Überraschender Wechsel

Advant Beiten eröffnet in Freiburg mit großem Team von Friedrich Graf von Westphalen

Advant Beiten will ein Büro in Freiburg eröffnen. Für den Start gewann die Kanzlei ein zehnköpfiges Corporate- und M&A-Team von Friedrich Graf von Westphalen & Partner (FGvW), zu dem die Equity-Partner Dr. Gerhard Manz (69), Dr. Barbara Mayer (57) und Dr. Jan Barth (37) gehören. Das neue badische Büro von Beiten wird voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte an den Start gehen können.      

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Herz-Jesu-Kirche in Freiburg Foto: Manuel Schönfeld - stock.adobe

Während Mayer und Barth als Equity-Partner bei Advant Beiten einsteigen werden, wird Manz of Counsel bei der Wettbewerberin. Der 69-Jährige, der noch sehr aktiv im Corporate-Geschäft ist, wäre am Ende des Jahres ohnehin altersbedingt aus der Kanzlei Friedrich Graf von Westphalen ausgeschieden. 

Mit den drei eingespielten Transaktionsanwälten wechseln die Local Partnerin Dr. Birgit Münchbach, sieben Associates, vier Assistenten und der bisherige Leiter Business Development & Marketing Bruno Flashar, der erst im vergangenen Jahr aus dem Frankfurter Büro von Linklaters nach Freiburg gewechselt war. Mittelfristig sollen auch Arbeitsrechtler und IP-Experten hinzukommen, um am Freiburger Standort einen Fullservice-Ansatz für das grenzüberschreitende Transaktionsgeschäft bereit zu halten, das eines der Markenzeichen des wechselnden Teams ist.

Barbara Mayer

„Baden-Württemberg ist bereits seit einiger Zeit Bestandteil unserer Wachstumsstratgie“, sagt Philipp Cotta, Managing-Partner von Advant Beiten – wobei die Sozietät zunächst den Stuttgarter Markt für eine mögliche Büroeröffnung sondiert hatte. Die Lage eines Büros in Freiburg am Dreiländereck Schweiz-Frankreich-Deutschland passt aber strategisch gut zu der europäischen Allianz an Wirtschaftskanzleien, die Beiten im Herbst unter dem Label Advant mitbegründet hat.

Mayer, die Friedrich Graf von Westphalen seit der Trennung von der Sozietät Graf von Westphalen 2010 zusammen mit Carsten Laschet managte, hat ihr Amt als Geschäftsführerin schon zum April niedergelegt. Sie galt in den vergangenen Jahren als treibende Kraft beim Ausbau der Frankfurter und Berliner Büros von FGvW. Nun plant sie mit ihren Kollegen eher eine Ausrichtung gen Süden:  „Auf nationaler Ebene bietet vor allem die Bodenseeregion erhebliches Wachstumspotenzial, das wir gemeinsam mit dem Münchner und Frankfurter Büro von Advant Beiten ausschöpfen möchten“, so Mayer. Zudem möchte sie mit Manz zusammen die internationale Advant-Allianz ausbauen. Insbesondere zur italienischen Advant-Partnerin NCTM bestehen schon enge Kontakte. Zudem kann das Freiburger Transaktionsteam auch ein eigenes Netzwerk an internationalen Kooperationskanzleien einbringen. 

Spürbarer Cut

Gerhard Manz

Der 48-jährige Laschet, der FGvW bis zu einer Neuwahl der Geschäftsführung zunächst allein führen wird, sagte, er sehe diese Zäsur auch als Chance, einen Generationswechsel im Management einzuleiten. Im übrigen werde man die Büros in Freiburg, Köln, Frankfurt und Berlin mit dem Ausbaukurs der letzten Jahre fortführen. In das Hauptstadtbüro, das 2020 eröffnet wurde, kommt bald die konzernerfahrene Arbeitsrechtlerin Andrea Wilke als Local-Partnerin hinzu. Die 49-Jährige war zuletzt Leiterin HR der Unternehmensberatung Willis Tower Watson in Deutschland, Österreich und der Schweiz und soll mit der Frankfurter Arbeitsrechtspartnerin Dr. Sabine Schröter zusammen das internationale Arbeitsrecht ausbauen.

Da das wechselnde Freiburger Team als akquisestark gilt, dürfte der Weggang für FGvW spürbar werden. Die Kanzlei erwirtschaftete im vergangenen Jahr 35,66 Millionen Euro und verbuchte damit ein Wachstum von rund 11 Prozent.  Die Corporate-Praxis, die seit mehr als einem Jahrzehnt von Manz und Mayer angeführt wird und in der Barth als einer der umtriebigsten Nachwuchspartner gilt, wird nach ihren Weggängen noch dreizehn Partner zählen. Allein sieben von ihnen sind in Freiburg tätig, darunter auch der Gesellschafts- und Kapitalmarktrechtler Dr. Hendrik Thies, der Transaktionsanwalt Dr. Jan Martens, der regelmäßig Mandanten aus der Medizintechnik und Arzneimittelwirtschaft berät, sowie Dr. Stefan Lammel, der häufig an der Schnittstelle zur Nachfolge- und Konfliktberatung im Einsatz ist.

Jan Barth

Die Corporate-/M&A-Praxis von Beiten, die von dem Berliner Partner Dr. Christian von Wistinghausen und dem Düsseldorfer Partner Prof. Dr. Hans-Josef Vogel geleitet wird, zählt in Deutschland aktuell sechzehn Equity-Partner. Hinzu kommen noch Teams in Moskau und Peking, wo die Kanzlei schon seit vielen Jahren präsent ist.

Kanzleiweit erwirtschaftete die Sozietät im vergangenen Jahr  rund 95,0 Millionen Euro, aufgrund weitreichender Umbaumaßnahmen knapp 8 Prozent weniger als im Vorjahr. Nichtsdestotrotz ist das mehr als doppelt so viel wie Friedrich Graf von Westphalen.

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