Geschlossene Modegeschäfte

Hallhuber geht in Schutzschirmverfahren

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  • JUVE

Die Modekette Hallhuber hat ein Schutzschirmverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Das zuständige Amtsgericht München hat der Einleitung des Verfahrens zugestimmt und Dr. Christian Gerloff von Gerloff Liebler als vorläufigen Sachwalter bestellt. Als Grund für die finanzielle Notlage nennt das Unternehmen die Filialschließungen infolge der Corona-Krise.

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Bei der Modekette Hallhuber wird das Geld knapp. Das zuständige Amtsgericht München hat dem Antrag auf ein Schutzschirmverfahren in Eigenverwaltung zugestimmt und Dr. Christian Gerloff von Gerloff Liebler als vorläufigen Sachwalter bestellt. Grund für die finanzielle Notlage des Unternehmens sind die Filialschließungen infolge der Corona-Krise.

Christian Gerloff
Christian Gerloff

Mit dem Insolvenzrechtler Gerloff hat das Amtsgericht einen Branchenkenner als Sachwalter bestellt. Der Gründungspartner der Münchner Verwalterkanzlei Gerloff Liebler war schon häufig bei Insolvenzfällen von Modeunternehmen tätig. So war er unter anderem 2014 Insolvenzverwalter für das Luxusmodehaus Rena Lange, 2019 Generalbevollmächtigter bei der ehemaligen Hallhuber-Mutter Gerry Weber und aktuell ist er Insolvenzverwalter für das Modeunternehmen Laurèl. Unterstützt wird der Sachwalter von Namenspartner Dr. Marco Liebler und Associate Christian Rogner.

Sven Tischendorf
Sven Tischendorf

Zusätzlich setzt Hallhuber auf ein Team von AC Tischendorf. Die Frankfurter Kanzlei ist über ihren Kontakt zum Investor Robus an das Mandat gekommen, der sie der Geschäftsführung von Hallhuber empfohlen hatte. Namenspartner Dr. Sven Tischendorf übernimmt die Position des Chief Restructuring Officers, sein Kollege Dr. Alexander Höpfner die des Chief Insolvency Officers. Ebenfalls beraten Partnerin Dr. Tara Kamiyar-Müller und Dr. Felix Melzer. Neben Restrukturierungsfragen berät das Team Hallhuber unter anderem auch zum Investorenprozess und im Immobilienrecht. Insolvenzrechtler Höpfner ist erst kürzlich zu AC Tischendorf gewechselt, zuvor war er Partner bei BBL Bernsau Brockdorff. Schon vor seinem Wechsel hat er häufig mit Sven Tischendorf zusammengearbeitet, aktuell sind beide auch als Generalbevollmächtigte im Schutzschirmverfahren des baden-württembergischen Verpackungsherstellers Baden Board tätig.

Hallhuber wurde 1977 in München gegründet und ist auf den Verkauf von Damenbekleidung spezialisiert. Von Anfang 2015 bis Mitte 2019 war die Modekette eine Tochtergesellschaft von Gerry Weber. Als der Mutterkonzern im vergangenen Jahr in die Insolvenz ging, erwarb der Investor Robus Capital die Mehrheit an Hallhuber. Der Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr betrug 197 Millionen Euro. Derzeit beschäftigt Hallhuber an 380 Standorten rund 2.000 Angestellte. Darunter fallen auch Filialen außerhalb Deutschlands, unter anderem in Österreich, der Schweiz und den Benelux-Staaten. Das Unternehmen hat nun insgesamt drei Monate Zeit, um einen Sanierungsplan zu erstellen.

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