Allerdings schrumpfte die Personalzahl der Sozietät drastisch: Hierzulande beschäftigte sie durchschnittlich über ein Viertel Vollzeit-Berufsträger weniger, nämlich nur noch knapp 88. Im Jahr 2008 waren es noch rund 112 Anwälte. Die Konsequenz: Die Gesamtkostenquote fiel um 4,4 Prozent auf 69,2 Prozent, der Gewinn vor Steuern stieg um 5,9 Prozent auf 12,7 Millionen Euro.
In den beiden Jahren zuvor waren die Kosten insgesamt um 13 Prozent gewachsen, auch aufgrund eines deutlichen Personalausbaus. Nun stieg der Umsatz pro Berufsträger erstmals seit drei Jahren wieder, und zwar um satte 15,8 Prozent auf knapp 471.000 Euro. Damit könnte sich Mayer Brown wieder im Bereich der Top-20-Kanzleien hierzulande ansiedeln. Beim Umsatz pro Equity-Partner legte Mayer Brown sogar noch kräftiger zu: Er stieg um 24,8 Prozent auf knapp 2,6 Millionen Euro. Diese Entwicklung überrascht nicht, zählte die US-Sozietät in ihren drei deutschen Büros in Frankfurt, Berlin und Köln doch zuletzt nur noch 16 anstelle von 22 Equity-Partnern.
In dem Ergebnis schlägt sich der seit 2008 forcierte Umbau der Sozietät zu einer deutlich stärker transaktionsorientierten Gesamtpraxis bereits nieder. Im Zuge dessen hatten etwa im Jahresverlauf 2008 (mehr…), insbesondere aber zum Ende des vorvergangenen Jahres eine Reihe von Partnern und Associates die Sozietät verlassen (mehr…). Entsprechend war der Beitrag dieser zahlreichen Wechsler im Ergebnis 2008 noch anteilig berücksichtigt.
Die Corporate- und Finance-Praxen trugen nun gut 62 Prozent zum Umsatz hierzulande bei, 6 Prozent mehr als im Jahr davor. Dagegen macht die IP-Praxis nur noch einen Bruchteil der einstigen Größe aus. 2008 war sie mit gut 10 Prozent noch die Nummer Vier nach Umsatz, in den Jahren zuvor bildete sie sogar die drittstärkste Säule. Dagegen stieg insbesondere der Anteil der Bereiche Arbeitsrecht und Compliance: Mit zusammengefasst 8 Prozent am deutschen Umsatz nehmen sie Platz Vier hinter der Real Estate-Gruppe (13,4 Prozent) ein.
„Wir haben im vergangenen Jahr herausragende Mandate gewonnen“, sagte Dr. Jörg Wulfken, Managing Partner der deutschen Mayer Brown-Büros. „Unsere um Asien und Brasilien erweiterte internationale Plattform und die Expertise unserer Anwälte in zukunftsweisenden Bereichen wie Compliance oder Restrukturierung werden von unseren Mandanten sehr geschätzt“.
In der Gesamtkanzlei sieht das Ergebnis von der Tendenz her ähnlich aus: Der Umsatz sank um 10,9 Prozent auf 701,9 Millionen Euro. Aber auch weltweit steigerte Mayer Brown ihren Gewinn vor Steuern, allerdings prozentual etwas geringer als die deutschen Büros um 4,8 Prozent auf 258,5 Millionen Euro. Die Gesamtkostenquote stieg nämlich leicht von 68,7 Prozent auf 69 Prozent. (René Bender)