München

Gibson Dunn gewinnt Litigation-Partner von Latham

Gibson Dunn & Crutcher verstärkt sich mit einem Quereinsteiger: Zum Januar wechselt Dr. Markus Rieder (47) aus dem Münchner Büro von Latham & Watkins. Für Lathams Prozesspraxis ist es bereits der zweite Partnerabgang in diesem Jahr. Rieder hat einen Schwerpunkt bei Massenverfahren und Compliance-bezogenen Mandaten.

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Markus Rieder

Der Prozessexperte stand viele Jahre für die Mammutschiedsverfahren im Fall Toll Collect. Nach deren Abschluss im vergangenen Jahr wehrt Rieder für seine Hauptmandantin Daimler unter anderem Klagen von Dieselfahrern ab. Rieder wechselte 2013 mit weiteren Partnern von Shearman & Sterling zu Latham. Begonnen hatte er seine Karriere als Inhouse-Jurist bei BMW. Bis zum vergangenen Jahr war Rieder der einzige Litigation-Partner im Münchner Büro, dann wechselte von Baker & McKenzie der Compliance-Experte Prof. Dr. Thomas Grützner zu Latham.

Bereits vor zwei Jahren hatte Latham den Litigation-Partner Dr. Finn Zeidler an Gibson Dunn verloren. Gibson zählt vor allem in den USA zu den renommiertesten Prozesskanzleien. In Deutschland beschränkte sie sich mit einem kleinen Team lange auf Compliance-Mandate. Seit einigen Jahren baut die Kanzlei allerdings ihre deutsche Praxis aus. So hat sie 2016 in Frankfurt ein zweites deutsches Büro eröffnet, dessen Gründungspartner – die Transaktionsexperten Dr. Dirk Oberbracht und Dr. Wilhelm Reinhardt – ebenfalls von Latham kamen.

Wiedersehen mit alten Kollegen

Rieder, der bei Gibson Dunn mit seinem früheren Latham-Kollegen Zeidler zusammenarbeiten wird, ist spezialisiert auf Massen- und Schiedsverfahren und steht wie Zeidler für White-Collar-Fälle. Gibsons deutsche Prozesspraxis hat einen Schwerpunkt bei aktienrechtlichen Streitigkeiten, sie vertritt unter anderem Anheuser-Busch InBev und Douglas in Spruchverfahren. Vor allem steht die Praxis aber für interne Untersuchungen, so begleitete der Münchner Partner Dr. Benno Schwarz die Aufarbeitung der Dieselaffäre bei Daimler.

Daraus ergeben sich Anknüpfungspunkte zur Arbeit Rieders, denn dieser berät Daimler unter anderem bei der Abwehr von Verbraucherklagen im Zusammenhang mit der Dieselaffäre. Zwar hat der Fall längst nicht die Ausmaße wie bei VW, allerdings ergibt die Summe der Einzelklagen auch hier inzwischen einen riesigen Prozesskomplex. Allein am Landgericht Stuttgart sind in diesem Jahr bereits fast 1.500 Klagen gegen den Konzern eingegangen.

Wer wehrt Daimlers Dieselklagen ab?

Nun dürfte hinter den Kulissen geklärt werden, was der Wechsel Rieders für die Zusammenarbeit zwischen Latham und Daimler im Zusammenhang mit dem Dieselkomplex bedeutet. Es gilt als wahrscheinlich, dass angesichts der hohen Fallzahlen mehrere Kanzleien mandatiert werden. Dies ist ohnehin bereits der Fall: Im Markt ist bekannt, dass Daimler neben Latham auch White & Case für die Abwehr der Klagen mandatiert hat.

Rieders Wechsel ist in diesem Jahr der zweite Weggang eines Litigation-Partners von Latham. Im Sommer schloss sich Christine Gärtner, eine Spezialistin für gesellschaftsrechtliche Prozesse und Schiedsverfahren, in Frankfurt Clifford Chance an. Bei Latham umfasst die Konfliktlösungspraxis im engeren Sinne nach den Wechseln noch 4 Partner, 2 Counsel und etwa 25 Associates. Die Gesamtpraxis, zu der auch Kartellrecht, Compliance und Datenschutz gehören, hatte sich im vergangenen Jahr verstärkt: Neben Grützner wechselte der Datenschutzexperte Tim Wybitul von Hogan Lovells zu Latham.

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