Bereits Mitte März wechseln insgesamt 33 Berufsträger, darunter 6 Partner, zu K&L Gates. „Wir sind begeistert, uns einer derart dynamischen, expandierenden Anwaltssozietät wie K&L Gates anzuschließen”, so Jamka, der nicht verhehlt, dass die Kanzleifusion in der polnischen Hauptstadt kritisch aufgenommen wurde. „Im Anwaltsmarkt kann Größe allein nicht das entscheidende Kriterium sein. Lovells und Hogan & Hartson verfügen in Warschau über zwei sehr gut eingeführte große Büros. Da wird man nicht plötzlich doppelt so stark, nur weil man doppelt so groß ist.“
Dass K&L Gates nun so schnell zum Zuge kam, scheint an einer Verkettung glücklicher Umstände zu liegen. Der deutsche geschaftsführende Partner von K&L Gates, Dr. Rüdiger von Hülst, sagte: „Hier trafen unsere strategische Entscheidung für Polen und die Opportunität, ein ganzes, gut abgestimmtes Team übernehmen zu können, aufeinander.“ Seine Kanzlei habe seit Mitte des vergangenen Jahres den Warschauer Anwaltsmarkt sondiert. Zu dem Hogan & Hartson-Team sei der Kontakt schnell über den Washingtoner Partner Pawel Chudzicki hergestellt gewesen. „Chudzicki betreut seit Jahren TV- und Medienunternehmen in Polen. In dem Bereich sind auch unsere neuen polnischen Partner sehr aktiv“, so von Hülst.
Polen ist von Anfang an der Ort gewesen, an dem die Vorbehalte gegen die Fusion am größten gewesen seien, ist im Markt zu hören. Mit rund 100 Berufsträgern wäre Hogan Lovells zur mit Abstand größten internationalen Einheit in Warschau geworden, nach Berufsträgern nur knapp hinter heimischen Kanzleien wie Domański Zakrzewski Palinka oder Wardyński & Partners. Zudem war Polen das einzige Land neben Deutschland und Zypern, in dem die Kartellbehörde den Zusammenschluss überprüft hat (mehr…). Dies sei allerdings kein Grund für den Wechsel zu K&L Gates gewesen, sagte Jamka. „Das Kartellamt hat die Fusion ohnehin durchgewunken.“
Außer in Warschau verfügen Lovells und Hogan & Hartson jeweils über eigene Büros in London, Paris, Brüssel, München, Moskau und New York sowie in Tokio, Peking, Schanghai und Hongkong. Dass es auch hier zur Abspaltung eines ganzen Standorts kommt, gilt allerdings als unwahrscheinlich.
K&L Gates kommt mit dem neuen polnischen Büro nun auf 36 Standorte weltweit. Bereits Anfang 2010 hatte die Kanzlei Standorte in Moskau und Tokio eröffnet. (Jörn Poppelbaum)