Spin-off

Klinkert verliert ihr komplettes Strafrechtsteam

Das Strafrechtsteam von Klinkert macht sich zum Jahreswechsel selbstständig. In die neue Kanzlei wechseln der renommierte Prof. Dr. Stefan Kirsch (54) und Klinkert-Gründungspartnerin Dr. Marijon Kayßer (58) sowie zwei bisherige Counsel als Partner. Die Einheit firmiert unter Kayßer und soll weiter eng mit Klinkert kooperieren.

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Zum Team der neuen Kanzlei gehören Partnerin Dr. Marijon Kayßer (58) und Partner Prof. Dr. Stefan Kirsch (54), die jetzigen Counsel Dr. Ricarda Schelzke (36) und Dr. Simon Becker (37) sowie die Associate Franziska Netopil (34) und ab Januar Clara Bosch (34). Schelzke und Becker werden im Zuge des Wechsels zur Partnerin bzw. zum Partner ernannt.

Marijon Kayßer

Kayßer und Kirsch kennen sich seit Jahrzehnten, arbeiten allerdings erst seit 2019 in einer Kanzlei. Kayßer ist Gründungspartnerin von Klinkert. 2010 kam sie gemeinsam mit Johannes Zindel von Jones Day und eröffnete – damals unter dem Namen Klinkert Zindel – die Kanzlei zusammen mit Dr. Friedrich Klinkert und Piet Bubenzer, die zuvor bei Heymann & Partner tätig waren.

Kirsch stieß vor drei Jahren zum Team, er verließ nach 20 Jahren die Kanzlei HammPartner und brachte Schelzke als Associate mit. Sie hatte sich 2016 HammPartner angeschlossen, nachdem sie zuvor zwei Jahre bei Freshfields Bruckhaus Deringer gearbeitet hatte. Ähnlich Becker: Er wechselte 2021 zu Klinkert, kam von HammPartner und war zuvor bei Freshfields.

Anerkannte Individualverteidiger

Stefan Kirsch

Kayßer und Kirsch genießen im Markt einen hervorragenden Ruf, nicht zuletzt, weil sie zu den eher geräuschloseren Vertretern ihrer Zunft zählen. Gerade in der Individualverteidigung sind sie zurzeit in einer Reihe prominenter Verfahren präsent. Sie stehen etwa an der Seite von Ex-VW-Vorstandschef Winterkorn und dem Ex-Vorstand von Continental im Dieselverfahren und vertreten zudem einen Angeklagten und weitere Manager im Cum-Ex-Verfahren um Warburg. Kirsch ist außerdem für seine internationale Erfahrung anerkannt. Er trat beispielsweise als Verteidiger vor dem Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag und vor dem Internationalen Strafgerichtshof für Ruanda in Tansania auf.

Die formale Abspaltung hat nur wenig Auswirkungen auf das Geschäft beider Einheiten. Das über die Jahre deutlich gewachsene Strafrechtsteam galt schon lange als recht autark innerhalb von Klinkert. Mandate, die an der Schnittstelle zwischen Strafrecht und Zivilrecht spielen, beispielsweise zum Geheimnisschutz, werden beide Kanzleien auch künftig weiter gemeinsam bearbeiten.

Klinkert ist im Markt vor allem bekannt für ihr Know-how im Marken- und Wettbewerbsrecht sowie im Medien- und Urheberrecht. Zu marken- und wettbewerbsrechtlichen Themen vertritt sie immer wieder Pharmaunternehmen genauso wie Mode- und Kosmetikunternehmen. Einen Namen hat sich die Kanzlei ebenso im Medienrecht gemacht, vor allem bei der urheberrechtlichen Beratung des Sportsektors. Ohne das Strafrechtsteam verbleiben bei Klinkert nun noch fünf Partner, drei Counsel, sechs Associates und ein of Counsel.

Eine ähnliche Entwicklung wie Kayßer durchlief Pfordte Bosbach in München. Sie koppelte sich Anfang 2020 von Brehm & von Moers ab. Seitdem wird die Liste an neuen Boutiquen immer länger: In München fiel Ufer Knauer in zwei Teile, Fröba Dominok wurde gegründet genauso wie in Frankfurt mit Reichling Corsten und zuletzt Richter neue Einheiten an den Start gingen.

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