Amerikaner im Plus

White & Case und Latham mit riesen Umsatzsprüngen

Nachdem Ende Januar verschiedene US-Kanzleien ihre Geschäftszahlen für das Jahr 2004 vorgelegt haben, steht fest: White & Case zählt mit einer weltweiten Umsatzsteigerung von knapp 20 Prozent genauso zu den Gewinnern wie Latham & Watkins mit 17 Prozent.Bei White & Case liegen die weltweiten Zahlen jedoch noch nicht in endgültiger Form vor. Das britische Anwaltsblatt 'The Lawyer' sprach allerdings von einer Prognose, nach der 2004 eine 19,7-prozentige Umsatzsteigerung auf 970 Millionen Dollar erreicht werden konnte.

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Die Kanzlei bestätigte gegenüber JUVE für ihr Londoner Büro, dass die Umsätze dort sogar um mehr als 40 Prozent höher als im Vorjahr lagen. Der durchschnittliche Gewinn eines Equity-Partners in der englischen Hauptstadt lag demnach nun bei 1,01 Millionen US-Dollar, verglichen mit nur 575.000 US-Dollar in 2003.

Den Grund für diesen Anstieg sieht die Kanzlei unter anderem in ihrem deutlichen personellen Wachstum: 2004 vergrößerte sich das Londoner Büro um über 20 Anwälte auf 199 Berufsträger. Von den 48 Partnern haben derzeit 33 Equity-Status, 2003 gab es nur 41 Partner und 31 Equity-Partner.

Zudem hat offensichtlich auch eine stärkere Fokussierung der Mandantenbeziehungen zu dem Wachstum beigetragen. So beriet White & Case in London unter anderem jüngst bei der riesigen Energieprojektfinanzierung Qatargas II oder ein Bankenkonsortium bei der Refinanzierung von Telewest in Höhe von 1,8 Milliarden Pfund.

Glücklich kann sich auch Latham & Watkins schätzen: Um 17 Prozent gegenüber dem Vorjahrsteigerte die Kanzlei ihren internationalen Gesamtumsatz auf 1,2 Milliarden Dollar. Die durchschnittlichen Partnergewinne stiegen um zehn Prozent auf 1,4 Millionen Dollar. Dr. Jörg Soehring, Managing Partner für Deutschland, sagte dazu: „Die neuerliche beträchtliche Steigerung von Umsatz und Profitabilität werte ich als Beleg dafür, dass das Motto von harter Arbeit, leidenschaftlichem Engagement und erstklassiger Qualität für die Partner auch 70 Jahre nach der Kanzleigründung unverändert gilt.“

Die US-Kanzlei Dechert, die seit 2002 auch in Deutschland präsent ist, konnte sich ‚The Lawyer‘ zufolge um 8,6 Prozent auf 440,7 Millionen Dollar Jahresumsatz verbessern. Die durchschnittlichen Partnergewinne lagen bei 1,2 Millionen US-Dollar.

Die Ergebnisse für Gibson Dunn & Crutcher – die 2001 auch in München eröffnete – bezifferte das Blatt mit 693,2 Millionen US-Dollar Jahresumsatz. Dies ist eine Steigerung um 7,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mit 1,5 Millionen US-Dollar verzeichnet Gibson dabei einen beeindruckenden durchschnittlichen Partnergewinn.

Ein Umsatzplus von 6,8 Prozent auf 780 Millionen US-Dollar konnte laut ‚The Lawyer‘ zuletzt Shearman & Sterling verbuchen. Der durchschnittliche Partnergewinn beträgt dabei 1,1 Millionen Dollar. Offiziell bestätigen wollte die Kanzlei diese Angaben jedoch nicht.

Deutsche Partner von US-Kanzleien berichten unterdessen von einer negativen Auswirkung des momentan starken Euro-Kurses: Viele werden seit Jahren in US-Dollar vergütet, was in der augenblicklichen Lage einen spürbaren Nachteil bedeutet. Dem Vernehmen nach arbeiten einige Kanzleien derzeit an einer Lösung für einen möglichen Ausgleich.

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