Im Gespräch mit Flick Gocke

„Der Wettbewerbsdruck wird deutlich zunehmen“

Zum Jahreswechsel tritt die steuerzentrierte Kanzlei Flick Gocke Schaumburg dem Steuerrechtsnetzwerk Taxand bei. Taxand gilt als eines der einflussreichsten Netzwerke unabhängiger Anwaltskanzleien und Steuerberatungsgesellschaften. Der Bonner Partner Dr. Xaver Ditz koordiniert die Kontakt zu Taxand.

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Xaver Ditz
Xaver Ditz

JUVE: Nach vielen Jahren strategischer Überlegungen, Ihre internationale Aufstellung zu verbessern, haben Sie sich für einen Beitritt zum Taxand-Verbund entschieden. Warum?
Xaver Ditz: Schon heute hat ein Großteil unserer Mandate internationalen Bezug und wir binden häufig Beraterkollegen aus anderen Ländern ein. Mit dem Beitritt zu Taxand ergänzen wir unseren Best-Friends-Ansatz und institutionalisieren ihn: Wir gewinnen Zugriff auf erweiterte globale Ressourcen und bauen Beziehungen zu Partnerkanzleien auf und aus, durch die wir in Cross-Border-Mandaten schneller und effizienter agieren können. Unsere Rolle als neues Core Member und die Position von Thomas Rödder im Board von Taxand eröffnen uns außerdem die Möglichkeit, das Netzwerk mit zu prägen. 

In welchen steuerrechtlichen Gebieten erhoffen Sie sich den größten Nutzen?
Dies betrifft natürlich vor allem steuerrechtliche Gebiete mit internationalen Bezug, die Taxand in den Service Lines Indirect Tax, Tax Dispute Resolution und Transfer Pricing/Business Restructuring abbildet. Darüber hinaus bieten sich weitere Bereiche an, wie zum Beispiel Private Clients und Compliance.

Bislang setzten Sie vor allem auf eine Allianz mit der führenden österreichischen Steuerkanzlei LeitnerLeitner und den Steueranwälten von Homburger in der Schweiz. Warum ließen sich solche Beziehungen nicht auf andere Länder erweitern?
Die DACH-Region ist und bleibt für uns außerordentlich wichtig. Unsere Allianz mit LeitnerLeitner werden wir künftig in gleicher Intensität fortführen. Auch die Zusammenarbeit mit Homburger möchten wir fortsetzen. Zudem werden wir enge Verbindungen zu einer Reihe führender Kanzleien etwa in den USA oder Italien aufrechterhalten. In manchen Regionen – wie in Asien – ist es für uns jedoch sehr aufwendig, selbst feste Kontakte zu etablieren. Taxand eröffnet uns leichteren Zugang zu Steuer-Know-how in 50 Ländern – und den Vorteil, dass die Taxand-Gesellschaften sich untereinander regelmäßig austauschen.

Planen Sie auch im Gesellschaftsrecht, grenzüberschreitende Kanzleibeziehungen zu formalisieren?
Taxand ist das führende internationale Netzwerk im steuerlichen Bereich, so dass uns die Entscheidung für den Beitritt leicht gefallen ist. Im Gesellschaftsrecht setzen wir weiterhin auf die bewährte Zusammenarbeit mit anerkannten Best-Friends-Kanzleien. Hier gibt es auch Überschneidungen und Potenziale mit Taxand. Wir schließen eine Formalisierung der Beziehungen auch außerhalb des Steuerrechts nicht aus.

Der EuGH-Generalanwalt meint, dass Steuerberatungsgesellschaften aus anderen EU-Ländern in Deutschland die Zulassung als Steuerberater erhalten müssen. Steigt künftig der Internationalisierungsdruck auf deutsche Berater?
Dieser Druck ist längst da. Große Steuerkanzleien in Deutschland sind schon seit Jahren gefordert, sich auf den internationalen Beratungsbedarf ihrer Mandanten einzustellen. Verändern wird sich aber das Berufsbild des Steuerberaters im Deklarationsgeschäft. Hier wird der Wettbewerbsdruck deutlich zunehmen.

Das Gespräch führte Jörn Poppelbaum.

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