Gärtner soll eng mit dem Geschäftsführenden Ausschuss zusammenarbeiten und in die strategische Managementarbeit eingebunden sein. Die Kanzlei will mit der neu geschaffenen Position ihre Strukturen professionalisieren und auf die steigenden Anforderungen im Rechtsmarkt reagieren.
Dabei wird Gärtner sich mit Themen wie den Auswirkungen von künstlicher Intelligenz auf das Geschäftsmodell, die Arbeitsweise und die Preisgestaltung von Görg beschäftigen. Zudem soll er eng mit den Business Services der Kanzlei zusammenarbeiten, zum Beispiel mit der 2024 aufgebauten Legal Tech & Digital Transformation-Einheit um Arkadiusz Rzepka.
Langjährige Erfahrung
Gärtner wechselt nach zehn Jahren von Linklaters, wo er zuletzt als Head of Legal Operations Germany und Head of Legal Project Management Europe tätig war. Dort verantwortete er Transformationsprojekte, die Weiterentwicklung von Geschäftsprozessen sowie strategische Initiativen auf nationaler und internationaler Ebene.
Zusätzliches Know-how für seine neue Aufgabe bringt Gärtner aus seiner Tätigkeit am Bucerius Center on the Legal Profession mit. Dort befasste er sich als wissenschaftlicher Mitarbeiter mehr als drei Jahre lang mit der Zukunft von Kanzleistrukturen, Geschäftsmodellen und dem Wandel des Rechtsmarkts.
Die Verpflichtung Gärtners ist nicht der erste Versuch von Görg, die internen Strukturen mit einer zentralen Managementrolle zu stärken: 2020 holte Görg Rainer Löffler als Chief Operating Officer, nach zwei Jahren verließ er die Kanzlei jedoch wieder.
Globale Reorganisation bei Linklaters
Gärtners Position bei Linklaters wird nicht direkt nachbesetzt. Bei der Kanzlei gab es zuletzt einen Strategiewechsel, der mit einer Reorganisation für den Legal-Operations-Bereich einhergeht. Waren die Aktivitäten bisher vor allem lokal gebündelt, will die Kanzlei künftig einen globalen Ansatz verfolgen und noch stärker die länderübergreifenden Praxisgruppen unterstützen. Zugleich will Linklaters bei der Einführung neuer Tools und KI-Anwendungen auf konkrete Anwendungsfälle schauen, sich also noch konsequenter am Bedarf der Praxisgruppen orientieren.
Dazu gehört, dass die Kanzlei die beiden KI-Tools Legora und Harvey global ausgerollt hat. Zudem hat sie eine 20-köpfige Gruppe sogenannter AI Lawyer aufgestellt, berufserfahrene Anwältinnen und Anwälte, die die Praxisgruppen bei der Entwicklung von Prompts und Workflows unterstützen und zur Nutzung von KI in der Mandatsarbeit beraten.
Der Bereich Legal Operations, zu dem auch Legal Project Management gehört, wird im Zuge der Reorganisation organisatorisch neu verankert: Er bleibt inhaltlich bestehen, wird künftig jedoch überregional und praxisgruppenbezogen – statt national gebündelt – gesteuert.
In jeder Praxisgruppe gibt es nun einen sogenannten Head of Matter Optimization. Sie sind ebenfalls global angesiedelt und fungieren als Schnittstelle zwischen den AI Lawyers, die Anforderungen definieren, und der praktischen Umsetzung in Mandaten. Aus Deutschland koordiniert diese Entwicklung Martina Farkas als Head of Innovation Germany.