Zweites deutsches Büro

Reed Smith startet mit sieben Partnern in Frankfurt

Fast genau zehn Jahre nach ihrem Markteintritt in Deutschland eröffnet Reed Smith ihr zweites Büro hierzulande. Neben München wird die US-Kanzlei ab Juni auch mit einem Büro in Frankfurt vertreten sein. Für den Start gewann Reed Smith sieben Partner aus vier verschiedenen Kanzleien für die Bereiche Corporate, Bank- und Finanzrecht, Private Equity, Immobilienrecht und Regulierung. Kurzfristig sollen noch weitere Partner dazukommen, Gespräche laufen bereits.

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Rolf Hünermann
Rolf Hünermann

Das Startteam bilden ab Juni Rolf Hünermann und Dr. Octávio de Sousa von Willkie Farr & Gallagher, Dr. Andreas Jürgens und Dr. Volker Kammel von Jones Day, Dirk-Peter Flor und Dr. Simon Grieser von Mayer Brown sowie Prof. Dr. Martin Meißner von Orrick Herrington & Sutcliffe.

Hünermann, der ebenso wie de Sousa bei Willkie als National Partner tätig war, kam 2007 zusammen mit vier weiteren Private-Equity-Anwälten von Clifford Chance zu Willkie. In den letzten Jahren hat er sich neben M&A-Deals vor allem in der Compliance-Beratung einen Namen gemacht und umfangreiche Untersuchungen geleitet, unter anderem in der Finanzindustrie. De Sousa kam 2006 von White & Case zu Willkie und war dort vor allem bei Private-Equity-Deals eingebunden, unter anderem für 3i.

Volker Kammel
Volker Kammel

Jürgens und Kammel, die von Jones Day kommen, sind auf Corporate- und  Restrukturierungsberatung spezialisiert. Beide waren wie Hünermann früher bei Clifford beziehungsweise deren Vorgängerkanzlei Pünder Vollhard Weber & Axster und wurden dort 1999 Partner. Kammel wechselte dann 2003 zu Jones Day, Jürgens folgte ihm zwei Jahre später.

Bank- und finanzrechtliche Expertise steuern die beiden bisherigen Mayer Brown-Partner Flor und Grieser bei. Flor, der 2006 von Ashurst zu Mayer Brown gekommen war,  ist auf Immobilienfinanzierungen spezialisiert. Grieser ist breit im Bank- und Aufsichtsrecht aufgestellt und begleitet diverse Kredittransaktionen. Vor Mayer Brown arbeitete Grieser 2001 bei der damaligen Kanzlei PricewaterhouseCoopers Veltins.

Der Immobilienrechtler Meißner schließlich kommt von Orrick dazu, die erst vor Kurzem bekanntgegeben hatte, ihre Büros in Berlin und Frankfurt zu schließen Die US-Kanzlei will sich künftig auf Düsseldorf und München konzentrieren.

Geleitet wird das neue Büro von Dr. Stefan Kugler, der auch Office-Managing-Partner in München ist. “Der Standort Frankfurt war für uns seit geraumer Zeit von besonderem Interesse”, sagte Kugler. „Nach der erfolgreichen und starken Entwicklung am Münchner Standort ist unser Ziel, die vorhandenen Stärken zu festigen und, dem wachsenden Bedarf entsprechend, das Full-Service-Angebot für unsere Mandanten mit Geschäftstätigkeit in Deutschland auszubauen.“

Ob die Partner jeweils von Associates begleitet werden, war bei Redaktionsschluss noch nicht bekannt. Das neue Frankfurter Büro soll jedoch mindestens so groß werden wie der Münchner Reed Smith-Standort. Seit seiner Eröffnung im März 2005 mit 7 Anwälten von der damaligen Kanzlei EY Law Luther Menold ist es auf heute 34 Anwälte gewachsen, davon sind 13 Partner. Die US-Kanzlei setzt auf einen Full-Service-Ansatz, einer der Schwerpunkte in München liegt auf Transaktionen. Hier gelang ihr ein Ausbau zuletzt auch durch die Einbindung der Private-Equity-Praxis rund um Dr. Justus Binder, der 2012 von SJ Berwin (heute King & Wood Mallesons) kam. Bekannt ist der Münchner Standort auch für seine IT- und medienrechtliche Praxis.

International arbeiten rund 1.800 Berufsträger für Reed Smith. Weltweit hat die 1877 in Pittsburgh gegründete Kanzlei nun 26 Standorte.

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