Die fusionierte Kanzlei wird unter dem Namen Hogan Lovells Cadwalader firmieren und mit rund 3.100 Anwälten sowie einem kombinierten Umsatz von mehr als 3,6 Milliarden US-Dollar zu den globalen Top-Einheiten gehören. Strategisch soll die Stärke von Hogan Lovells in stark regulierten Sektoren wie Corporate/M&A, Regulierung und IP mit der Finanzmarktexpertise von Cadwalader verbunden werden. Die Wall-Street-Kanzlei gilt als führend in den Bereichen Finance, strukturierte Produkte und Kapitalmärkte.
Durch den Zusammenschluss entsteht eine Kanzlei, die nach eigenen Angaben die zweitgrößte in Washington, D.C., unter den Top 10 in London und unter den Top 25 in New York sein wird. Insbesondere die gewonnene Größe in New York, wo künftig rund 370 Berufsträger tätig sein werden, ist für Hogan Lovells von strategischer Bedeutung. Kanzleien ohne Stammsitz in der Finanzmetropole tun sich traditionell schwer, dort signifikante Kapazitäten aufzubauen.
Für Hogan Lovells, die 2010 aus der Fusion von Hogan & Hartson und Lovells entstand, ist der Zuwachs an der Wall Street ein wichtiger Schritt. Cadwalader, die älteste Kanzlei New Yorks, ist gut bei internationalen Banken und Private-Capital-Häusern vernetzt. Hogan Lovells ist mit einem Umsatz von zuletzt 3,3 Milliarden Dollar der deutlich größere Partner, während Cadwalader bei den Gewinn- und Produktivitätskennzahlen vorne liegt.
Neue Führung und deutsche Perspektive
Geführt wird die neue Einheit vom bisherigen Hogan Lovells-CEO Miguel Zaldivar.
Die Co-Managing-Partner von Cadwalader, Patrick Quinn und Wesley Misson, übernehmen ebenfalls Führungsrollen. Quinn wird Global Managing-Partner für ‚Clients and Practice Integration‘, Misson wird die globale Finance-Praxis leiten. Cadwalader-Partner werden zudem Sitze im International Management Committee und im Board der fusionierten Kanzlei erhalten.
Für den deutschen Arm der Kanzlei ergeben sich nach Einschätzung von Managing-Partner Dr. Detlef Haß neue Perspektiven. Das Profil im Finanzsektor und im Transaktionsbereich werde erheblich gestärkt.
Insbesondere der Standort Frankfurt soll von den Synergien profitieren. Deutsche Partner erwarten, dass sich das Geschäft auf der Achse New York-London auch auf die kontinentaleuropäischen Büros auswirken wird. Die Auswirkungen auf das strategische M&A-Geschäft in Deutschland werden hingegen als eher gering eingeschätzt, da Cadwalader in den USA nicht primär für diese Art von Deals bekannt ist.
Trend zu transatlantischen Deals
Die Fusion ist der jüngste Schritt in einer Reihe von Zusammenschlüssen, die auf transatlantische Kompetenzen abzielen. Zuvor hatten bereits Allen & Overy und Shearman & Sterling im Mai 2023 ihre Fusion bekannt gegeben. Es folgten unter anderem Herbert Smith Freehills mit Kramer Levin sowie Ashurst mit Perkins Coie und Winston & Strawn mit Taylor Wessing.