Erstes Büro in Kontinentaleuropa

Pinsent Masons kommt nach München

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  • JUVE

Pinsent Masons eröffnet in der kommenden Woche einen deutschen Standort in München. Für ihr erstes kontinentaleuropäisches Büro gewann die britische Kanzlei ein Team aus sieben teils sehr bekannten Quereinsteigern aus drei Kanzleien. Leiter des neuen Büros wird der angesehene Corporate- und Prozessexperte Dr. Ulrich Lohmann (58), bisher Namenspartner bei v. Boetticher Hasse Lohmann.

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Lohmann wird bei seinem Wechsel von Dr. Nina Leonard begleitet, die ebenfalls vor allem auf Corporate- sowie Prozessarbeit spezialisiert ist und im Markt als aufstrebende Transaktionsspezialistin gilt. Zudem stoßen mit Eike Fietz und Jörn Fingerhuth von Luther zwei weitere Corporate- und M&A-Experten dazu. Komplettiert wird das Startteam von einem Partnertrio der MLawGroup: Es wechseln der Kanzlei-Mitbegründer Rainer Kreifels sowie Dr. Florian von Baum und Manfred Schmid. Mit ihnen steigt zudem Mark Leonard als Consultant bei Pinsent ein. Auch bei dem MLaw-Team bildet die Corporate-Arbeit zumindest bei Kreifels einen Schwerpunkt. Er ist bundesweit für seine Erfahrung bei M&A- und Venture-Capital-Deals anerkannt, während von Baum sich einen hervorragenden Namen für seine IT-Arbeit gemacht hat. Schmid ist Arbeitsrechtler.

Für v. Boetticher bedeuten die Wechsel einen herben Verlust. Lohmann ist einer der zentralen Köpfe der Kanzlei und für seine grenzüberschreitende Transaktionsarbeit bekannt. Zu seinen Mandanten gehörte in den vergangenen Jahren unter anderem der US-Technologiekonzern Apple. Zuletzt begleitete er etwa den Augenlaser-Spezialisten Technolas Perfect Vision und den auf den Schutz von digitalen Dokumenten ausgerichteten Anbieter Brainloop. Für seine bisherige Kanzlei, die weitere Büros in Frankfurt und Berlin unterhält, arbeiten in München künftig noch rund zehn Anwälte.

Noch härter trifft der Weggang des MLaw-Teams die Münchner Kanzlei. Sie verliert drei ihrer fünf Partner und dabei mit Kreifels und von Baum gleich zwei ihrer bekanntesten Anwälte. MLaw, die 2007 als Ausgründung von WilmerHale hervorgegangen war, ist künftig noch mit rund zehn Anwälten in München vertreten.

Pinsent hatte ihren Schritt nach Kontinentaleuropa schon länger geplant und für das erste Halbjahr 2012 ihren Start in München und Paris angekündigt. Die jetzige Eröffnung ist dabei Teil einer größer angelegten internationalen Wachstumsstrategie der Kanzlei. Erst in der vergangenen Woche gab sie den Einstieg eines Teams von Salans um den Deutschen Bernd-Uwe Stucken in Schanghai bekannt (mehr…). Bereits vor wenigen Wochen fusionierte sie mit der schottischen Kanzlei McGrigors. Dadurch stieg Pinsent in Großbritannien nach der Zahl ihrer Anwälte zur Nummer 12 auf, weltweit gehört sie danach zu den Top 50. Die Sozietät beschäftigt in 14 Büros weltweit rund 1.500 Anwälte und kommt auf einen Umsatz von mehr als 300 Millionen britischen Pfund.

Das deutsche Büro in München soll eine Schlüsselrolle beim weiteren internationalen Wachstum einnehmen und eng mit den britischen und den chinesischen Büros zusammenarbeiten. Chris Mullen, Senior Partner von Pinsent Masons sagte: „Wir können nun endlich deutschen Unternehmen in deren Heimatmarkt und bei grenzüberschreitenden Vorhaben Spitzenberatung anbieten. Gekoppelt mit unserem fortgesetzten Ausbau in der Region Asien-Pazifik und insbesondere mit dem kürzlichen Gewinn von Bernd-Uwe Stucken in Schanghai können wir endlich die Lücke in unserer Beratung zwischen Kontinentaleuropa und China schließen.“ (René Bender)

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