JUVE spricht mit…Rainer Wilke von Shearman & Sterling

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Seit Februar führt der Düsseldorfer Corporate-Partner Rainer Wilke mit dem Münchner Dr. Markus Rieder das Deutschland-Geschäft von Shearman. Gleich zu Beginn der Amtszeit verließen wichtige Partner die Kanzlei, zwei Top-Kapitalmarktrechtler und zwei zentrale Partner der jüngeren Generation.

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Rainer Wilke
Rainer Wilke

JUVE: Was sind die größten Aufgaben für das neue deutsche Shearman-Management?
Rainer Wilke: Wir müssen gar nicht so viel vor der Haustür kehren. Es sind eher kleine Schritte, die nötig und auch sehr wichtig sind. Es gilt, uns noch stärker auf unsere wichtigsten Bereiche zu fokussieren, etwa Corporate/M&A, Kapitalmarktrecht und Finance, aber auch Kartellrecht, Steuern sowie immer stärker auch Litigation und Arbitration. In diesen Praxen wollen wir Shearman noch besser positionieren, die Breite der Mandate und Mandanten weiter stärken.

Im Vergleich zu anderen Spitzenkanzleien agieren Ihre Büros in Düsseldorf und Frankfurt schon länger sehr autark. Was wollen Sie dagegen tun?
Wir sehen das nicht so und schon gar nicht als Grundsatzproblem, dessen Lösung wir uns stärker auf die Agenda schreiben müssten. Es gibt viele Beispiele für sehr gute Zusammenarbeit in beiden Büros, etwa aktuell zwischen den Corporate-Partnern Dr. Roger Kiem und mir oder ebenso Dr. Thomas König und Dr. Martin Neuhaus, im Kapitalmarktrecht zwischen Marc Plepelits und Dr. Hans Diekmann oder bei Arbitration zwischen Prof. Richard Kreindler und mir.

Inwieweit ist der Weggang von Dr. Marco Sustmann und Dr. Andreas Merkner, zwei wichtigen jungen Hoffnungsträgern, ein Rückschlag für ihren Generationswechsel?
Es schmerzt zwar, wenn zwei gute junge Partner und noch dazu Eigengewächse, gehen. Das ist aber in Kanzleien unserer Größe auch ein Stück weit Normalität. In der täglichen Arbeit können wir dies gut kompensieren. Erst recht stellt es den Generationswechsel nicht in Frage. Das zeigt ein Blick auf die Vielzahl starker junger Partner wie zum Beispiel Dr. Bodo Bender, Winfried Carli, Dr. Johannes Frey, Dr. Esther Jansen, Dr. Martin Neuhaus und Dr. Markus Rieder.

Marktbeobachter sehen die Partnerabgänge dieses Jahres kritischer. Vor allem der Weggang der jungen Partner sei ein negatives Signal für die deutsche Praxis. Wie schätzen Sie dies ein?
Das haben wir 2008 schon einmal gehört, als wir einige Weggänge zu verzeichnen hatten. Seitdem ist in diese Richtung nichts passiert. Nun zu behaupten, dass der Wechsel von zwei jüngeren Partnern, noch dazu aus sehr persönlichen Motiven, zu einer Zerreißprobe führt, ist Unsinn. Im Gegenteil: Bei Shearman herrscht vor allem seit der Wahl des neuen globalen Managements weltweit Aufbruchstimmung, und das gilt gerade auch für Deutschland.

Was wollen Sie in den kommenden ein bis zwei Jahren erreichen?
Wir wollen wachsen und uns noch klarer positionieren. Dazu möchten wir uns insbesondere im Kapitalmarktrecht und im Corporate/Private Equity-Segment verstärken sowie Arbitration und Litigation als Kernkompetenz weiter etablieren. Auf zwei Jahre gesehen sollte die Zahl von 100 Berufsträgern realisierbar sein. Heute sind wir 75.

Das Gespräch führte René Bender.

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