Ulrich Homburg, Bahn-Vorstand für den Personenverkehr, kündigte personelle Konsequenzen an. Inzwischen hat auch die zuständige Berliner Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen aufgenommen. Im Zentrum des Interesses und der Kritik steht der ehemalige Technik-Geschäftsführer der S-Bahn, Ulrich Thon. Unter seiner Leitung baute das Unternehmen zwischen 2005 und 2008 rund ein Viertel der Stellen vor allem im Bereich der Wartung ab.
Gleiss aufseiten der Deutschen Bahn zu sehen, überrascht auf den ersten Blick, denn bei der Aufarbeitung konzerninterner Vorgänge setzte das Unternehmen bislang auf andere Berater. Im Zuge der Datenaffäre in diesem Frühjahr hatte der Bahn-Vorstand Mayer Brown-Partner Guido Zeppenfeld eingeschaltet, während der Aufsichtsrat einem Gespann von Baum Reiter & Collegen aus Düsseldorf und Schneider Schwegler aus Berlin vertraute.
Doch auch Gleiss hat über ihre Praxisgruppe Konfliktlösung bereits seit Längerem Expertise bei unternehmensinternen Untersuchungen aufgebaut, die auch Wirtschaftsstrafrechts- und Compliancethemen mitabdeckt. Koordiniert wird die Gruppe von dem Frankfurter Partner Dr. Stefan Rützel, aber auch das hier eingeschaltete Berliner Gleiss-Büro hat eine Reihe forensisch tätiger Partner.
Offensichtlicher sind die Verbindungen im Vergaberecht. So beriet Dr. Olaf Otting die Bahn-Tochter DB Regio etwa bei der Neuvergabe von 16 Regionalbahnstrecken des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenberg und beim Betrieb des Stuttgarter S-Bahn-Netzes. Zudem übernahm der frühere Frankfurter Salary-Partner Dr. Marc Opitz, der neben Otting im Vergabrecht tätig war, im Frühjahr 2007 die Bereichsleitung Technik/Beschaffung im DB-Regionalbüro Frankfurt.
Erstmals veröffentlicht auf www.juve.de am 16. September 2009