Brüssel

Reed Smith eröffnet Standort mit fünf Partnern und einem Counsel

Zum Jahreswechsel hat Reed Smith einen Standort in Brüssel eröffnet. Dafür konnte die US-Kanzlei gleich fünf Partner von namhaften Kanzleien abwerben, darunter den im deutschen Markt bekannten Österreicher Christian Filippitsch von Norton Rose Fulbright, der gemeinsam mit dem Counsel Max Seuster wechselt. Zum Start liegt der Schwerpunkt am Standort im Kartell- und Wettbewerbsrecht sowie im Außenwirtschafts- und im Öffentlichen Wirtschaftsrecht.

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Filippitsch_Christian
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Filippitsch hatte seine Karriere 1997 bei Gaedertz begonnen, die zu Beginn des Jahrtausends zerfallen war. Ihre Anwälte gingen größtenteils zu Norton Rose, wo Filippitsch 2008 Partner wurde. Nach dem Weggang von Filippitsch und Seuster beraten nun am Brüsseler Norton Rose-Standort noch zehn Berufsträger. Einer der beiden deutschen Partner, Michael Werner, hatte schon bei Gaedertz mit Filippitsch zusammengearbeitet.

Der neue Reed Smith-Standort in Belgien soll als kontinentaleuropäische Schnittstelle die amerikanischen und asiatischen Praxen der US-Kanzlei verbinden. Filippitsch soll unter anderem den Aufbau der mit dem Münchner Büro integrierten kartell- und wettbewerbsrechtlichen Beratung vorantreiben, wozu auch das Beihilferecht zählt; die kartellrechtliche Praxis in München leitet Tilman Siebert. Ein weiterer Schwerpunkt Filippitschs ist die Beratung im Energiesektor. Die Republik Griechenland berät er etwa zur Umstrukturierung ihres Energiesektors.

Mit Filippitsch wechseln vier weitere Partner internationaler Großkanzleien: Die Gruppe der Kartell- und Wettbewerbsrechtler formen Isabelle Rahman von Sheppard Mullin sowie Geert Goeteyn (53) von Shearman & Sterling. Goyteyn berät vor allem in der Luftfahrt- und Technologiebranche an der Schnittstelle zu regulatorischen Fragen. Yves Melin (44) von Steptoe & Johnson bringt handelsrechtliche und Wim Vandenberghe (41) von Deloitte Legal viel Erfahrung im Öffentlichen Wirtschaftsrecht mit in die Kanzlei.

Mit den aufkommenden Brexit-Bestrebungen Großbritanniens war erwartet worden, dass US-Kanzleien in Brüssel Standorte eröffnen. Zuletzt gelang das der US-Kanzlei Cooley mit einem in Deutschland zugelassenen Partner.

Die Standorteröffnung von Reed Smith wird im Brüsseler Markt sehr ernst genommen – insbesondere weil sie mit gleich fünf Partnern eine der größten in Brüssel in den vergangenen Jahren ist. Nicht unerheblich ist auch, dass die Kanzlei in anderen kontinentaleuropäischen Ländern schon länger vertreten ist. Die US-Kanzlei wagte 2005 mit der Eröffnung des Pariser Büros den Schritt auf den Kontinent. 2015 nahm der Frankfurter Standort neben dem Münchner Stammsitz seine Arbeit auf. In Deutschland verfügt die Kanzlei an zwei Standorten über rund 60 Berufsträger. (Martin Ströder)

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