Doppelte Verstärkung

Bird & Bird gewinnt in Frankfurt in Pharma und IP hinzu

Er ist die lang ersehnte Verstärkung für Bird & Bird im Pharmarecht: Ulf Grundmann (42) wechselt zum Juli ins Frankfurter Büro der britischen Kanzlei. Zuvor war Grundmann 13 Jahre lang für Mayer Brown beziehungsweise deren deutsche Vorgängerkanzlei Gaedertz tätig. Mit dem bekannten Arzneimittelrechtler wechselt auch dessen Mitarbeiterin Jarste Akkermann.

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Auch die IP-Rechtlerin Mascha Grundmann kehrt Mayer Brown den Rücken und steigt bei Bird & Bird in Frankfurt ein. Ulf und Mascha Grundmann sind verheiratet, gaben aber an, ihre Entscheidung unabhängig voneinander getroffen zu haben.

Bird & Bird, die einen starken IP-Schwerpunkt hat und intensiv Pharma-Unternehmen in patentrechtlichen Fragen betreut, baut seit drei Jahren kontinuierlich eine arzneimittelrechtliche Praxis aus eigener Kraft auf. Allerdings hatte ihr bislang ein renommierter Quereinsteiger gefehlt, den sie nun in Ulf Grundmann gefunden hat. Neben seinem Spezialgebiet Arzneimittelrecht berät er auch zu Fragen des Lebensmittel- und Wettbewerbsrechts. Bis Ende Mai hatte Grundmann bei Mayer Brown die Praxisgruppe Litigation geleitet. Für Bird & Bird soll er im Frankfurter Büro eine schlagkräftige IP- und Pharma-Praxis etablieren. Hier war bislang nur eine IP-Rechtlerin tätig.

Mascha Grundmann arbeitet bei Mayer Brown bislang als Counsel. Bei Bird & Bird erhält sie zunächst den für Quereinsteiger unterhalb der Partnerebene üblichen Status eine Senior European Consultant. Der Zeitpunkt ihres Wechsels steht bislang noch nicht fest. Sie ist auf Markenrecht spezialisiert, und bei Bird & Bird keine Unbekannte. Mit dem IP-Praxisgruppenleiter Wolfang von Meibom hatte sie vor Jahren schon bei Wessing zusammengearbeitet. Hier wie auch später bei Mayer Brown betreute sie das umfangreiche Markenportfolio der Deutschen Telekom mit.

Vor allem Ulf Grundmanns Kündigung ist für die deutsche IP-Praxis von Mayer Brown ein weiterer Schlag. Nach dem überraschenden Tod von Ulrich Brückmann (2007) und den Weggängen der Partner Wolfgang Leip (Patente) und Dr. Johann-Christoph Gaedertz (Marken) zu Kaye Scholer in der ersten Jahreshälfte arbeiten derzeit nur noch drei Partner, zwei Counsel sowie sieben Associates in der IP-Praxis, in der Pharma-Abteilung drei Partner, ein Counsel und 18 Associates.

Die bekanntesten Namen sind Reinhart Lange, der ehemalige Managing Partner der deutschen Büros, der Kartell- und Lebensmittelrechtler Dr. Christofer Eggers sowie der Biotechspezialist Dr. Rüdiger Herrmann. In den vergangenen Jahren war die Frankfurter IP-Praxis, zu der auch der Pharmabereich gehört, ein Garant für den Aufbau des Büros und nach Umsatz zweitstärkste deutsche Praxisgruppe.

Quellen aus der Kanzlei zufolge hat es in den vergangenen Monaten bei Mayer Brown einen Strategiewechsel gegeben. Sie will sich demnach weltweit hin zu einer Transaktionskanzlei entwickeln. Einen Zusammenhang zwischen den Abgängen und dem Führungswechsel an der deutschen Spitze von Lange auf den Bank- und Finanzrechtler Dr. Jörg Wulfken zum Jahreswechsel 2008 schlossen mehrere Mayer Brown-Anwälte dagegen ausdrücklich aus. Wulfken sagte dazu: „IP ist und bleibt national wie international eine der Stützen von Mayer Brown.“ (Mathieu Klos)

Erstmals veröffentlicht auf www.juve.de am 6. Juni 2008

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