JUVE: Mit Ihrem Co-Managing-Partner Dr. Markus Sengpiel haben Sie einige Umstrukturierungen bei Luther angestoßen. Wie weit sind Sie schon gekommen?
Wir haben zuletzt unser Full-Service-Angebot durch fachübergreifende Praxisgruppen, z.B. im Bereich Compliance, Vergabe- und Versicherungsrecht ergänzt. Themen, denen wir zukünftig noch mehr Bedeutung beimessen wollen, sind das Energiewirtschaftsrecht sowie die Bereiche Umweltrecht, Planung und Regulierung. Zudem gilt es, unsere Steuerpraxis, die auch durch die Zusammenarbeit mit Taxand sehr gut positioniert ist, noch stärker in den Fokus zu rücken.
Zwölf vor allem jüngere Quereinsteiger haben Sie in den vergangenen zwölf Monaten bundesweit geholt. Welche Strategie steckt dahinter?
Wir haben auch schon früher bei Quereinsteigern auf jüngere Partner gesetzt. Die Zugänge orientieren sich vor allem daran, dass sie qualitativ zum Beratungsbedarf und den Zielen der Kanzlei passen. Nach wie vor setzen wir aber auch sehr stark auf den eigenen Nachwuchs.
Vor allem das Gesicht der Bank- und Finanzrechtspraxis hat sich – auch durch Abgänge – ziemlich verändert, wer verantwortet hier künftig den Aufbau?
Mit den neuen Partnern bietet Luther ein umfassendes Beratungsangebot im Bereich Banking & Finance, einschließlich Aufsichtsrecht, Financial Litigation sowie im Investment Management. Mit unseren erweiterten Kapazitäten decken wir zudem die immer wichtiger werdende Schnittstelle zwischen Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht ab. Wir konzentrieren uns nicht nur auf Banken und Finanzinstitute, sondern haben auch die Bedürfnisse der von uns beratenen Unternehmen im Fokus. Sobald das junge Team genügend integriert ist, wird auch die Frage der Verantwortung für die Service Line entschieden.
Sie haben zuletzt in Myanmar eröffnet – ein ungewöhnlicher Schritt – wie positioniert sich Luther künftig in Asien?
Luther ist inzwischen die am breitesten in Asien vertretene deutsche Kanzlei. Im Fokus stehen unsere deutschen Mandanten und deren Bedürfnisse. Dies ist auch der Grund für die Büroeröffnung in Myanmar.
Wie sieht die Strategie für ihr Londoner Büro aus?
Uns geht es darum, Ansprechpartner für Investoren zu sein, die Europa von London erschließen wollen – und auch für angloamerikanische Kanzleien, die kein eigenes Büro in Deutschland unterhalten. In dieser Hinsicht ist das Büro ein Volltreffer. Dies zeigt auch die Ernennung von Tobias Verlende zum Partner, der den Ausbau in London weiter verantwortet.
Das Gespräch führte Christine Albert.