Das sagt JUVE
Manche Karrieren beginnen mit einem Glücksgriff bei der Wahlstation. Alice Tanner suchte sich bewusst die Energiebranche aus und landete bei E.on in Essen – ausgerechnet zu dem Zeitpunkt, als die Konzerne E.on und RWE in einem milliardenschweren Asset Swap ihre Geschäftsteile neu sortierten und E.on das Geschäft mit fossilen Energien in der neuen Tochter Uniper bündelte. Anwälte und Mitarbeitende mussten verteilt werden. Tanner bekam direkt ein Jobangebot von Uniper. Über zehn Jahre später ist sie immer noch da – inzwischen als Head of Operations & General Law.
Tanner war als Inhouse-Juristin in viele der Streitigkeiten involviert, die Uniper über die vergangenen Jahre beschäftigt haben: Lieferverträge mit Gazprom, das Steinkohlekraftwerk Datteln und diverse weitere Großverfahren. Inzwischen führt sie ein elfköpfiges Team. Ein externer Großkanzlei-Partner attestiert ihr, dass sie den „Sprech“ der Disputes-Welt so übersetzen kann, dass das Business versteht, was es liefern muss.
Von dieser Fähigkeit profitiert neben Uniper auch eine weitere Organisation: die Deutsche Institution für Schiedsgerichtsbarkeit (DIS) wählte Tanner vor Kurzem in ihren Rat – und kommt damit einem erklärten Ziel näher: die Stimme der Unternehmensvertreter (also der „Kundschaft“) in der Organisation zu stärken.
Das sagen andere
„Sie ist echt fit, super kalkuliert und effizient. Obwohl sie nie in einer Kanzlei gearbeitet hat, kann sie gut Perspektive und Inhalte externer Berater aufnehmen und für das Unternehmen übersetzen. Diese Fähigkeit ist sehr wertvoll und alles andere als selbstverständlich.“ (Großkanzlei-Partner)
„Sie macht einen tollen Job, ist etwa sehr gut darin, ein großes Portfolio an Streitigkeiten zu managen. Kommt aus der Litigation und verbreitert ihr Spektrum nun klug in Richtung Legal Tech.“ (Großkanzlei-Partner)
Das sagt Alice Tanner selbst
Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?
Ich sehe mich weiterhin in einer Führungsrolle mit stärkerem strategischem Fokus, idealerweise im Rechtsbereich, und mit Verantwortung für ein größeres, internationales Team. Mir ist wichtig, sowohl Strukturen aktiv mitzugestalten und Menschen weiterzuentwickeln als auch operativ tätig zu sein.
Wenn nicht Jura, was dann?
Wenn ich kein Jura studiert hätte, hätte mich die Psychologie sehr gereizt. Mich fasziniert, was Menschen motiviert, wie sie denken, Entscheidungen treffen und Situationen wahrnehmen und bewerten – insbesondere unter Entscheidungsdruck und in Phasen des Wandels. Dieses Interesse begleitet mich bis heute und prägt meine juristische Arbeit maßgeblich, vor allem in Führungsthemen, Verhandlungen und gerichtlichen Auseinandersetzungen.
Worüber können Sie sich verlässlich aufregen?
Über respektloses, ignorantes und intransparentes Verhalten im Umgang miteinander.
Greatest Hits
- Wird besonders häufig dafür gelobt, wie gut sie Kanzleianwälte versteht und steuert – obwohl sie selbst nie in einer Kanzlei gearbeitet hat.