Clifford, Linklaters, Allen & Overy

Wachstumspause beim Umsatz, UBT steigt nur bei Clifford

Nach Freshfields haben weitere Magic-Circle-Kanzleien ihre deutschen Umsätze vorgelegt. Auch bei Linklaters, Clifford Chance und Allen & Overy sind die Umsätze im wesentlichen stabil geblieben oder leicht zurück gegangen. Ein anderes Bild zeigt sich aber beim Pro-Kopf-Umsatz: Hier können Clifford und Freshfields zulegen – Linklaters und Allen & Overy eher nicht.

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Astrid Krüger
Astrid Krüger

Allen & Overy meldet für das vergangene Geschäftsjahr ein knappes Umsatzminus. Die Praxis in Deutschland erwirtschaftete bis Ende April 141,7 Millionen Euro (Vorjahr 144,6 Millionen). Das ist ein Rückgang von knapp zwei Prozent. Die Gesamtkanzlei hingegen legte um 16 Prozent auf 1,81 Milliarden Euro zu.

Der Umsatz pro Berufsträger (UBT) blieb unverändert bei 695.000 Euro. Damit liegt Allen & Overy immer noch klar vor Linklaters (671.000) und Clifford Chance (681.000). In den vergangenen Jahren hatte Allen & Overy jeweils mit einem deutlichen Plus abgeschlossen, 2016 waren es 4,4 Prozent.

Allen & Overy hat im vergangenen Herbst in rascher Folge drei hochkarätige M&A- und Private-Equity-Partner verloren. Kapitalmarktrechtler Dr. Oliver Seiler zog es zu Latham & Watkins, Dr. Michael Ulmer ging zu Cleary Gottlieb Steen & Hamilton. Zu Milbank Tweed Hadley & McCloy wechselte nur wenig später der Private-Equity-Experte Michael Bernhardt.

Die neue Managing-Partnerin Dr. Astrid Krüger zeigte sich angesichts der personellen Wechsel und der Verjüngung der Partnerschaft zufrieden mit dem Ergebnis. Besonders umsatzstark seien demnach die Gruppen Dispute Resolution und Arbitration gewesen, außerdem das Corporate-Geschäft inklusive der immobilien- und kapitalmarktrechtlichen Beratung.

Peter Dieners
Peter Dieners

Clifford kann Pro-Kopf-Umsatz steigern

Auch Clifford Chance musste in Deutschland  erneut ein Umsatzminus hinnehmen, hat den Abwärtstrend im vierten Jahr aber deutlich gebremst. Der Rückgang auf nun 175,6 Millionen Euro betrug nur noch 1,6 Prozent (Vorjahr: 5,1 Prozent). Deutlich – und für die Kanzleientwicklung noch wichtiger – hat sich allerdings der UBT gesteigert, von 658.000 Euro 2016 auf nun 681.000 Euro – und damit um 3,5 Prozent.

Damit lag die Produktivität der deutschen Clifford-Anwälte über der ihrer internationalen Kollegen und auch deutlich höher als im vergangenen Jahr. Ähnlich wie bei Allen & Overy fiel die Steigerungsrate beim weltweiten Umsatz jedoch deutlich höher aus. Dieser wuchs um 11 Prozent auf 1,83 Milliarden Euro. Vergleichbar mit Allen & Overy erwirtschaftet auch Clifford allein in London 33 Prozent ihres Umsatzes, ein weiteres Drittel steuern die kontinentaleuropäischen Praxen bei. Keine Veränderungen gab es in der Gruppe der umsatzstärksten Praxisgruppen. Diese werden weiterhin angeführt von Corporate und Private Equity, gefolgt von Immobilienrecht, Steuern und Litigation.

Linklaters baut Geschäft mit Investigations aus

Während bei Clifford bewährte Praxen den Umsatz tragen, hat sich das Verhältnis bei Linklaters im Laufe der vergangenen Jahre verschoben. Es gab weniger ertragreiches Finance-Geschäft als früher, dafür ging es bei den Themen Investigations, Regulierung und Konfliktlösung massiv aufwärts. Ergiebig waren vor allem die Arbeit für die Deutsche Bank in Sachen Organberatung und interne Untersuchungen, das letztlich gescheiterte Fusionsprojekt Londoner Börse/Deutsche Börse und die HSH-Nordbank-Privatisierung. Dies sind alles Mandate, die auch schon in das Vorjahresergebnis einflossen.

Andreas Steck
Andreas Steck

Das Gefälle bei den Umsatzsteigerungen zwischen der internationalen Praxis und der deutschen spiegelt sich auch bei Linklaters wieder – wobei hier auch Währungsschwankungen berücksichtigt werden müssen. Der Umsatz in Deutschland lag bei 192,3 Millionen Euro und steigerte sich damit nur unwesentlich. Wenig Veränderungen gab es auch beim UBT, der sich um 0,3 Prozent auf 671.000 Euro erhöhte. International hat Linklaters jedoch rund 10 Prozent beim Umsatz zugelegt (gerechnet in britischen Pfund).

Freshfields knackt UBT-Marke von 800.000 Euro

Klassenprimus unter den Magic-Circle-Kanzleien, zu denen neben Clifford, Allen & Overy und Linklaters noch Slaughter and May zählt, bleibt unangefochten Freshfields Bruckhaus Deringer. Sie konnte ihr sowieso schon hohes Produktivitätslevel auf 817.000 Euro pro Kopf um etwa 5 Prozent verbessern (Vorjahr: 776.000 Euro). Mit gleichbleibend hohem Umsatz von 368 Millionen Euro führt Freshfields nicht nur den magischen Kanzleikreis an, sondern belegt weiterhin den Spitzenplatz unter den in Deutschland vertretenen Einheiten.

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