Leipzig

Bren Lange Rosse spaltet sich auf

Die Nachfolgeeinheit des früheren Leipziger Büros von Clifford Chance löst sich spätestens Ende September auf. Zu diesem Zeitpunkt schließt sich der von Dirk Lange (52) geführte Anwaltsarm der multidisziplinären Kanzlei Bren Lange Rosse + Partner der örtlichen Wettbewerberin Gruendel an.

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Dirk Lange
Dirk Lange

Bren Lange Rosse war 2012 durch ein Spin-off der Leipziger Berufsträger von Sammler Usinger entstanden. Diese hatte sich wiederum 2009 formiert, als der langjährige Clifford-Immobilienpartner Wolfgang Usinger der Leipziger Clifford-Nachfolgerin Sammler Volhard Bren & Lange beitrat. Die britische Großkanzlei selbst hatte ihr örtliches Büro Anfang 2002 abgespalten.

Die jetzige Trennung bei Bren Lange Rosse hatte sich schon angedeutet. Bereits 2014 hatte Namenspartner Dr. Tilman Rosse die MDP verlassen. Er leitet seitdem die Rechtsabteilung der Essener SB-Backkette BackWerk. Schon seit Rosses Weggang hatte es Gespräche über ein mögliches Zusammengehen mit Gruendel gegeben, die jedoch in diesem Frühjahr ergebnislos beendet worden waren.

Nun schließt sich der Verwaltungs- und Immobilienrechtler Lange mit den Associates Dr. Frank Hassel und Birgit Kempgen Gruendel an, während die Einheit um die ehemalige Clifford-Partnerin Ulrike Bren (55) als reine Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft weitermacht. Mit dann vier Berufsträgern sieht sie sich im Leipziger Markt noch immer gut aufgestellt.

Aus Langes Sicht – der wie Bren zwischen 2000 und 2002 Partner bei Clifford war – passen das „bei Gruendel vorhandene Transaktions-Know-how sowie die bestehende Expertise im Immobilien-, Bau- und Vergaberecht hervorragend zu den durch uns betreuten Mandaten“.

Gruendel gilt in Leipzig als die führende Kanzlei in der Beratung von VC-Finanziers und Investoren und zählt etwa CFH, Bm-t und Onics zu ihren ständigen Mandanten. Sie war in der heutigen Form wiederum nach dem Auseinanderbrechen der Kanzlei Petersen Gründel Ende 2011 entstanden und verfügt heute auch über Büros in Jena und Berlin.

Die Spaltung von Bren Lange Rosse spiegelt das derzeit in Leipzig sehr unruhige Umfeld im Anwaltsmarkt wider. Partner aus den Anfängen der Rechtsberatung nach der Wende haben sich in den vergangenen Jahren vermehrt zurückgezogen oder Leipzig verlassen. Nach JUVE-Informationen befindet sich aktuell eine weitere alteingesessene Kanzlei, die einst als Nachfolgerin internationaler Großkanzleien entstanden ist, unmittelbar vor der Spaltung. (Jörn Poppelbaum)

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