Gleiss untersucht S-Bahn-Unregelmäßigkeiten für Deutsche Bahn
Die Deutsche Bahn AG hat zwei unabhängige externe Ermittler mit der Aufklärung der systematischen Fälschung von Wartungsprotokollen bei der Berliner S-Bahn beauftragt. Laut einer Erklärung des Konzerns wurden die Wirtschaftprüfungsgesellschaft KPMG sowie Gleiss Lutz "zur lückenlosen Aufklärung der festgestellten Unregelmäßigkeiten" mandatiert. Auf Anfrage bestätigten Gleiss Lutz und KPMG den Auftrag der Bahn, wollten sich jedoch nicht weiter zu dessen Inhalt äußern. Ende vergangener Woche hatte die Bahn bekannt gegeben, dass es bei ihrer Tochter, der Berliner S-Bahn, seit 2004 Unregelmäßigkeiten bei der Wartung von Bremszylindern an den Zügen gegeben habe. Anders als in Wartungsprotokollen vermerkt, seien Teile weder ausgetauscht noch überprüft worden.
Ulrich Homburg, Bahn-Vorstand für den Personenverkehr, kündigte personelle Konsequenzen an. Inzwischen hat auch die zuständige Berliner Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen aufgenommen. Im Zentrum des Interesses und der Kritik steht der ehemalige Technik-Geschäftsführer der S-Bahn, Ulrich Thon. Unter seiner Leitung baute das Unternehmen zwischen 2005 und 2008 rund ein Viertel der Stellen vor allem im Bereich der Wartung ab.
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