„Nach den Entwicklungen der letzten Jahre war der Schritt der Kündigung für mich damit unausweichlich.“ Es habe eine Reihe von einzelnen strategischen Entscheidungen gegeben, die er anders gesehen habe. „Das betraf Personen, Standorte, Fächer, Marketing“, so Haarmann weiter.
„Wilhelm Haarmann vertritt in einigen der wesentlichen Fragen eine grundsätzlich andere Meinung als die Mehrheit der Partner“, hieß es dazu aus der Kanzlei.
Haarmann Hemmelrath befindet sich seit dem vergangenen Jahr in einem tiefgreifenden Umstrukturierungsprozess. Besonders wichtig und umstritten war dabei die Änderung der Gewinnverteilung.
Es gehe nicht darum, wieviel man abgebe oder nicht, sagte Haarmann dazu. „Die Beträge sind marginal. Es geht um die Methode, nach der man den Gewinn aufteilt.“ Angesichts der gefällten Entscheidung fühle er eine Kombination aus „Wehmut und Erleichterung“.
Jeff Thinnes, Mitglied des Management Boards, sagte: „Wir bedauern das Ausscheiden von Wilhelm Haarmann, haben aber für diesen persönlichen Schritt Verständnis.“
Personelle Veränderungen gibt es auch am Münchner Standort. Aus dem Markt wurde bekannt, dass bereits Anfang Juli und damit noch vor der Kündigung Haarmanns, mehrere Anwälte ihr Ausscheiden bei Haarmann Hemmelrath angekündigt hatten: Dabei soll es sich um den Münchner Gründungspartner Dr. Andreas Oldenbourg (Corporate/Steuern), Dr. Heinrich Rodewig (Corporate) und den Arbeitsrechtler Thomas Krempl sowie auf Ebene der National Partner Friederike Göbbels (Arbeitsrecht) und Susanne Walz (Steuerrecht) handeln. Die Kanzlei gab dazu keine Stellungnahme ab. Bis Redaktionsschluss war auch von den Partnern selbst kein Kommentar zu erhalten.