Nach der Aufspaltung

Metro betraut Chefjuristen mit Vorstandsaufgaben

Der Handelskonzern Metro treibt seine Aufspaltung voran: Während er in einer Gesellschaft das Großhandels- und Lebensmittelgeschäft bündelt, werden in der anderen das sogenannte Consumer-Electronics-Geschäft um die Elektronikkette Media-Saturn zusammengefasst. Letzte Woche wurde das zukünftige Management für die beiden Einheiten bekanntgegeben. Dabei ist auch für den bisherigen Chefjurist Dr. Dieter Haag Molkenteller eine Vorstandsaufgabe vorgesehen.

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Dieter Haag Molkenteller
Dieter Haag Molkenteller

Die Metro-Gruppe vollzieht nach eigener Darstellung seit 2012 eine Fünf-Jahres-Transformation. Diese wird mit einer gesellschafts- und steuerrechtlichen Kombination aus Ausgliederung und Abspaltung im nächsten Jahr zu zwei unabhängigen börsennotierten Unternehmen führen. Die Altaktionäre von Metro sollen 90 Prozent der Anteile an der künftigen Gesellschaft für den Groß- und Lebensmitteleinzelhandel erhalten, die derzeit unter dem Projektnamen ‚W&FS‘ geführt wird. Zehn Prozent der Anteile gehen in die zweite Einheit ‚CE‘, die dann auch das gesamte Geschäft mit Elektronikfachmärkten beherbergt. Bis Ende September wird bereits die organisatorische Trennung erfolgen.

Haag Molkenteller, der schon seit 1998 bei Metro tätig ist, fungiert seit 2012 als General Counsel & Chief Compliance Officer der Gesamtgruppe. Sofern der Aufsichtsrat zustimmt, soll er künftig im Vorstand der ‚CE‘ als Chief Legal and Compliance Officer (CLCO) amtieren. Doch da auch die zuständigen Aufsichtsräte für die beiden Unternehmen noch nicht abschließend bestätigt wurden, stehen auch die Vorstandsernennungen noch unter Vorbehalt. Wie ein Sprecher des Unternehmens mitteilte, gibt es auch noch keine endgültige Entscheidung über die Strukturen der Rechts-, Compliance- und Steuerfunktionen unterhalb des Vorstands. In diesen Leitungspositionen gab es schon Veränderungen in den vergangenen Jahren, wie JUVE berichtete.

Während ‚W&FS‘ mit Metro und der Einzelhandelskette Real einen Gesamtumsatz von rund 37 Milliarden versammelt, findet sich unter dem Dach von ‚CE‘ dann ein Gesamtumsatz von knapp 22 Milliarden Euro sowie die bekannten Marken für Unterhaltungselektronik, Media Markt und Saturn. Voraussichtlich im Februar 2017 soll die Zustimmung der Aktionäre zur Aufspaltung eingeholt werden. Mit den Großaktionären – den Familien Haniel, Schmidt-Ruthenbeck und Beisheim – habe man sich bereits abgestimmt, so der Konzern.

Parallel gilt es nun, die Kapital- und Steuerstrukturen für die zwei neuen Einheiten zu entwickeln, damit sie eigenständig an der Börse positioniert werden können. Der Hauptsitz beider Firmen bleibt Düsseldorf. Unterstützt wird Metro in dem Prozess von den Sozietäten Hengeler Mueller, Milbank Tweed Hadley & McCloy sowie Flick Gocke Schaumburg.

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