Vergütung

Linklaters-Partnerschaft läutet Abschied vom strikten Lockstep-Prinzip ein

Die internationale Partnerschaft von Linklaters hat erstmals deutlichen Modifikationen des Lockstep-Prinzips zugestimmt. Das veränderte Vergütungssystem sieht höhere Ausschüttungen für besonders leistungsstarke Partner vor. Auch ein schnellerer Aufstieg im Lockstep soll möglich werden. 

Teilen Sie unseren Beitrag

Dass Linklaters seit Herbst an der Reform ihres Vergütungssystems arbeitete, war im Markt bekannt. Die im Sommer neu gewählten internationalen Führungsfiguren, Senior-Partner Aedamar Comiskey und Managing-Partner Paul Lewis, hatten sich bei ihren Kandidaturen bereits eine Überarbeitung des Lockstep-Systems auf die Fahnen geschrieben.

Aedamar Comiskey

Linklaters war bislang diejenige Magic-Circle-Kanzlei, die am striktesten am traditionellen Lockstep festhielt. Die letzte Debatte dazu liegt bereits einige Jahre zurück: Ende 2016 beschloss die Partnerschaft die Einführung von Leistungsmindestschwellen, die beim planmäßig zwölf Jahre dauernden Aufstieg passiert werden müssen. Für die deutschen Partner steht ein solches ‚Gate‘ an der achten Stufe im Lockstep. Außerdem können Partner auf der höchsten Vergütungsstufe seitdem auch wieder heruntergestuft werden.

US-Konkurrenz im Visier

Einen Bonustopf oder Sonderpunkte oberhalb der regulären Lockstep-Grenze für besonders leistungs-, sprich umsatzstarke Kandidaten lehnten die Partner damals aber noch ab. Nun holt Linklaters genau diesen Schritt nach und erweitert die Lockstep-Skala in Ausnahmefällen nach oben. Zudem gibt es nun die Möglichkeit, besonders leistungsstarke junge Partner schneller mit zusätzlichen Lockstep-Punkten zu belohnen.

Paul Lewis

Mit diesen Modifikationen sollen die beiden größten Probleme gelöst werden, die die meisten britischen und kontinentaleuropäischen Lockstep-Kanzleien im Spitzensegment in den vergangenen Jahren geplagt hatten: Zum einen wanderten zahlreiche, gerade jüngere Leistungsträger zu US-Kanzleien ab, die auf den europäischen Märkten expandierten und weit höhere Entnahmen bieten konnten. Zum anderen taten sich die Magic-Circle-Kanzleien mit dem Aufbau schlagkräftiger Präsenzen in den USA schwer, solange sie bei der Vergütung ihrer dortigen Partner an die Grenzen des europäischen Locksteps gebunden waren.

Artikel teilen

Lesen sie mehr zum Thema