Geschäftsführerin der ADAC Compliance Service GmbH wird Monika Hornik.

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