Gesellschaftsrechtliche Streitigkeiten

Litigation-Partnerin und of Counsel wechseln von Clifford zu Klinkert

Die IP- und Medienrechtsboutique Klinkert verstärkt sich zum Jahreswechsel mit zwei Neupartnern, die von Clifford Chance kommen: Christine Gärtner (47) ist Konfliktlösungsspezialistin und war bereits bei Clifford Partnerin. Mit ihr wechselt der Gesellschaftsrechtler Dr. Moritz Pöschke (43), bisher of Counsel. Beide wollen bei Klinkert eine Praxis für gesellschaftsrechtliche Streitigkeiten aufbauen.

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Gärtner begann ihre Karriere 2004 bei Jones Day. 2007 wechselte sie als Associate zu Latham & Watkins, wo sie 2013 Partnerin wurde. Seit 2019 ist sie Partnerin bei Clifford. Ihre Spezialität sind komplexe Gerichts- und Schiedsverfahren, häufig gesellschaftsrechtliche Auseinandersetzungen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Arbeit für Mandanten aus der Finanzindustrie. 

Christine Gärtner

Zu ihren bekanntesten Mandaten als Latham-Partnerin zählten die Vertretung von Robert Tönnies im Streit mit seinem Onkel Clemens Tönnies über die Neuordnung des Fleischkonzerns und die Vertretung des Küchenherstellers Alno im Streit mit seinem fristlos gekündigten Ex-Vorstandschef. Bei Clifford beriet Gärtner unter anderem den Wirecard-Aufsichtsrat vor der Pleite des Konzerns sowie zuletzt intensiv in einem praxisübergreifenden Team den Einlagensicherungsfonds zur Entschädigung von Greensill-Einlegern.

Berater bei Clifford, Direktor an der Uni Köln

Pöschke berät im Gesellschaftsrecht an den Schnittstellen zum Kapitalmarkt- und zum Bilanzrecht wie auch zur Abschlussprüfung. Zudem berät er bei großen M&A-Projekten. So war Pöschke Teil des Clifford-Teams, das den Private-Equity-Investor SCP und Real beim Verkauf von 63 Märkten an das Family Office Tischendorf begleitete. Er begann seine Laufbahn bei Clifford 2009 und war zwischendurch für ein Jahr Inhouse-Anwalt bei BMW. Seit 2016 ist er of Counsel und macht auch als Akademiker Karriere: 2019 habilitierte er sich im Gesellschaftsrecht, seit Kurzem ist er einer der Direktoren des Instituts für Nachhaltigkeit, Unternehmensrecht und Reporting an der Uni Köln.

Moritz Pöschke

Gärtner und Pöschke haben zuletzt intensiv in Mandaten zusammengearbeitet, dabei ging es um gesellschaftsrechtliche Auseinandersetzungen bei Mittelständlern. Bei Klinkert stößt Gärtner auf alte Bekannte: Namenspartner Dr. Friedrich Klinkert sowie die Partner Piet Bubenzer und Nora Keßler waren bei Jones Day, als Gärtner dort 2004 anfing.

Klinkert erweitert Disputes-Praxis

Die Konfliktlösungspraxis von Klinkert ist bisher stark auf IP-Prozesse fokussiert. Zu marken- und wettbewerbsrechtlichen Themen vertritt sie immer wieder Pharma-, Mode- und Kosmetikunternehmen. Auch Sportstreitigkeiten vor Schiedsgerichten sind ein Schwerpunkt, für den unter anderem die Partnerin Annett Rombach steht. Sie bezeichnet die Zugänge als „enorme Verstärkung unserer Litigation- und Arbitration-Praxis“. Mit dem Gesellschaftsrecht komme zudem ein Bereich hinzu, der die zivilrechtlichen Beratungsgebiete von Klinkert komplettiere. Auf der anderen Seite spaltet sich zum Jahreswechsel das komplette Strafrechtsteam der Kanzlei ab, zwei Partner und zwei Counsel, die künftig unter Kayßer firmieren.

Für Clifford ist vor allem der Abgang der im Markt sehr anerkannten Gärtner ein Verlust. Die vielfältigen Themen, für die sie steht, verteilen sich nun auf mehrere Köpfe, unter anderem die zum Mai ernannten Düsseldorfer Partner Dr. Jan Conrady (Litigation) und Dr. Dominik Heß (Gesellschaftsrecht). Insgesamt umfasst die Disputes-Praxis 7 Partner, 5 Counsel und etwa 25 Associates. Zuletzt stieß die auf internationale Schiedsverfahren spezialisierte frühere Freshfields Bruckhaus Deringer-Anwältin Olga Hamama als Special Counsel hinzu.

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