Den Auftakt der Legal Operations Konferenz bestritten Nathalia Schomerus, Legal Innovation Lead beim Legal-AI-Anbieter Legora, und Ritika Pai. Pai ist Partnerin beim Technologieinvestor Iconiq, der unter anderem in Legora und Anthropic investiert hat. Das Thema: Warum Investoren auf Legal AI setzen – und woran sich erkennen lässt, welche Anbieter langfristig Erfolg haben werden.
Für Pai ist die Attraktivität des Marktes offensichtlich. Juristische Arbeit basiere auf Sprache, Dokumenten, Struktur und klar definierten Prozessen, alles Bereiche, in denen große Sprachmodelle besonders leistungsfähig seien. Gleichzeitig handele es sich um einen hochspezialisierten Markt mit komplexen Anforderungen. Genau diese Kombination mache Legal AI für Investoren interessant.
Markt-Know-how ist entscheidend
Dabei gehe es längst nicht mehr nur um die Qualität einzelner Modelle. Entscheidend seien die Einbindung in bestehende Systeme, Datensicherheit, Compliance und die Frage, ob die Lösungen tatsächlich in den Arbeitsalltag von Juristen integriert werden können. Aus Investorensicht sei deshalb nicht nur die Technologie entscheidend, sondern auch die Fähigkeit eines Anbieters, die Arbeitsweise von Rechtsabteilungen und Kanzleien zu verstehen.
Ein weiterer zentraler Punkt: Die Einführung von KI ist weniger eine technische als eine organisatorische Herausforderung. Ob sich neue Werkzeuge durchsetzen, hängt maßgeblich von Akzeptanz, Schulung und Prozessgestaltung ab.
Die Diskussion zeigt damit exemplarisch, worum es auf der Konferenz insgesamt geht: nicht um die Frage, ob KI den Rechtsmarkt verändert, sondern wie Rechtsabteilungen, Kanzleien und ihre Partner diesen Wandel erfolgreich gestalten können.
Diese Fragen ziehen sich auch durch das weitere Programm der Konferenz. Vertreterinnen und Vertreter aus Rechtsabteilungen, Kanzleien und Legal-Tech-Unternehmen diskutieren unter anderem über neue Kompetenzprofile im KI-Zeitalter, die Organisation moderner Legal-Teams, AI-gestützte Vertragsprozesse, Compliance-Anforderungen und die Zukunft juristischer Dienstleistungen. Im Mittelpunkt steht dabei stets dieselbe Herausforderung: Wie gelingt es, technologische Innovation in nachhaltige Veränderungen für die tägliche Rechtsarbeit zu übersetzen?