Neustart in europäischem Verbund

Beiten Burkhardt wird zu Advant Beiten

Beiten Burkhardt geht mit NCTM aus Italien und Altana aus Frankreich einen europäischen Verbund ein. Unter der Dachmarke Advant bündeln die drei Gründungsmitglieder ab sofort ihre Kräfte, um den Mandanten ein Angebot nach dem Vorbild anderer Kanzleinetzwerke wie CMS zu machen.

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Philipp Cotta
Philipp Cotta

Advant ist als Schweizer Verein strukturiert und wird von einem Vorstand geleitet, der sich aus zwei Vertretern je Mitgliedskanzlei zusammensetzt. Für Beiten Burkhardt, die nun unter Advant Beiten firmiert, sind dies Managing Partner Philipp Cotta und der international erfahrene Dr. Christian von Wistinghausen.

Die Allianz aus Advant Beiten, Advant NCTM und Advant Altana wird mehr als 600 Berufsträger an 13 europäischen Standorten sowie in Moskau, Peking und Schanghai vereinen. Ziel der kommenden Jahre ist, neue Mitglieder in weiteren europäischen Schlüsselmärkten zu gewinnen. Dazu gehören etwa Spanien, Benelux sowie einige skandinavische und osteuropäische Länder.

Auch nationale Mandanten sollen profitieren

Die Rechtsform eines Schweizer Vereins macht enge Kooperationen bei gleichzeitiger wirtschaftlicher und rechtlicher Selbständigkeit im jeweiligen Heimatmarkt möglich. Mit rund 260 Rechtsanwälten, Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern ist die 1990 gegründete Kanzlei Beiten Burkhardt die größte unter den Advant Gründungsmitgliedern. Altana, 2009 in Paris gegründet, beschäftigt 85 Anwälte und der italienische Partner NCTM 193.

Die Idee, sich auf diese Art international breiter aufzustellen, gibt es bei Beiten Burkhardt schon seit mehreren Jahren. Mit ihrem kontinentaleuropäischen Neuausrichtung wollen die Allianzpartner insbesondere nordamerikanische sowie asiatische Mandanten in den Blick nehmen. Aber auch in Deutschland will Beiten aktiv bleiben. Ihre mittelständische Stammmandantschaft werde sie dabei nicht aus den Augen verlieren, so Cotta. Im Gegenteil. Durch die künftig möglichen gemeinsamen Investitionen, zum Beispiel in Legal Tech, sollen sie ebenso profitieren.

Nächster Versuch

Beiten Burkhardt selbst hat bereits Erfahrungen mit internationalen Kanzleiverbünden gesammelt. 1999 hatte sich die Kanzlei mit einer französischen und einer italienischen Kanzlei zu BBLP zusammengeschlossen. Der Verbund scheiterte Insidern zufolge vor allem an der mangelnden Integrationsbereitschaft von Moquet Borde, dem französischen Partner, der kurze Zeit später mit Paul Hastings zusammenging. Beiten fusionierte 2002 dann mit der KPMG-Kanzlei Treuhand & Goerdeler. Vor dem Hintergrund von Regelverschärfungen für multidisziplinäre Beratungsunternehmen löste die Kanzlei 2004 die gesellschaftsrechtliche Verflechtung mit den Big-Four-Wirtschaftsprüfern wieder auf.

Mit dem Advant-Verbund verfolgen die drei Kanzleien nun ein ähnliches Konzept wie CMS. Seit ihrem Zusammenschluss 1999 wuchs deren Verbund unabhängiger Kanzleien stetig weiter. Aktuell ist der Name CMS in rund 44 Ländern bekannt. Auch andere deutsche Kanzleien suchten zuletzt internationalen Anschluss. So riefen Luther und die französische Kanzlei Fidal in diesem Jahr die ebenfalls als Schweizer Verein gegründete internationale Kooperation Unyer ins Leben.

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